Der harten Arbeit Lohn: Man hält das eigene Buch (das erste Hardcover zumal) in den Händen. Hier ist also das aktuelle:

Der Verlag schreibt: „Gibt es eine Hölle? Oder kommen letztlich doch alle Menschen in den Himmel? Kann ein liebender Gott wirklich wollen oder zulassen, dass Menschen verloren gehen?

Diese Fragen werden derzeit kontrovers diskutiert. Hier ist ein wohltuend sachlicher und gründlich recherchierter Beitrag dazu. Er zeigt: Wer nach der Hölle fragt, spricht damit zugleich weitere Themen an: Wie soll man sich die Hölle konkret vorstellen? Wie passt eine Hölle überhaupt zum Wesen Gottes? Wie kann man an Gott als Richter glauben? Und nicht zuletzt: Welchen Weg zeigt Gottes Wort, um nicht verloren zu gehen?
Dem Autor gelingt es, tiefgründige Fragen gut lesbar zu behandeln. Er liefert eine biblisch-theologische Gesamtschau ab, die kniffligen Fragen nicht ausweicht und mit den Antwortversuchen prägender Denker der Geschichte im Gespräch ist.“

Zudem sagt der Klappentext, dass „dieses Buch […] eines der gründlichsten und scharfsinnigsten Bücher der letzten Jahre zu diesem heißen Thema [ist].“ Das klingt so interessant, dass ich selber fast Lust hätte, es zu lesen.

Auf FaceBook schrieb ich: „Es hat viel Mühe gemacht, aber nun ist es draußen. Mein erstes gebundenes Buch – möge ihm Segen beschieden sein. Man kann wohl davon ausgehen, dass es kontroverser aufgenommen wird als seinem Autor lieb ist.“ Ich bin tatsächlich auf die Rezeption gespannt. Da ich von keiner Schublade aus argumentiere kann ich mir denken, dass es ein Buch für „Alle und Keinen ist“ (Friedrich Nietzsche). Ich freue mich auf jeden Fall, dass es draußen ist und freue mich auf fruchtbare Diskussionen, das Thema hört nicht auf ein Thema zu sein.

Erhältlich ist der Titel im Kultshop.

 

Ein Böser trachtet nur nach Aufruhr, aber gegen ihn wird ein grausamer Bote gesandt (Sprüche 17,11 nach der Zürcher).

Inhaltlich hat der Spruch zwei Aussagen, von denen sich die erste von selbst erschließt. Ein Böser trachtet nach Aufruhr. Er spielt Menschen gegeneinander aus und mag es, wenn es Stress gibt. Er ist ein Spalter, der nicht an Einheit oder Brüderlichkeit interessiert ist, sondern einen Keil zwischen Liebende treibt. Er sieht es gern, wenn Menschen sich gegeneinander wenden.
Die zweite Aussage ist schwieriger: Welcher grausame Bote wird gegen ihn gesandt und von wem? Vermutlich ist es unmöglich, mit letzter Sicherheit festzustellen, was der Autor hier genau gemeint hat. Eine gute Auslegung ist allerdings die Alltagserfahrung, dass wir ernten was wir säen. Alles, was wir anderen antun, kommt irgendwann zurück nach Hause. Das Böse ist ein Bumerang, der uns finden wird wenn wir ihn auf andere werfen. Den grausamen Boten schickt der Böse selbst los. Er stellt eine Nachricht zu auf der „zurück an Absender“ geschrieben steht.

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Tadel trifft einen Verständigen härter als hundert Schläge einen Dummen (Sprüche 17,10 nach der Zürcher).

Der Unterschied zwischen einem Verständigen und einem Dummen liegt selten in der Intelligenz. Was sie wirklich trennt, ist die Belehrbarkeit, die Lernfähigkeit. Bei manchen Menschen hilft gutes Zureden nichts, sie müssen alles auf die harte Tour lernen. Damit meine ich nicht Prügel, obwohl diese Sentenz in ihrer Zeit sicherlich wörtlich zu verstehen ist. Heute bedeutet das Lernen auf die harte Tour, dass man in der Schule des Lebens lernt, was man leichter hätte haben können.
Der Verständige braucht keine Prügel – weder im wörtlichen noch im übertragenen Sinne – er kann aus den Erfahrungen anderer lernen. Seine Lernbereitschaft macht ihn sensibel und er braucht keinen Druck um sich weiterzuentwickeln. Die Willigkeit zum Lernen ist eine der kostbarsten Eigenschaften, die ein Mensch haben kann. Wer sie nicht hat sollte sich befleißigen, sie zu erwerben. Sie spart viel Kummer und ist ein treuer Begleiter auf dem Weg das Leben zu meistern.

##sys

Mehr als rechtzeitig für Weihnachten ist ein Buch erschienen, das sich in 24 Erzählungen diesem Fest widmet. Da ein Beitrag von mir ist (auch wenn ich es nicht auf das Cover geschafft habe), empfehle ich das Buch hier. Für mich ist es der erste fiktionale Text den ich bislang veröffentlichen konnte. Bestellen könnt Ihr wie immer beim Kultshopp.

Hier die Basisfakten:

Thomas Klappstein (Hrsg.): Weihnachtswundernacht. 24 Erzählungen für die schönste Zeit des Jahres. Brendow Verlag, gebunden, 13,5 x 20,5 cm, 160 Seiten, mit s/w Illustrationen von Bettina Wolf, ISBN 978-3-86506-405-9.

Mit Erzählungen von Ulrich Parzany, Martin Dreyer, Jürgen Werth, Andreas Malessa, Christina Brudereck, Mickey Wiese, Albrecht Gralle, Fabian Vogt, Eva Prawitt, Martin Schultheiß, Carsten „Storch“ Schmelzer, Annekatrin Warnke u.v.a.
Dieser Weihnachtsband versammelt 24 neue Texte bekannter Autorinnen und Autoren. Ihre Geschichten, Erzählungen und Impulse erzählen von mysteriösen Sonderaufträgen für freche Engel, überraschenden Begegnungen mit dem Kind in der Krippe oder persönlichen Begebenheiten rund um die Heilige Nacht. Die Texte begleiten den Leser durch die Advents- und Weihnachtszeit und sorgen für überraschende, fröhliche und vor allem besinnliche Lesemomente.

 

Wer eine Verfehlung zudeckt, trachtet nach Liebe, wer aber eine Sache aufrührt, vertreibt den Freund (Sprüche 17,9 nach der Zürcher).

Es gibt viele Diskrepanzen zwischen der Lehre der Bibel und ihrer Umsetzung in der modernen Welt. Christen erscheinen heute oft als Warner und Mahner, die bereit sind, jede Sünde ans Licht zu zerren und jede Unmoral zu verdammen. Dagegen stehen Sprüche wie dieser oder seine neutestamentliche Entsprechung in 1.Petrus 4,8: „Haltet vor allem an der Liebe zueinander fest, ohne nachzulassen! Denn die Liebe deckt die Fülle der Sünden zu.“ Es ist nicht unsere erste Aufgabe bloß zu stellen, sondern zu lieben.
Eine Beispielgeschichte für diesen Umgang mit Sünde finden wir im 1.Mose. Noah war betrunken und schlief nackt in seinem Zelt ein. „Sem und Jafet aber nahmen einen Überwurf, legten ihn auf ihre Schultern und deckten, rückwärts gehend, die Blösse ihres Vaters zu. Ihr Gesicht hielten sie abgewandt, so dass sie die Blösse ihres Vaters nicht sahen (1.Mose 9,23).“
Die weltliche Gesellschaft pflegt einen Umgang mit Verfehlungen: Sie bringt sie schonungslos ans Licht und weidet sich voyeuristisch an ihnen. Gebe Gott, dass die Gemeinde Jesu einen Umgang mit Sünde findet.

##sys

Ein Geschenk ist ein Zauberstein in den Augen des Gebers, wohin er sich wendet, hat er Erfolg (Sprüche 17,8 nach der Zürcher).

„Zauberstein“ ist ein seltsames Wort, das man nicht unbedingt in der Bibel vermuten würde. Gottes Wort warnt an vielen Stellen vor Zauberei und Magie, so dass es ungewöhnlich ist, dass hier von einem magischen Gegenstand die Rede ist. Andere Übersetzungen nehmen dem Wort seine Härte, ohne den Sinn zu ändern: Von Geschenken oder Bestechung ist die Rede. Die Rei-henfolge der Worte ist dabei scheinbar nicht entscheidend und wird immer wieder verändert.
Dieser Spruch ist nicht positiv, es geht hier nicht um den Weisen, sondern um Menschen, die Bestechung einsetzen, um ihre Ziele zu verwirklichen. In ihren Augen sind Geschenke und Be-stechungszahlungen ein Zauberstein, der ihnen Türen öffnet und Erfolg verspricht. Es ist wichtig zu bemerken, dass das eben in ihren Augen so ist. Es sind nicht Gottes Augen, die in Bestechung etwas Gutes sehen. Für ihn ist es nur verbotene Magie.

##sys

Gehobene Sprache passt nicht zu einem Toren, noch weniger passt verlogene Sprache zu einem Edlen (Sprüche 17,7 nach der Zürcher).

So lange es Sprache gibt, dient sie zur Verständigung und zur Abgrenzung. Man schlägt mit ihr Brücken zwischen Menschen und sie offenbart die Herkunft. Anhand der Sprache können wir nicht nur Bayern und Norddeutsche unterscheiden, sondern auch deren individuelle Herkunft aus bildungsnahen oder -fernen Bevölkerungsschichten.
Wie so viele Sprüche ist auch dieser antithetisch aufgebaut. Einem Toren traut man keine gehobene Sprache zu. Dass er ein Tor ist, bedeutet nicht zuletzt, dass er nicht gelernt hat im Leben klarzukommen und sich auszudrücken. Viel wichtiger ist aber der zweite Teil der Antithese, die sich mit de Weisen beschäftigt. Die Sprüche sind ja immer Erziehung zur Weisheit, diese kann vor dem Horizont der Torheit stattfinden, aber immer ist sie das Ziel.
Zu einem Edlen passt nicht eine verlogene Sprache. Er benutzt seine Sprachfähigkeit nicht um sich zu verstecken, sondern sagt geradeheraus, was er gelernt hat. Auch das ist eine Fähigkeit, die es zu erwerben gilt. Es ist einfacher Sprache zu missbrauchen, als sie gut zu gebrauchen. In unserer Zeit erleben wir einen oft beklagten Sprachverfall. Wir neigen dazu, unseren Wortschatz zu verringern, die Aussprache zu verschlechtern und die Grammatik zu verflachen, Alter.
Ohne hier die Oma heraushängen lassen zu wollen, weise ich daraufhin, dass man eine hochstehende Zivilisation auch an ihrer Sprache erkennt. Die Fähigkeit, sich selbst mitzuteilen, ist an Sprache gebunden.

##sys

Kindeskinder sind die Krone der Alten, und Väter sind der Stolz ihrer Kinder (Sprüche 17,6 nach der Zürcher).

Familiendebatten werden in unserer Zeit oft vom Thema des Generationenkonfliktes beherrscht. Eltern, Kinder und Enkel kämpfen gegeneinander um ihre Rechte in der Gesellschaft. Die moderne Gesellschaft hat einen Kult der ewigen Jugend aufgebaut, der in letzter Konsequenz unser Zusammenleben zerfasert und Menschen gegeneinander aufbringt, die eigentlich zusammengehören. Die Diskussionen zeigen eine Gesellschaft im Fluss, in der die Lebensalter keine feste Rollenzuweisung haben und in ständiger Konkurrenz zueinander stehen.
In der Antike scheint die Welt einfacher gewesen zu sein. Zumindest wenn man diesen Spruch als eine historische Tatsachenbeschreibung sieht. Jedes Alter war stolz auf das andere. Die Enkel krönten das Leben ihrer Großeltern und die Kinder sahen zu den Vätern auf. Sicherlich war die Realität auch damals nicht immer so. Aber diese Sentenz zeigt, dass eine Erziehung mit dem Ziel eines wertschätzenden harmonischen Miteinanders stattfand. Man setzte offenbar nicht voraus, dass die gesellschaftliche Entwicklung diesen Weg ging, sondern griff durch die Erziehung in der Weisheit in den Entwicklungsprozess ein. Man lehrte generationenübergreifende Wertschätzung. Dafür könnten wir heute noch einiges lernen.

##sys

22. September 2012 in vermischtes 0

Sprüche 246: Sprüche 17,5

Wer den Armen verspottet, schmäht seinen Schöpfer, wer sich freut über ein Unglück, bleibt nicht ungestraft (Sprüche 17,5 nach der Zürcher).

Die ganze Bibel zeigt, dass Gott sich besonders den Armen, Schwachen, Witwen und Waisen zugewandt hat. Er lässt sich nicht von Besitz, Macht und Status blenden, sondern sieht den Men-schen. Dieser Spruch stellt nicht nur das Prinzip dar, sondern begründet es auch. In jedem Men-schen kann man seinen Schöpfer sehen und dadurch, dass man den Menschen ehrt, ehrt man zu-gleich auch den, der ihn gemacht hat. Einen Menschen zu verspotten und zu verschmähen bedeu-tet in letzter Konsequenz Gotteslästerung.
Man kann sich das am Beispiel eines Bildes vorstellen. Kann man über ein Bild spotten, ohne den Maler zu beleidigen? Sicher nicht, ein wird immer auf den zurückgeführt, der es geschaffen hat. Der Künstler kann gar nicht anders, als sich mit dem Werk seiner Hände zu identifizieren. Mit Gott, als dem größten Künstler aller Zeiten, ist es ebenso, er ist in einem besonderen Maße solidarisch mit den Menschen, die er geschaffen hat.
Deshalb versündigen wir uns nicht nur an dem Menschen, an dessen Unglück wir uns freuen, sondern auch an Gott, der hinter dem Menschen steht. Wer Gott ehren will, kann gut bei seines-gleichen beginnen (1.Johannes 4,20).

##sys

Der Übeltäter hängt an trügerischen Lippen, der Lügner hört auf die Zunge, die Verderben bringt (Sprüche 17,4 nach der Zürcher).

Menschen umgeben sich gern mit ihresgleichen. Philosophen schätzen die Gegenwart anderer Denker und lesen gern deren Bücher; Punks hängen gern mit anderen Punks ab; Fußballfans schauen die Spiele gern mit anderen Fans zusammen. Eine Gruppe Gleichgesinnter unterstützt sich gegenseitig in ihrer Leidenschaft.
Unglück der Welt, dass es sich ebenso im moralischen Bereich verhält. Statt die Gegenwart derer zu suchen, die sie von ihren bösen Wegen abbringen, hören Übeltäter auf andere trügerische Lippen. So werden sie weiter an ihr Verderben gebunden. Um sein Leben zu ändern, sollte man sein soziales Umfeld ändern, das ist eine effektive Sache, die über das bloße Lernen hinausgeht. Das ist zwar in diesem Spruch nicht gesagt, schwingt aber irgendwo in ihm mit. Wer nur auf Gleichgesinnte hört, ist dazu verdammt zu bleiben, wie er ist.

##sys

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