Dieser Teil ließ sich mit WordPress nicht gut realisieren, deshalb kommt ein Bild.

Wer den Pfad verlässt, wird schwer bestraft, wer Ermahnung verschmäht, muss sterben. (Sprüche 15,10 nach der Zürcher)

Hier ist nicht die Rede davon, dass jemand vor einem Richter erscheinen muss oder von seinen Eltern oder Vorgesetzten bestraft wird. Wer den rechten Pfad verlässt und Ermahnungen verschmäht, den bestrafen nicht Menschen sondern das Leben. Es war in den Sprüchen immer wieder davon die Rede, dass sich die Weisheit positiv auf das Leben auswirkt. Wer sie also verlässt, der braucht keinen menschlichen Richter mehr der ihn zur Räson ruft, er wird unter einem Automatismus des Lebens leiden, das „automatisch“ den rechten Weg belohnt.

[systematisch durch die Bibel]

Um die Gemeinde als Kraft zu erklären geht Cook auf dieselbe Weise vor. Er beginnt mit einer Definition, die vermutlichen vielen Lesern ungewöhnlich vorkommen wird:

Die Gemeinde sind Menschen, die zum Dienst zugerüstet sind und im Namen Jesu an allen Orten Bedürfnisse stillen.

In diesem Modell ist die Welt das Feld der Gemeinde; in ihr muss die Arbeit getan werden. Eine solche Gemeinde sieht anders aus und hat andere Werte als die Gemeinde-als-Feld. Cook beantwortet wieder fünf Fragen.

1. Worauf liegen bei der Gemeinde als Kraft die Akzente?

„Bei der Gemeinde-als-Kraft liegen [die Akzente] auf Anbetung, Schulung und Gemeinschaft, weil damit geisterfüllte Menschen hervorgebracht werden […] die Gemeinde wird bei den Zusammenkünften in die Ruhe geführt und erbaut, damit sie draußen in der Welt die ganze Woche über für den Herrn wirken kann.“

2. Welche Ziele setzen wir uns?

„Wir möchten, dass jedes Gemeindeglied zu geistlicher Ganzheit gelangt, eine geistliche Ausrüstung empfängt und zum Dienst in die Welt hinausgeht.“ In dieser Gemeinde geht es nicht darum, dass Profis machen, sondern dass jeder geht.

3. Was ist der Dienst der Gemeinde-als-Kraft?

„Wenn Menschen heil werden, dienen sie auch. Es werden durch sie andere Menschen erreicht.“ Dieses Prinzip illustriert Cook anhand verschiedener Zeugnisse. Die Grundaussage ist: Jeder baut Gottes Reich an seinem Ort.

4. Was ist die Motivation der Gemeinde-als-Kraft?

„Die Gemeinde als Kraft wird zu einem Instrument der Heilung innerhalb der Stadt, anstatt eine Zufluchtstätte zu sein, zu der sich Menschen aus der Stadt flüchten.“

5. Das Konzept der Gemeinde-als-Kraft birgt auch potentielle Gefahren

An dem Punkt erweist sich Cook ganz als begeisterter Kommunikator einer Idee. Die einzigen Gefahren sind, dass der Pastor nervös wird, wenn Laien Fehler machen und eine solche Gemeinde für Außenstehende seltsam wirkt.

Gemeinde als Kraft klingt in vielen Punkten nach einer sehr schönen Utopie. Teil des Erfolges, den Cooks Gemeinde hat (von 500 auf 3.000 Mitglieder in drei Jahren (1)), dürfte darauf zurückzuführen sein, dass viele seiner Mitglieder aus restriktiven, engen Strukturen kommen und so in seiner Gemeinde richtig aufblühen.
Für viele Gemeinde in Deutschland wäre diese Sichtweise von Gemeinde ein echter Paradigmenwechsel. Das trifft gerade auf Gemeinde zu, der sehr starke top-down- Strukturen haben. Ein Umdenken ist aber auf beiden Ebenen gefragt, auf der Leitungsebene und auf der Mitglieder-/Mitarbeiterebene. Gerade da sehe ich das größte Problem: Auch Mitglieder lieben die Gemeinde-als-Feld, eine Tatsache der Cook keine Rechnung trägt.

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1 Nicht nur an dieser Stelle fällt Cook in alte Denkmuster zurück. Er argumentiert die Gemeinde-als-Kraft oft von der Gemeinde-als-Feld her und entlarvt sich immer wieder selber als jemanden, der viel in Feldtheorie denkt. Das ist aber nur ein kleines Manko in einem ansonsten sehr lesenswerten Buch

Der HERR verabscheut den Weg des Frevlers, aber er liebt den, der nach Gerechtigkeit trachtet. (Sprüche 15,9 nach der Zürcher)

Gott liebt nicht nur den Menschen, sondern auch das, was er tut. Ebenso ist es mit dem, dem was der Frevler tut. Es gibt in der Philosophie und Theologie seit langem eine Diskussion zwischen Sein und Tun. Ist der Mensch, was er tut, oder gibt es einen Menschen jenseits seines Tuns?
Man findet in der Bibel beides, es gibt den Gerechten den Gott auch noch liebt wenn er daneben greift, und es gibt die Stellen, die sagen, dass Gott liebt oder hasst, was jemand tut. Beides scheint auch untrennbar zusammen zu gehören, denn wenn ein Mensch gut ist, wird er auch gute Werke tun und einen guten Weg gehen.
So kann man den vorliegenden Vers verstehen: Gott sieht tiefer als Werk und Wandel und sieht den Menschen dahinter.

[systematisch durch die Bibel]

Anfang der 80er Jahre schrieb Jerry Cook, zu der Zeit Pastor der East Hill Church in Gresham, Oregon, ein Buch mit dem Titel „Liebe, Annahme und Vergebung“. Der Titel ist etwas irreführend, denn es handelt sich nicht um ein Buch über Seelsorge sondern über Gemeindebau. Cook entwirft darin das Konzept von Gemeinde als Ort und als Kraft.
Die Gemeinde als Feld ist die vorherrschende Ansicht in der christlichen Welt. Man stellt sich Gemeinde als organisierte und lokalisierte Struktur vor, zu der man Leute schicken kann und in der mitgearbeitet wird.

Beim Feld-Konzept ist die organisierte Gemeinde der Ort, zu dem die Leute kommen, um das Werk Gottes zu tun. Eines Bauern Feld ist der Ort, an dem er für seine Ernte aussät und seine Arbeit verrichtet. Genauso ist das Feld – im Sinne von Gemeinde – der Ort, an dem die Gemeinde ihre Arbeit leistet. Was immer von der Gemeinde getan werden muss, wird hier getan.
Diese Auffassung, dass das Feld der Ort ist, an dem die Arbeit geleistet wird, ist entscheidend. Jesus sagte: „das Feld ist die Welt“ (Matthäus 13,38). Daraus ergibt sich, dass die Arbeit der Gemeinde in der Welt getan werden soll. Wenn wir die Vorstellung haben, dass die Gemeinde der Ort ist, an dem die Arbeit für Jesus getan werden soll, dann sind wir von dem Konzept, das Jesus ursprünglich vermittelte, abgewichen. Anstelle der Welt haben wir die Gemeinde zum Arbeitsfeld gemacht.1

Im Folgenden untersucht Cook die praktischen Konsequenzen dieses Gemeindeverständnisses unter fünf Überschriften.

1. Worauf legt die Gemeinde-als-Feld wert?

Der Fokus liegt auf Räumen, Werbung und Programmen. „Die Akzente der Gemeinde [verlagern sich] auf Sichtbarkeit, Organisation und Werbung“.

2. Welche Ziele verfolgt die Gemeinde-als-Feld?

„Die Ziele eines solchen Gemeindekonzeptes lassen sich in Begriffen wie Besucherzahlen, Gemeindebudget und Baulichkeiten umreißen. […] Natürlich sind diese Ziele flexibel. Wenn wir nicht große Scharen erreichen, verlagern wir unsere Vorstellung von Erfolg von der Quantität auf die Qualität.“

3. Wie erreicht die Gemeinde-als-Feld das Ziel ihres Dienstes?

„…sind die Leute beieinander, liegt die Arbeit ganz in den Händen einer Person, deren Beruf das ist.“ Wird die Arbeit für diesen Profi zuviel, zieht er weitere Profis heran, die ihm helfen, die Arbeit zu tun. So entsteht Struktur: „Nach und nach bekommt jeder Profi sein eigenes Ressort zugewiesen, so dass es für jedes Gebiet im Leben der Gemeindemitglieder berufshalber Zuständige gibt. Damit wird eine ziemlich sterile Art professioneller Dienstauffassung erreicht.“2

4. Was motiviert eine Gemeinde-als-Feld?

„Im Großen und Ganzen kann die Motivation einer Gemeinde-als-Feld auf einen Nenner gebracht werden: Menschen in die Gemeinde zu ziehen. Das nennt man Evangelisation. Hat man sie einmal in der Tasche der Gemeinde, so muss man sie auch darin halten, weil das Feld ja andernfalls zusammenschrumpfen würde. Also werden Programme ausgearbeitet, die darauf zugeschnitten sind, Leute bei der Stange zu halten. Das erfordert einen großen Aufwand.“

5. Wo liegen nun die Gefahren dieser Auffassung von Gemeindeleben?

Cook nennt vor allem zwei Gefahren: Der Pastor einer solchen Gemeinde ist entweder ein Superstar oder eine Marionette. Je nachdem wie die Einflussmöglichkeiten verteilt sind und es um seine Gaben bestellt ist. Der Gemeinde geht es nicht besser: Entweder wird sie im Laufe maximal dreier Generation in ein absolutes Mittelmaß verfallen, oder sie bildet eine weltfremde Subkultur in der die eigene Homogenität in Abschottung von anderen gefeiert wird.

Falls in diesen Stichpunkten der Eindruck entsteht, Cook habe überzeichnet und karikiert, stimmt das durchaus. Es ging ja gerade darum, einen Kontrast zu zeigen. Dennoch finde ich sowohl mich selbst, als auch fast jede Gemeinde die ich kenne, in Cooks Gedanken wieder.

Ich möchte noch mal die größte Gefahr einer solchen Gemeindephilosophie herausstreichen: Menschen werden leicht zu Erfüllungsgehilfen der Vision und Philosophie des Pastors. Was für Menschen gilt, gilt leider auch für die Predigt, den Lobpreis und alles andere: Nichts wird mehr Zweck aufgefasst sondern als Mittel (Kant).

  1. Cook, Jerry (1995), Seite 40 []
  2. Die Organisationsformen deutscher und amerikanischer Gemeinden unterscheiden sich an dem Punkt deutlich voneinander. Während es in den USA üblich ist, Gebetspastoren oder Singlepastoren zu haben, sehen die Strukturmodelle in Deutschland anders aus. Die generelle Aussage bleibt davon allerdings unberührt und das Problem bleibt bestehen. []

Das Opfer der Frevler verabscheut der HERR, aber das Gebet der Rechtschaffenen gefällt ihm. (Sprüche 15,8 nach der Zürcher)

Es kommt beim Gottesdienst nicht in erster Linie auf das an, was man tut. Viel wichtiger ist, wer es tut und mit welcher Haltung er zu Gott kommt. Auch schlechte Menschen gehen in die Kirche und wirken dort vielleicht sehr fromm. Ich denke dabei an die Szene in „der Pate“ in der Al Pacino in der Kirche ist während seine Leute die Konkurrenz ausschalten. Ist so jemand fromm? Ist Gott beeindruckt vom knienden Mörder der sich ein Alibi verschafft?
Nein, er verabscheut die Opfer der Frevler. Dabei ist ein Opfer unter Umständen noch viel mehr als ein Gebet, das der Rechtschaffene spricht. Die fromme Leistung kann durchaus höher sein, dennoch ist Gott nicht beeindruckt denn er sieht tiefer als die Tat – er schaut auf das Herz.
Dieses Prinzip findet man immer wieder im Alten Testament, am stärksten aber in Jesaja 58, wo Gott den Gottesdienst seines ganzen Volkes verwirft weil das Volk in Sünde lebt – es ehrt ihn mit den Lippen, steht aber nicht mit dem ganzen Leben dahinter. Mit so etwas will Gott nichts zu tun haben. Ihm geht es um den ganzen Menschen, die ganze Person, das ganze Leben. Ihm nur einen Aspekt zu geben verunreinigt das ganze Opfer. Es ist kein guter, echter Gottesdienst wenn man eine Liturgie ableistet, dabei aber in Sünde lebt.

[s.a. Sprüche 15,29]

[systematisch durch die Bibel]

Nachdem ich mich lange mit dem Thema herumgeschlagen habe, wie Gemeinde effektiver werden kann in ihrem Auftrag „Nationen zu Jüngern zu machen“, habe ich im Mai drei Teile eines Seminars über gesellschaftsverändernden Gemeindebau im Kolleg in Erkrath gehalten. Das ganze Seminar umfasst noch drei weitere Teile, die ich später mal halten und hier veröffentlichen werde. Die Abende habe ich auf Video aufgenommen und sie werden irgendwann im internen Bereich des Hermann-Zaiss-Seminars erscheinen. Zum Thema „Gesellschaftstransformation“ im Allgemeinen empfehle ich den Blog von Tobias Faix.

Einleitung

Seit Jahren beschäftigt mich eine Frage: Wie kann man Gottes Reich effektiv, d.h. so bauen, dass eine Stadt verändert wird? In der Vergangenheit ist immer wieder davon die Rede gewesen, dass „Christen relevant sein“ sollen. Oft ist der Begriff dabei in einer Engführung auf kulturelle Themen, wie die Künste, verwandt worden.

Meine Beobachtung ist, dass es recht wenige Gemeinden gibt, die in ihrer Stadt positiv wahrgenommen werden, geschweige denn von Bedeutung sind. Gemeinde wird sehr schnell ein Selbstzweck, in dem es dann nur noch darum geht, die eigene Gemeinde zu vergrößern: Mehr Mitarbeiter und Mitglieder, größere Räume und Budgets usw.. Die Konsequenz ist eigentlich immer ein Rückzug aus der Gesellschaft, der Ausbau einer gemeindlichen Subkultur und die gesellschaftliche Bedeutungslosigkeit. Oft leben wir mit dem Verständnis, dass es zwei Reiche gibt, die Welt und Gottes Reich, und dass wir als Christen in Gottes Reich leben und weder Verantwortung noch Auftrag für die Welt haben. Die einzige Verantwortung die wir wahrnehmen ist dann, nach dem Missionsbefehl, Menschen aus dem Reich der Finsternis in Gottes Reich zu rufen.

Die Lippen der Weisen streuen das Wissen aus, das Herz der Dummen aber ist falsch. (Sprüche 15,7 nach der Zürcher)

Die Aussage legt sich von selbst aus. Es war schon oft die Rede davon, dass ein Weiser andere zur Weisheit erziehen kann; seine Lippen streuen Wissen aus. Es ist ein Bild aus dem Ackerbau, man denkt dabei an den Bauern, der das saatgut ausstreut. Bei einigen Menschen wird es auf einen guten Boden fallen und Frucht bringen (vgl. Matthäus 13). Was wird man umgekehrt im Herzen eines dummen Menschen finden können? Sein Herz ist falsch.
Umso wichtiger ist es, mit Weisen zusammen zu sein, sie bauen um sich herum ein Klima, eine Kultur der Weisheit auf, von der andere profitieren werden. Weisheit sät permanent um sich herum aus.

[s.a. Sprüche 15,2]

[systematisch durch die Bibel]

Good News for our english friends: Two new translations by Marion are online:

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Im Haus des Gerechten gibt es reichlich Vorrat, im Ertrag des Frevlers aber liegt Verderben. (Sprüche 15,6 nach der Zürcher)

Letztlich haben beide, der Gerechte und der Frevler, einen Vorrat im Keller. Das Leben führt dazu, dass man etwas ansammelt, man kann dagegen nichts machen. Entscheidend ist dabei nicht die Menge des Vorrats sondern seine Art. Der eine wird Gutes sammeln, einen guten Ruf haben, Lebensweisheit, Menschen denen er gut getan hat. Ein Anderer wird in seinem Keller nur Leichen finden und letztlich ist sein ganzes Leben voller Verderben. Es muss schlimm sein, wenn man am Ende des Lebens nicht mehr in den Keller gehen kann weil der voller Schlechtigkeit ist, die sich im Laufe des Lebens angesammelt hat.

[systematisch durch die Bibel]

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