Es muss einer evangelischen Hermeneutik klar sein dass es zwar nicht ohne weiteres angeht, uns mit den von Jesus Gerufenen unmittelbar zu identifizieren; vielmehr gehören ja die Gerufenen der Schrift selbst mit zum Worte Gottes und damit zur Verkündigung. (Seite 74)

Ich würde diese Trennlinie nicht so deutlich ziehen wie Bonhoeffer. Indem wir heute die Gerufenen sind identifizieren wir uns sehr wohl mit ihnen. Derselbe Jesus, der vor 2000 Jahren Petrus und Jakobus berief, beruft heute Storch und die Menschen unseres Jahrtausends. Der Unterschied zwischen ihnen und uns ist ein historischer, kein qualitativer.

Mag sein, dass derselbe Konflikt der Diskussion um das Apostolat des Paulus zugrunde lag – auch er war nicht direkt von Jesus (im Fleisch) berufen worden. Dennoch folgte er einem unmittelbaren Ruf, der in einer Vision an ihn erging. Auch wir folgen einem unmittelbaren Ruf Jesu an uns. In einem bestimmten Sinne sind auch wir Teil einer Verkündigung. Es ist eine falsche Denkweise, nach der Bibel erst einmal einen Schnitt zu machen. Wir sind heute Teil derselben Geschichte die Jesus mit seinen ursprünglichen 12 Jüngern zu schreiben begann.

Der Gerechte kann essen, bis sein Hunger gestillt ist, der Bauch der Frevler aber muss darben. (Sprüche 13,25 nach der Zürcher)

Der letzte Spruch des Kapitels handelt von Versorgung. Er gehört in eine Reihe mit anderen Sprüchen, die mit Wohlstand zu tun haben. Der Grund, warum der Gerechte so viel essen kann wie er braucht ist, dass er vorgesorgt hat.
Er hat investiert, gearbeitet und gespart. Jetzt hat er, gerade in Zeiten der Not in denen der Frevler Kohldampf schiebt, genug. Gerechtigkeit sorgt gerade für solche Zeiten vor. Sie hat die Zukunft im Blick und hängt nicht allein am Hier und Jetzt. Gerechtigkeit hat eine langfristige Perspektive, die aufbaut.

[systematisch durch die Bibel]

Der wichtigste Gehalt des zweiten Kapitels ist die Beobachtung, dass wir Gottes Anspruch an uns – speziell den Ruf Jesu in die Nachfolge – relativieren indem wir im eine tiefere, innerliche Bedeutung geben, die er gar nicht hat. Wenn Jesus sagt, dass wir etwas verlassen sollen hören wir, dass wir bleiben aber innerlich frei sein sollen.

Jesus würde also rufen: Heraus! – Wir verstehen ihn aber, wie er es eigentlich meint: „Bleib drinnen!, freilich als einer, der innerlich herausgetreten ist.“ (Seite 71)

Ertappt! Wie oft habe ich selber schon so gedacht wenn Jesus mich um etwas gebeten hat… Der Gedanke war dann immer, dass mich der Ruf auf eine innere Unfreiheit aufmerksam machen sollte. Wenn ich bereit wäre zu folgen, wäre es schon nicht mehr verlangt weil Jesus nur meine Bereitschaft wollte und meine innere Freiheit.

Im Grunde ein widersinniger Gedanke. Warum sollte Nachfolge bedeuten, dass man theoretisch bereit wäre, Jesus zu folgen? In diesem Falle hätte man ja noch keinen Fuß vor den anderen gesetzt um dem Ruf Jesu zu folgen. Wäre Nachfolge schon immer auf diese Weise verstanden worden gäbe es kein Neues Testament, das Christentum wäre nicht verbreitet worden und wäre maximal ein winziger Geheimzirkel von Eingeweihten; und auch das nur in dem unwahrscheinlichen Fall, dass es sich nicht totgelaufen hätte.
Nein! Nachfolge ist stets praktisch und wir können Jesus zutrauen, dass er weiß, was er sagt und es sich auch gut überlegt hat. Bonhoeffer illustriert diese schräge Denke mit einem pädagogischen Beispiel:

Ein Vater sagt zu seinem Kind: Geh ins Bett!, so weiß das Kind wohl,woran es ist. Ein pseudeotheologisch dressiertes Kind aber müsste nun folgendermaßen argumentieren: Der Vater sagt: Geh ins Bett. Er meint, du bist müde; er will nicht, dass ich müde bin. Ich kann über meine Müdigkeit auch hinwegkommen in dem ich spielen gehe. Also, der Vater sagt zwar: Geh ins Bett!, er meint aber eigentlich: Geh spielen. Mit einer solchen Argumentation würde das Kind beim Vater, würde der Bürger bei der Obrigkeit auf eine sehr unmissverständliche Sprache stoßen, nämlich auf Strafe.

Es ist in der tat verrückt, wie sehr uns manche Denkweisen in Fleisch und Blut übergegangen sind, die Gottes Ruf ins Gegenteil verkehren. So gibt man das „Gebot Gottes Preis und hält sich an die Überlieferung und Satzung von Menschen“ (Markus 7,8).

Es ist möglich, dass ein Gebot Jesu unterkellert ist, also noch einen tieferen Sinn hat. Für uns gilt aber zunächst das klare. Wenn wir in dem Offensichtlichen leben können wir auch tiefer gehen. Es ist aber „illegal“ nach einem paradoxen Verständnis der Worte Jesu zu suchen wenn wir sie nicht erst einmal so nehmen wie sie sind:

Wer nicht weiß, dass es ihm unendlich viel leichter wäre, das Gebot Jesu einfältig zu verstehen und wörtlich zu gehorchen, also etwa die Güter auf den Befehl Jesu tatsächlich hinzugeben, statt sie zu behalten, der hat kein Recht zu dem paradoxen Verständnis des Wortes Jesu. (Seite 73)

Wer seinen Stock schont, hasst seinen Sohn, wer ihn aber liebt, sorgt für seine Unterweisung. (Sprüche 13,24 nach der Zürcher)

Beim Lesen und Auslegen solcher Sprüche muss man sich bewusst sein, dass das Paradigma der gewaltfreien Erziehung nach dem wir heut leben, gerade mal ein paar Jahrzehnte alt ist. Früher waren Schläge ein normales erzieherisches Mittel.
Man muss allerdings gerade bei solchen Sprüchen abstrahieren um auszulegen. Es geht nicht um Schläge sondern um Erziehung. Die gern gehrte Abstraktion „wer den Sohn liebt, schlägt ihn“ ist falsch. Wer den Sohn liebt, erzieht ihn. Nicht die Schläge sind das bleibende Element, sie waren nur das Mittel der Erziehung. Bleibend ist die Erziehung, die man natürlich mit den Mitteln vollzieht, die von der entsprechenden Zeit zur Verfügung gestellt werden. So wird Erziehung heute notwendig anders verlaufen als damals – unter anderem eben auch gewaltfrei.
Wichtig ist, dass Unterweisung stattfindet. Wer seine Kinder liebt wird sie nicht unvorbereitet in die Welt hinaus schicken. Das gilt für eigene wie für geistliche Kinder. Ein Vater oder eine Mutter haben ihren Kindern gegenüber die Verpflichtung zur Erziehung.

[systematisch durch die Bibel]

Das dritte Kapitel handelt vom „einfältigen Gehorsam“. Es beginnt mit einem Widerspruch den ich mir nur herausgeschrieben habe weil solche Fundstücke mir einen Autor sympathischer, „menschlicher“ machen. Bonhoeffer schreibt, dass Jesus vom reichen Jüngling „freiwillige Armut“ forderte – ein Widerspruch. Überhaupt sind in der Nachfolge einige Fehler, auf manche wird in Fußnoten hingewiesen, die versuchen, sie zu erklären; manche wurden in der Bearbeitung stillschweigend korrigiert.

Menschen wie Dietrich Bonhoeffer, Smith Wigglesworth, Karl Barth oder William Booth erscheinen leicht in Über-Lebensgröße wenn man sich mit ihrem Werk und Einfluss auseinandersetzt. Da tut es gut zu sehen, dass sie auch nur mit Wasser gekocht haben. Man setzt zu leicht Helden auf ein Podest von dem aus sie keine Vorbilder mehr sein können.

Ich hoffe dass klar ist, dass ich mich damit über keinen der genannten respektlos äußern wollte. Ich möchte ihnen den Stellenwert geben den sie haben sollten: Den von Vorgängern, Vorläufern, Vorbildern. Das kann nur jemand sein, dem man realistisch nacheifern kann, niemand der in unserer Vorstellung ein unerreichbarer Halbgott ist.

Der Acker der Vornehmen gibt reichlich Nahrung, aber durch Unrecht wird es hinwegrafft. (Sprüche 13,23 nach der Zürcher)

Eine Warnung an die Reichen, die Vornehmen. Ihr Acker zahlt sich aus, er gibt reichlich Nahrung. Aber sobald Unrecht geschieht, verschwindet diese Quelle der Versorgung. Die Bibel ist nicht gegen Wohlstand. Im Gegenteil: Gerade im Alten Testament ist Wohlstand ein Zeichen für den Segen Gottes.
Allerdings wendet sich die Bibel gegen Unrecht. Wer seinen Wohlstand unrecht erwirbt oder ungerecht mit ihm umgeht setzt sich selbst ins Aus. Er verlässt den Bereich in dem Gott ihn segnen kann.
Beide Testamente sind voll mit solchen Warnungen an die Reichen. Gottes Wort respektiert keine Ausbeutung und der Herr ist prinzipiell eher auf der Seite der Amen und Schwachen als auf Seiten der Ausbeuter. Reichtum verpflichtet zu sozial verträglichem Handeln, er ist kein Freibrief um mit seinem Vermögen zu tun, was man will.
Es wäre interessant, solche Bibelstellen einmal gegen manche kapitalistische Denker wie Richard Nozick zu halten, die für sich genommen auch interessante Theorien hervorgebracht haben, aber eben von einem absoluten Kapitalismus ausgingen. Die Bibel scheint durchaus nicht gegen einen begrenzten Kapitalismus zu sein (es ist hier zu platt einfach auf Sozialismus zu pochen wie es manche Christen tun), aber es ist immer eine Verpflichtung gegenüber den Schwachen in der Gesellschaft gegeben. Weil Gott selbst sich uns in unserer Schwachheit zugewandt hat, sind auch wir verpflichtet uns den Schwachen zuzuwenden. Evangelium braucht immer eine Not um wahrhaft Evangelium zu sein.

[systematisch durch die Bibel]

30. Dezember 2010 in theologie und gemeinde 2

Nachfolge 9

Ein Satz durchzieht das zweite Kapitel der „Nachfolge“: „Nur der Glaubende ist gehorsam, und nur der Gehorsame glaubt“ (Seite 52).

Für Bonhoeffer gehören beide Gliedsätze zusammen. Beide sprechen eine andere Situation an, zielen aber auf dasselbe Leben im Glauben. In der Praxis dürfte der zweite Teil wichtiger sein als der erste. Die meisten Gläubigen würden sagen, dass Glaube gehorsam ist. Das gerät ihnen leider oft zur billigen Entschuldigung: „Ich kann nicht gehorsam sein, weil Gott mir keinen Glauben gibt“. So wird Gott selbst die ultimative Entschuldigung für einen untreuen Gläubigen – das ist natürlich echte Häresie. Die Konsequenz mangelnden Gehorsams ist, dass die Klarheit der Bibel immer mehr verdunkelt wird – Verstockung setzt ein; man weiß nicht mehr, wer der Nächste ist und vermutet hinter jeder Bibelstelle eine alternative Auslegung die dem Offensichtlichen die Schärfe nimmt. (Seite 58). Bonhoeffer nennt dies die Flucht in den ethischen Konflikt: Man entschärft das Wort Christi indem man intellektuelle Rätsel konstruiert die einem die Möglichkeit nehmen, gemäß dem Wort zu handeln. Der Schriftgelehrte weiß sehr wohl, was Gott von ihm fordert, aber er verschanzt sich hinter der Frage, wer denn sein Nächster sei.

Glaube beginnt mit einem Gehorsamsschritt. Im Boot braucht Petrus keinen Glauben, erst auf den Wellen ist Glaube gefragt und kann Glaube überhaupt entstehen.

Sage nicht: Ich habe den Glauben dazu nicht. Du hast ihn so lange nicht als du im Ungehorsam bleibst, so lange du den ersten Schritt nicht tun willst. Sage nicht: Ich habe ja den Glauben, ich brauche den ersten Schritt nicht mehr zu tun. Du hast ihn nicht, solange und weil du den ersten Schritt nicht tun willst, sondern dich im Unglauben unter dem Schein des demütigen Glaubens verstockst. (Seite 56)

So spricht kein verstaubter Intellektueller, so spricht ein Prophet; jemand der den Mut hat einem Menschen gerade die göttliche Analyse seines Zustandes zu geben, die er nie und nimmer hören will. Gleichzeitig aber auch die Analyse die ihn allein aus seinem Stillstand und seiner Glaubensarmut heraus rettet.

Der Gute hinterlässt sein Erbe den Enkeln, aber das Vermögen des Sünders ist aufgespart für den Gerechten. (Sprüche 13,22 nach der Zürcher)

Vielleicht liegt es daran, dass ich älter werde und keine Kinder habe, auf jeden Fall beschäftigt mich das Erbe immer mehr. Der Gute hinterlässt seinen Enkeln etwas – er lebt so, dass er nicht nur in die Generation nach ihm sät sondern auch noch in die Generation nach dieser: In seine Enkel.
Viele Menschen leben nur für sich. „Nach uns die Sintflut!“, heißt es. Das nicht nur sehr kurzfristig gedacht sondern auch am Herzen Gottes vorbei. Gott ist ein Vater und ein Vater investiert nicht nur in das eigene Leben sondern in die Generationen nach ihm. Man kann nicht den Vater kennen ohne Hingabe für Generationen zu entwickeln die man nicht sehen wird.
Im Neuen Testament ist mir dieses Prinzip bisher am stärksten im 3.Johannesbrief aufgefallen: Die größte Freude des alten Apostel ist es, zu hören, dass seine Kinder in der Wahrheit leben. An solchen Versen könnte ich wochenlang lagern… Wir sollten lernen weiter zu sehen als auf unser Leben, unsere Bedürfnisse, unsere Erfahrungen usw.
Der zweite Teil reiht sich ein in eine ganze Reihe ähnlicher Sprüche. Der Gerechte bringt den Sünder nicht um sein Vermögen, das tut schon sein eigener Lebensstil. Er wird wieder verlieren, was er schnell zusammengerafft hat und es wird dem zufallen, der sorgsam, bedächtig und nachhaltig zu Werk geht (Sprüche 13,11).

[systematisch durch die Bibel]

28. Dezember 2010 in theologie und gemeinde 1

Nachfolge 8

Anhand der Beispiele aus Lukas 9,57-62 macht Bonhoeffer klar, dass nichts – kein religiöses Gesetz, keine eigene Bedingung und kein Zögern – sich zwischen Jesus und den stellen darf, den er ruft. Der Ruf in die Nachfolge verändert sofort alles.

So schafft der Ruf in die Nachfolge sofort eine neue Situation. In der alten Situation bleiben und nachfolgen schließt sich aus. Das war zunächst ganz sichtbar so. Der Zöllner musste den Zoll, Petrus die Netze verlassen, um hinter Jesus herzugehen. Es hätte ja nach unserem Verständnis auch damals schon durchaus anders sein können. Jesus hätte dem Zöllner eine neue Gotteserkenntnis vermitteln und ihn in seiner alten Situation lassen können. Wäre Jesus nicht der menschgewordene Sohn Gottes gewesen, so wäre das möglich. Weil aber Jesus der Christus ist, darum musste es von vornherein deutlich werden, dass sein Wort nicht eine Lehre, sondern eine Neuschöpfung der Existenz ist. (Seite 50)

Es ist nötig, dem Ruf in die Nachfolge – und damit aus dem Gewohnten heraus – zu folgen um Glauben zu lernen. Man lernt Glauben nicht im Vertrauten. Petrus musste raus aus dem Boot um auf den Wellen zu glauben; gerade Petrus auf dem Wasser begegnet uns wieder und wieder in diesem Kapitel.
Nachfolge ist Tat, kein Bekenntnis. Interessant ist, dass der Apostel Johannes dasselbe über die Wahrheit sagt: „Wenn wir sagen, daß wir Gemeinschaft mit ihm haben, und wandeln in der Finsternis, lügen wir und tun nicht die Wahrheit.” (1.Johannes 1,6 nach der Elberfelder) Wahrheit ist nichts, was man glaubt oder besitzt, nicht einmal etwas, das man sagt. Man tut die Wahrheit – erst im Vollzug wird sie zur Wahrheit. So auch die Nachfolge: Sie ist kein Konzept sondern etwas, das getan werden muss – sie ist Nachfolge erst im Vollzug des göttlichen Rufes.

Damit schafft die Nachfolge bereits im ersten Schritt die Bedingungen die für sie notwendig sind. Man folgt in etwas Fremdes, Neues hinein. Man verlässt einen gewohnten Beruf, ein gewohntes Land, ein gewohntes Leben um im Neuen das neue Leben zu erlernen. Damit ist klar, dass es Jesus nicht um doktrinäre Aussagen ging – er brachte keine Philosophie sondern einen Weg, der gegangen werden muss.
Das findet sich wieder in Bonhoeffers Interpretation der Neuschöpfung. Oft verstehen wir 2.Korinther 5,17 als etwas so sehr innerliches, dass es kaum eine Auswirkung auf unser äußeres Leben hat – unser Geist ist neugeschaffen, aber davon merkt man nicht unbedingt etwas. Für Bonhoeffer ist das zutiefst praktisch. Jesus gestaltet das ganze Leben neu indem er in ein Leben hineinruft, das mit dem alten Leben nichts mehr gemein hat.

Levi am Zoll hätte Jesus wohl haben können als einen Helfer in allerlei Not, aber er hätte ihn nicht erkannt als den einen Herrn, dem er sein ganzes Leben in die Hand legen soll, er hätte nicht glauben gelernt. (Seite 51)

Wie herausfordernd ist diese Sichtweise auch für mich! Wir hätten gerne Jesus als den Helfer in unserem Leben, wollen aber nicht sein Leben leben. Wie viel Unglaube kommt wohl daher, dass wir nicht den ersten Schritt aus dem Boot und in die Nachfolge gehen?

21 Unheil verfolgt die Sünder, die Gerechten aber belohnt das Glück. (Sprüche 13,21 nach der Zürcher)

Normalerweise versuche ich ja, die Sprüche nur mit einer einzigen Übersetzung auszulegen (die per Zufall die Zürcher ist). Diesmal führt die Übersetzung aber zu einem Verständnisproblem. Wenn den Gerechten das Glück belohnt, denkt man im Deutschen automatisch an ein Gutes, das einem Menschen unverdient zufällt. Glück hat man im Lotto oder beim Pokern. Das ist aber nicht, was hinter diesem Spruch steht. Gerechtigkeit führt nicht dazu von Fortuna begünstigt zu werden. Luther übersetzt hier:
Unheil verfolgt die Sünder; aber den Gerechten wird mit Gutem vergolten.

Es geht also darum, dass der Sünder vom Unglück verfolgt ist. Sein Weg führt unabwendbar ins Chaos. So geht es dem Gerechten nicht: Ihm vergilt sein Weg mit Gutem. Es geht ihm wie in Psalm 23,6: „Güte und Gnade werden mir folgen alle meine Tage, und ich werde zurückkehren ins Haus des HERRN mein Leben lang.” (nach der Zürcher)

[systematisch durch die Bibel]

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