IMG_1397Gestern bekam ich ein Foto gemailt. Jemand hatte das Buch – für ihn ungewöhnlich schnell – gelesen und mir ein Bild geschickt. Das Buch schein nicht ganz einfach zu sein. Ein schwieriges Thema, eben.

6. April 2015 in Allgemein 0

Jesus, der Verfolgte

Ostern veröffentlichte “Die Entscheidung” einen Artikel von mir im Internet. Ich war unterwegs als die Bitte um Verlinkung kam und kann erst heute wieder auf meinen Blog zugreifen. Deshalb kommt der Link erst heute. Bitte klicken sie hier.

HS-CoverNach einem sehr intensiven Jahr, das ich mit Recherche zubrachte und in dem ich viele neue Menschen getroffen und Freunde gewonnen habe, ist nun mein Buch “Homosexualität – auf dem Weg in eine neue christliche Ethik?” erschienen. Niemand kann sagen, dass es ein einfaches Thema ist. Ein Blick auf die Menschen und die Bibel zeigt ein Spannungsfeld, das kaum größer sein kann. Dabei fehlt in der Auseinandersetzung aber oft der Blick auf die Homosexuellen, die wirklich versuchen, ihre Orientierung und den Glauben unter einen Hut zu bringen. Dieses Buch wurde für die vielen geschrieben, die irgendwie mit dem Thema zu tun haben und es sich nicht leicht machen, Antworten zu finden. Es ist ein Diskussionsbeitrag und eine Einladung an alle Beteiligten: “Lasst uns wieder reden!”

Vielen Dank an Martin Dreyer für das Vorwort und an Nicholas Koch für das gute Lektorat!

[beim Kultshop bestellen]

Die Verlagsangaben:

Carsten “Storch” Schmelzer: Homosexualität. Auf dem Weg in eine neue christliche Ethik? Brendow Verlag, erschienen 2015. ISBN 978-3-86506-741-8, 337 Seiten, Paperback, 13,5×20,5 cm

“Eine Debatte ist unbedingt nötig!” Carsten „Storch“ Schmelzer widmet sich einem heißen Eisen: Homosexualität. Es gibt nur wenige Themen, die geeignet sind, die Menschen in den Gemeinden – gleich welcher Denomination – so zu spalten wie dieses. Ist es für den einen schlichtweg Sünde, werden in den letzten Jahren wiederholt Stimmen laut, die sich an einer positiven Sicht versuchen, wobei die Auslegung der betreffenden Bibelstellen oft sehr willkürlich erscheint. Storch beleuchtet die Argumente beider Seiten und nähert sich dem Thema ganzheitlich. Hierzu betrachtet er die gängigen Bibelstellen und (Un-)Möglichkeiten der Auslegung, beleuchtet die Situation homosexuell empfi ndender Menschen in unseren Gemeinden und gibt einen Einblick in die gängigen Theorien über Ursachen und Entstehung von Homosexualität. Dabei gibt er keine fertigen Antworten, sondern stellt dem Leser frei, wie er die verschiedenen Sichtweisen bewerten möchte. Statt eine Marschrichtung vorzugeben, lautet sein Appell: „Wir müssen miteinander reden!”

20. Januar 2015 in Gesellschaft 5

Flüchtlinge im KZ?

Bekanntlich will die Stadt Schwerte Asylanten auf einem Gelände der KZ-Außenstelle Buchenwald unterbringen. Die Entscheidung ist für viele ein echter Aufreger und auch ich empfand es als sehr unsensibel, Ausländer in einem KZ unterzubringen.

Aber darum geht es ja gar nicht. Von einem Konzentrationslager spricht niemand. Es handelt sich um Gebäude, die erst nach dem Krieg gebaut wurden und somit in keinem Zusammenhang zum Nationalsozialismus stehen. „Bei den Recherchen, bei denen Luftbilder aus den Jahren 1952/1959 aufgetaucht sind, habe sich herausgestellt, dass die fragliche Baracke nach dem Zweiten Weltkrieg abgerissen worden sein muss. Allein die nahe gelegene Pfadfinderbaracke sei noch original.“ Diese Ergebnisse einer historischen Forschung stellte Schwertes Bürgermeister Böckelühr vor.
Bei den teils sehr hitzigen Reaktionen geht es also eher um Vergangenheitsbewältigung als um die aktuelle Nutzung. Die Frage scheint zu sein, ob man ein „vorbelastetes“ Gelände solcherweise nutzen darf.
An anderen Stellen hat man das längst gemacht, denn ganz Deutschland hat dieselbe Vergangenheit und dennoch nutzt man Straßen, Rathäuser, Flugplätze und Autobahnen noch immer. Warum dann gerade hier nicht?
In der Geschichte nutzte man die Infrastruktur eines besiegten Feindes anders. Man statuierte ein Exempel, indem man sie entweihte oder umweihte. Das Matthäusevangelium spricht von einem „Gräuel der Entweihung“, der an heiliger Stätte stehen wird (Matthäus 24,15). Damit bezieht es sich auf eine Prophetie aus dem prophetischen Buch Daniel. „Dort [umschreibt] dieser Ausdruck den von den Syrern auf dem Brandopferaltar im Tempel aufgerichteten Zeusaltar.“1
Salopp gesagt hat man die Gebäude also einfach umgenutzt; aus einem Tempel JHWHs wurde ein Zeustempel. Warum kann dann nicht auch ein KZ-Gelände zu einem Ort der Menschlichkeit umgeweiht werden? Es ist ein schöner Gedanke, dass an einem Ort der Naziverbrechen heute Araber und Schwarze leben. Hitler dreht sich im Grabe um.
Überhaupt gehen nicht nur die Neonazis und Rechten falsch mit der Vergangenheit um. Ihre ewig-gestrige Gesinnung zeigt sich in Glorifizierung des Dritten Reiches. Aber es ist ähnlich, wenn die Dämonisierung des Dritten Reiches so sehr zum Kult wird, dass man ihrer mehr gedenkt als heutigen Opfern. Unmenschlichkeit ist kein Problem, das seit 1945 gelöst wäre. Wir würden mehr gegen den Geist des Dritten Reiches unternehmen, wenn wir der heutigen Opfer mehr gedächten. Da gibt es viele, man muss nur an Boko Haram denken und die Dörfer, die sie vernichten. Oder an die Opfer des Krieges zwischen Israel und den Palästinensern.
Es dient auch unserer Vergangenheitsbewältigung, wenn wir ehemalige KZ-Flächen sinnvoll nutzen indem wir Flüchtlingen mit Liebe und Respekt behandeln. Wie schrecklich wäre es, Asylanten abzuweisen weil wir keine “historisch belasteten Flächen” nutzen wollen.


1) Luz, Ulrich (2002): Das Evangelium nach Matthäus. Matthäus 26-28. Düsseldorf, Zürich: Benziger (EKK – Evangelisch-Katholischer Kommentar zum Neuen Testament, Bd. 1, Teilbd. 4). Seite 425.

7. Januar 2015 in philosophie usw. 4

Charlie Hebdo

Fast hätte ich nach dem schrecklichen Anschlag in Paris mein Profilbild auch in je suis Charlie geändert, aber ich habe es gelassen. Um mich gegen den IS und mit den verfolgten Christen zu solidarisieren hatte ich auch ein arabisches N als Profilbild, aber ich bin weder Satiriker noch Comiczeichner. Deshalb habe ich alles beim Alten gelassen. Dennoch hat mich das Attentat aufgewühlt und schockiert. Was fällt diesen Leuten ein, Menschen zu töten, weil sie Satire betreiben?! Mein aufrichtiges Beileid und Gottes Segen an alle Leidtragenden dieses Wahnsinns!

Aber mehr noch als die schreckliche Tatsache an sich frage ich mich, was man nun tun sollte. Außer beten kommen mir zwei Dinge in den Sinn.

1) Wir dürfen den Dialog nicht aufhören. Solche Katastrophen sind Wasser auf den Mühlen von Antimuslimen, Rechten, Angstzerfressenen und anderen Kräften, die unsere Gesellschaft spalten. Davon sollten wir kein Teil sein. Jesu Wort “selig sind die Frieden stiften”, hat niemals mehr Bedeutung, als in kriegerischen Zeiten. Wir sollten weiterhin auf MitbüergerInnen anderer Nationen und Religionen zugehen, denn das Wort hat eine Verheißung: “denn sie werden Gottes Kinder heißen” (Matthäus . Gerade in Zeiten wir diesen sollten wir als Kinder Gottes bekannt sein.

2) Wir dürfen aber auch das Recht auf freie Meinungsäußerung nicht aufgeben. Satire hat in einer aufgeklärten Gesellschaft einen Platz, sie leistet einen Beitrag zur Demokratie. Wir müssen uns daran erinnern, dass die Meinungsfreiheit ein kostbares Gut ist, das in Europa teuer bezahlt wurde. Kant, Fichte, Voltaire… die Liste derer, die für unsere Rechte gekämpft haben, ließe sich endlos weiterführen. An solchen Tagen kommt mir ein Liedtext von New Model Army in den den Sinn:

“No rights were ever given to us by the grace of God
No rights were ever given by some United Nations clause
No rights were ever given by some nice guy at the top
Our rights they were bought by all the blood
And all the tears of all our
Grandmothers, grandfathers before.”

27. Oktober 2014 in vermischtes 6

Alles nu(h)r Satire

Ich muss gestehen, dass ich Dieter Nuhr nicht kenne. Eigentlich trifft das auf jeden Kabarettisten zu, denn das Genre liegt mir nicht besonders. Aber nun habe ich natürlich seine Islamkritik gesehen und möchte gern einmal einen Vergleich ziehen.

Ich bin Christ. Keiner von denen, die nur Weihnachten einen Gottesdienst besuchen, sondern einer von denen, die an Weihnachten einen Gottesdienst veranstalten. Als Christ verstehe ich, dass es einen nerven kann, wenn andere das in den Schmutz ziehen, was man glaubt. Es gäbe so vieles, was mich vermutlich an Nuhrs Programm nerven würde. Ich rolle jedes Mal die Augen, wenn ich in den zweifelhaften Genuss der Jesus-Comedy bei 1live komme. So ein Scheiß! Aber warum sollte ich sie deshalb verklagen? Ich lebe in Deutschland und kann meine Meinung frei äußern. Also: „1live Comedy ist ganz bitter. Humor ganz unten. Unterirdisches Niveau, schlecht gemacht. Pfui. Aber, liebes 1live, ihr habt jedes Recht, schlechte Comedy zu machen.“

Wie Voltaire versichere ich euch: „Ich bin nicht Eurer Meinung, aber ich werde darum kämpfen, dass Ihr Euch ausdrücken könnt.“

Genauso verstehe ich, dass es nervt, wenn man sich immer wieder erklären muss. Wenn Muslime sagen, dass Nuhr den wahren Islam nicht kennt, mag das sein. Aber geht es mir denn anders? Wie oft habe ich mich für Kreuzzüge erklären müssen, für Judenverfolgungen, die Hetze gegen Homosexuelle, die Enteignung der Donatisten, die Inquisition. Alles ist lange her, oft Jahrhunderte. Mit meinem Glauben hat es nichts, aber auch gar nichts zu tun. Trotzdem ist es in den Köpfen der Leute fest verankert. Man muss eben Überzeugungsarbeit leisten, wenn man eine Botschaft hat.
Als Jesus Freaks schrieben wir früher, dass wir erlebt haben, dass trotz all dieser schrecklichen Dinge an der Sache mit Jesus etwas Fantastisches dran ist. Also lasse ich es mir nicht verdrießen, es wieder und wieder zu erklären. Im Gegenteil, jeder, dessen Religion zu Gewalt geführt hat, muss sich von dieser distanzieren – auch wir Christen. Wie viel mehr trifft das dann auf diejenigen zu, deren Religion aktuell für Gräueltaten herhält?
Hätte ich jeden Komiker verklagt, der die Kirche beleidigt oder meinen Glauben verspottet, hätte ich keine Zeit mehr zum Beten gehabt! Aber ich habe es nicht. Satire hat in unserer Gesellschaft nämlich eine wichtige Funktion: Sie sagt auf lustige, beißende, spöttische Weise, was sich sonst niemand traut. Und davon profitieren wir alle, auch wenn wir uns manchmal nicht nur Lachtränen aus den Augen wischen müssen.

Wow, ich bin beeindruckt. Jesus ist toll!

http://sidroth.org/articles/bill-johnson-shares-most-amazing-miracle-he-has-ever-seen?src=fb_771johnson_special1a

ndk2014Am 25.10.2014 ist es wieder so weit: Die 10. Vaillant Nacht der Kultur und Kirchen findet statt.

Diesmal veranstalten wir kein Konzert, sondern sind mit mehreren Segnungsgottesdiensten am Start.
Kommt vorbei. Das ganze Programm findet ihr hier. Das schreibt der Veranstalter:

“Was 2005 ganz klein und bescheiden begann, hat sich längst einen festen Platz im Veranstaltungskalender unserer Stadt erobert. 83 Einzelveranstaltungen in allen Teilen Remscheids können in diesem Jahr besucht werden. Viele davon beschäftigen sich direkt oder indirekt mit dem Thema „Toleranz“. Kultur ohne Toleranz – das geht nicht! Sie benötigen einander, ja, sie fördern sich gegenseitig. Auch deshalb ist in einer Stadt, in der über 120 Nationen friedlich zusammen leben, die „Vaillant – Nacht der Kultur und Kirchen“ eine wichtige Veranstaltung.”

WWN3

Gestern kamen die Belegexemplare des dritten Teils der Weihnachtswundernacht an. Vielen Dank, Brendow, ich habe mich sehr gefreut. Dieses Mal ist eine Spukgeschichte von mir dabei. Ein Genre, das in christlichen Weihnachtsbüchern noch sehr unterrepräsentiert ist. Allen, die es lesen, wünsche ich viel Spaß!

Thomas Klappstein (Hrsg.): Weihnachtswundernacht Band 3. 24 Erzählungen für die schönste Zeit des Jahres. Brendow Verlag. Gebunden, 13,5 x 20,5 cm, 160 Seiten, ISBN 978-3-86506-670-1

24 lustige, nachdenkliche und spannende Geschichten laden dazu ein, die Vorweihnachtszeit mit ihrem Charme und ihren Verheißungen zu erleben. Bestens geeignet, um bei einer Tasse Tee und Kerzenschein zu entschleunigen und sich auf das Wunder der Weihnachtszeit zu besinnen.

10. Oktober 2014 in bücher und literatur 0

Oh Tannenbaum

O_TannenbaumAuf der Frankfurter Buchmesse habe ich mich gestern sehr gefreut zu sehen, dass der St.Benno-Verlag eine Weihnachtsgeschichte von mir veröffentlicht hat. Die Geschichte ist bereits einmal in einer anderen Sammlung erschienen. Vielen Dank, St. Benno, ich freue mich darüber und wünsche viel Erfolg mit diesDer gelungenen Sammlung zum Thema Weihnachtsbaum.

Das schreibt der Verlag: “Wenn sich die Familie zur Weihnachtszeit um den Christbaum versammelt, sind Spannung, viel Freude, aber auch kleine Pannen vorprogrammiert. Wie Großeltern, Tanten und Onkel harmonieren, was passiert, wenn der Braten verkohlt oder ein Geschenk jemanden auf dem falschen Fuß erwischt: Es gibt viele heitere Begebenheiten, die hier unnachahmlich und herzerfrischend erzählt sind. Im besten Fall versammelt sich die ganze Familie zur heiteren Lektüre.”

 

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