Viele haben mich gefragt, was mit Storch passiert ist und woran er gestorben ist. Mir ist bewusst, dass er durch seine Arbeit einem großen Personenkreis bekannt geworden ist. Viele haben für ihn gebetet, als er krank war. Und viele haben Anteil genommen, nachdem er gestorben ist.

Ich werde versuchen, die Ereignisse für Euch zusammenzufassen. Bitte geht damit taktvoll und diskret um, auch wenn dieser Text im Internet erscheint. Storch hat mit seinem Dienst zwangsläufig in der Öffentlichkeit gestanden. Aber eigentlich war er ein sehr bescheidener, demütiger Mensch, der am liebsten mit Jesus und mir alleine war.

Ihr habt einen Freund verloren, einen wichtigen geistlichen Lehrer und Ratgeber, ein Vorbild im Glauben. Ich habe meinen Ehemann verloren. Meinen besten Freund, meine bessere Hälfte, meine Zukunft und meine Berufung. Bitte denkt daran und achtet unsere Privatsphäre.

Ende Mai 2015 stellte der Hausarzt fest, dass Storch unter gefährlich hohem Blutdruck litt. Er sollte sich dringend schonen, der Blutdruck sollte überwacht und mit Medikamenten eingestellt werden.

Am Sonntag, den 07.06.2015 fand ich Storch in seinem Arbeitszimmer. Er war zusammengebrochen. Ich rief sofort den Notarzt. Im Krankenhaus stellte sich heraus, dass Storch eine Gehirnblutung erlitten hatte. Man versetzte ihn ins künstliche Koma und verlegte ihn in eine Klinik mit einer neurochirurgischen Intensivstation.

Am nächsten Tag erhielten wir die Diagnose, dass die Gehirnblutung an einer sehr empfindlichen Stelle lag. Dort verliefen unter Anderem die Leitungen für Atmung, Bewegung der Extremitäten und Verdauung. Die Blutung war nicht operabel. Man musste also abwarten, wie sich Storchs Zustand entwickelt.

Die Prognosen der Ärzte waren sehr schlecht. Wenn er es überleben würde, würde er wahrscheinlich ein schwerer Pflegefall sein.

Ich hatte bereits am Sonntag im Krankenhaus unsere Freunde benachrichtigt. Immer mehr Menschen schalteten sich in eine Gebetskette für Storch ein. Mein Mann und ich hatten früher darüber gesprochen, was wir in so einem Fall tun würden. Ich wusste, das ist genau das, was Storch von mir erwartet.

Und diese Gebetskette hat bis zu seinem Tod stabil gehalten. Am Ende waren es hunderte Beter auf der ganzen Welt. Wir haben jeden Tag Gottes Wunder gesehen. Während Storch noch im Koma lag, konnte man schon kleine Reaktionen auf Berührungen feststellen. Nach vier Tagen wurde das künstliche Koma aufgelöst. Die Reaktionen und Bewegungen nahmen zu. Stundenweise konnte er alleine atmen. Der Blutdruck ließ sich gut einstellen. Die Blut im Gehirn wurde nach und nach vom Körper abgebaut. Nach 17 Tagen stellten die Ärzte beim CT fest, dass die Blutung fast vollständig abgebaut war. Normalerweise dauert das Monate. Neurologische Untersuchungen brachten winzige, aber gute Ergebnisse. Die Verdauung funktionierte nach einiger Zeit auch wieder. Storch fing an, sich bewusst zu bewegen und die Augen zu öffnen. Er erkannte mich und reagierte auf mich. Die Ergebnisse der neurologischen Untersuchungen wurden besser. Selbst die skeptischen Ärzte sagten mir, ich sollte nie die Hoffnung aufgeben, und wir müssten Geduld haben.

Nach 18 Tagen wurde Storch in eine Rehaklinik verlegt, in der er lernen sollte, wieder selbständig zu atmen. (Er atmete bis dahin über einen Luftröhrenschnitt mit Unterstützung des Beatmungsgerätes.) Man sagte uns dort, dass dieser Prozess nicht ungefährlich ist und dass es Komplikationen geben kann. Die ersten 24 Stunden lief alles noch sehr gut, aber dann trat eine Krise ein. Schließlich erlitt Storch am Abend des 26.06.2015 einen Riss in der Lunge, der so schlimm war, dass das Herz dadurch stillstand. Trotz intensiver Bemühungen der Ärzte gelang es nicht, ihn wieder zu beleben.

Mein Mann Storch ist jetzt seit 4 Wochen tot, und ich kann es immer noch nicht begreifen. In meine Seele hängt ein riesengroßes Fragezeichen. Mir war die ganze Zeit bewusst, dass er sehr schwer krank ist und dass nach medizinischen Gesichtspunkten eine vollständige Heilung unwahrscheinlich ist. Aber Storch und ich haben einen großen Teil unseres Lebens investiert, damit Menschen Heilung von Gott bekommen können. Wir haben viele Wunder gesehen. Und während Storchs Zeit im Krankenhaus haben wir auch mehrere Wunder erlebt. Es gab Fortschritte und Besserungen, die von den Ärzten bestätigt wurden und über die sie selbst erstaunt waren. Wir haben so viele sehr konkrete Verheißungen, geistliche Bilder und Eindrücke bekommen, die auf eine vollständige Heilung in diesem Leben hinwiesen. Einige davon waren auch schon eingetreten. Was ist damit passiert? Haben wir uns das alles nur eingebildet? Hat Gott sich den Sieg rauben lassen? Haben wir etwas falsch gemacht?

Ich bin überzeugt davon, dass wir alles getan haben, was wir konnten! Es ist Jesu Auftrag an seine Jünger, für Kranke zu beten, damit Gottes Kraft sie heilt. Wir haben alle unsere Liebe und unseren Glauben eingesetzt.

Gottes Reden in dieser Zeit war eindeutig und glaubwürdig. Er will ja, dass wir ihn hören und verstehen. Es ist nicht seine Art, in schwer verständlichen Rätseln zu sprechen. Und es ist nicht sein Wille, dass Menschen durch schlimme Krankheiten, Mord, Hungersnöte und Unfälle vor ihrer Zeit sterben.

Aber wie Storch selbst immer gesagt hat: Das hier ist noch nicht der Himmel. Auch wenn Gott uns so viel Vollmacht, Gaben und Erkenntnis geschenkt hat, können wir in dieser Welt Krankheit und Tod nicht ganz abwenden. Und deshalb müssen wir uns in diesem Leben für Jesus entscheiden. Das ist wichtiger als alles andere und sollte nicht warten.

Ich möchte Euch von ganzem Herzen danken, auch in Storchs Namen. Ich weiß nicht, ob und was er von uns hier auf der Erde noch mitbekommt. Aber wenn er sehen kann, wie Ihr für ihn gekämpft habt und wie Ihr mich und unsere Familien jetzt unterstützt, dann ist er dankbar und stolz. Ich bete, dass Gott Euch dafür belohnt!

In Jesus verbunden,

Alexandra Schmelzer

Diese Rezi ist gerade bei Amazon erschienen. Es ist durchaus nachvollziehbar, dass ihr Verfasser, S.Janoschke, auch auf langatmige Passagen hinweist. Die gibt es und ich hoffe, dass sie der Komplexität des Themas, und nicht einer generellen Stilschwäche des Autors, geschuldet sind. Danke für die Rezi!

Im Moment ist Homosexualität wieder sehr in die Öffentlichkeit gerückt, weil Irland abgestimmt hat, dass es homosexuelle Paare offiziell heiraten dürfen. Unter Christen allerdings ist das Thema ein heißes Eisen. Carsten „Storch“ Schmelzer versucht mit diesem Buch eine Annäherung und Aufklärung mit Sicht auf die Bibel. Dabei versucht er nicht, sich auf eine Seite zu stellen, sondern so neutral wie möglich heranzugehen, was ihm auch wirklich gut gelingt.

Die erste Hälfte befasst sich mit allen Bibelstellen, die Homosexualität in irgendeiner Weise erwähnen und versucht die Bibelstelle auch im historischen Kontext zu sehen. Leider driftet der Autor hier immer mal etwas zu sehr in die Geschichte ab schreibt sehr weitschweifig über verschiedene Persönlichkeiten , die ebenfalls homosexuell waren und kommt auf andere verwandte Themen wie, die mit dem Text zu tun haben. Das fand ich etwas langatmig. Anderes bekommt plötzlich einen Zusammenhang, was mir bisher unklar war.Ich war erstaunt, was alles in biblische Texte hineininterpretiert wurde um Homosexualität in der Bibel zu beweisen. So sollen David und Jonathan eine Beziehung miteinander gehabt haben. Die weiteren Kapitel befassen sich mit der Ursache und einer eventuellen Umkehrbarkeit der Homosexualität. Auch hier gibt es einige Längen, so wird Freud sehr viel Raum gegeben, seine Theorien darzulegen. Das hat mir weniger gut gefallen. Dennoch war es interessant, was in der Geschichte alles getan wurde um Homosexualität zu „heilen“ und dass vor allem die Männer beroffen waren und weibliche Homosexualität eher weniger ernst genommen wurde. Der letzte Teil war für mich am spannendsten, denn jetzt wird es praktisch. Erst geht es viele persönliche Geschichten, die sehr anrühren. Wenn man erstmal versteht, welchen Leidensweg viele Betroffene gegangen sind bis sie ihr Coming Out hatten, da kann man nur seinen Hut ziehen. Im letzten Teil geht es um den Umgang der Gemeinde mit Homosexualität. Sehr traurig wie Gemeinden mit diesen Menschen umgehen, die es sowieso schon schwer haben und sich Annahme erhoffen. Auch geht Schmelzer hier auf die Frage ein ob es eine homosexuelle Ehe geben sollte. Sehr gut fand ich, dass er keine Lösung vorgibt, sondern den Leser auffordert, sich selbst eine Meinung zu bilden. Leider ist es oft so, dass Christen Homosexualität mit der Begründung ablehnen, dass es so in der Bibel steht, aber weiter darüber nicht nachgedacht haben. Dem will dieses Buch abhelfen, sich damit zu beschäftigen und sich erst dann seine Meinung zu bilden.

Carsten Schmelzer will durch sein Buch sicher nicht erreichen, dass nun alle Homosexualität befürworten. Aber vor allem wir Christen sollten darüber nachdenken, wie wir mit den homosexuellen Menschen umgehen und ihnen nicht einfach den Stempel „Sünder“ aufdrücken. Es hat mir sehr gut gefallen, dass der Autor versucht, das Thema von allen Seiten zu beleuchten.

Ein wichtiges Buch, was jeder Christ lesen sollte um sich genauer mit dem Thema zu beschäftigen. Vor allem für Pastoren und Leiter finde ich es gut geeignet um mit anderen darüber ins Gespräch zu kommen.

Der Ursprung aller Dilemmata

In einem Radiofeature über die Unbefleckte Empfängnis Marias versucht sich der Theologe Matthias Remini an einer Definition der Erbsünde, die heute noch Sinn ergibt. „Das bedeutet, dass wir hineingestellt werden in Unheilszusammenhänge. Nehmen sie jetzt, also wir sprechen in einer Situation, wo die Welt debattiert, ob sie in Syrien eingreifen soll oder nicht. Sollen Bodentruppen geschickt werden oder nicht? Wenn sie sie nicht schicken, dann werden Zehntausende von Kurden sterben. Schicken sie sie, dann müssen sie sie ohne ein UNO-Mandat schicken. Also, was sie tut, es wird ein Fehler sein. […] Und genau das meint der Begriff der Erbsünde: Wie ich auch handle, ich komme nicht umhin, durch mein Handeln Folgen zu zeitigen, die Unheil mit sich bringen und ich selber bin in meiner Handlung und in meinem Dasein in Strukturen hineingestellt, die eben auch Unheil sind.“ (Finck 2014).

Erbsünde ist also das fundamentale und existenzielle Unvermögen des Menschen sich richtig zu verhalten. Mit dem klassischen Ansatz Augustins, dem zufolge die Sünde durch Geschlechtsverkehr, wie ein Virus, weitergegeben wird, bin ich an dieser Stelle nie ganz grün geworden, aber mit dieser modernen Erklärung kann ich sehr gut leben. Sie ist eine gute Umschreibung für einen Teil dessen, was Sünde für den Menschen bedeutet, nämlich das Unvermögen Gottes Maßstäbe zu erfüllen, gut zu sein oder sich auf eine Weise ethisch korrekt zu verhalten, die allen Seiten und Ansprüchen gerecht wird.

Dieses Unvermögen zur konsequenten Ethik hat Dietrich Bonhoeffer stark beschäftigt. Es ist greifbar in der Frage der Rechtfertigung des Tyrannenmordes. „Kirche muss in manchen Fällen auch bereit sein, Schuld auf sich zu nehmen, um schlimmere Schuld zu vermeiden […]. Bonhoeffer hat zwar sein Mitwissen, seine Teilnahme an der Planung des Tyrannenmordes nie gerechtfertigt. Auch der Tyrannenmord bleibt ein Mord und damit Schuld vor Gott. Aber auch der macht sich schuldig, der dem Treiben des Tyrannen nichts entgegensetzt und der sich nicht für das Leben der Opfer einsetzt. Es gibt also Situationen, in denen wir nur zwischen Schuld und Schuld wählen und auf einen gnädigen Gott hoffen können.“ (Krähenbühl 2012).

Wie ernst Bonhoeffer dieses Dilemma nahm, zeigt eine Unterhaltung mit seinem Schwager Hans von Dohnanyi „Jesu Wort ‚Wer das Schwert nimmt, soll durch das Schwert umkommen‘, gilt das auch für uns?“ Bonhoeffer antwortete; „Ja, das gilt auch für uns. Wir müssen akzeptieren, dass wir diesem Gericht verfallen. Aber solcher Menschen bedarf es nun.“[1]

Auch wenn es heute um viel weniger geht, ist unser Dilemma durchaus vergleichbar – der Umgang der Kirche mit Homosexuellen, speziell mit homosexuellen Christen scheint keine Option zu lassen, in der wir uns nicht schuldig machen. Entscheidet man sich für eine biblizistische Herangehensweise und setzt darauf, homosexuelle Menschen und Glaubensgeschwister konsequent auszugrenzen, führt man damit einen jahrhundertealten Trend fort, durch den schreckliches Leid verübt wurde.

Nachdem das Christentum Staatsreligion wurde, wurden schnell Gesetze erlassen, die Homosexualität verboten. Wer dennoch bei „widernatürlichem Beischlaf“ erwischt wurde, endete nicht selten auf dem Scheiterhaufen. Diese Praxis brutaler Verfolgung fand im Dritten Reich nur ihren Höhepunkt, stand dort aber keinesfalls in Widerspruch zu dem, was immer schon Praxis war.

Man kann nicht auf die Geschichte zurückblicken, ohne zu spüren, dass wir uns schuldig gemacht haben. Wer heute weiterhin eine Politik der radikalen Abgrenzung verfolgt, die Homosexuellen den Zugang zur Gemeinde oder bestimmten Ämtern verwehrt, macht im alten Geist weiter. Hier hilft es nicht zu behaupten, dass wir die Sünde hassen, aber die Sünder lieben. Das, so habe ich oft von Betroffen gehört, wird als größte Lieblosigkeit empfunden.

Auf der anderen Seite steht die Bibel mit ihrer einhellig negativen Haltung gegenüber Homosexualität. Es gibt viele Versuche, diese Haltung zu relativieren oder ganz fortzudiskutieren. Allerdings konnte mich bislang kein Versuch wirklich überzeugen.

Den Prüfstein bildet ein einfaches Gedankenexperiment: Wäre es zurzeit König Davids möglich gewesen, dass sie zwei männliche Soldaten zusammen sind? Oder in der Gemeinde in Rom, als Paulus sie besuchen wollte? Wohl kaum. Das Argument dreht sich meist um eine Spielart der Ansicht, dass die Bibel sich nur gegen sexuelle Praktiken wendet, die auch Homosexuelle verabscheuen: Tempelprostitution, Pädophilie und erzwungener Sex. Obwohl die Bibel selbstverständlich gegen solche Praktiken ist, wäre es historisch naiv anzunehmen, dass Paulus nicht auch einvernehmlichen gleichgeschlechtlichen Sex kannte. In der Antike waren die griechischen und römischen Diskussionen zum Thema ähnlich komplex wie heute. Es gab weitgehend dieselben Ansichten zum Ursprung und dieselben Wertungen wie auch in unserer Gesellschaft.

Wenn man die Bibel ernst nimmt, muss man zugeben, dass sie Homosexualität als Sünde wertet.

Damit stehen wir in einem klassischen Dilemma. Entweder, wir machen weiter wie bisher – und versündigen uns wie gewohnt an Schwulen und Lesben – oder wir beschreiten neue Wege, auf denen wir uns an der traditionellen Interpretation der Bibel versündigen.

Hier zeigt sich das Problem der gefallenen Schöpfung und es ist schwer, einen Kompromiss vorzuschlagen. Die Lösung kann nicht darin bestehen biblische Aussagen anachronistisch umzuwerten, sondern unsere Haltung gegenüber dieser einen Sünde ebenso zu überdenken wie wir das auch bei zahllosen anderen getan haben, die ebenso in der Bibel stehen. So würde niemand mehr auf die Idee kommen eine Frau zu steinigen, die sich in der Hochzeitsnacht nicht mehr als Jungfrau erweist (5. Mose 22,13-21).

Ein erster Gedanke geht in Richtung Gewissensfreiheit. Jeder Mensch, egal welcher Orientierung muss sich selbst dafür entscheiden, wie er seine Sexualität auslebt. Es steht niemandem zu, für einen anderen zu entscheiden. Ebenso muss aber auch jeder Gemeinde das Recht zugebilligt werden, ihre eigenen Maßstäbe aufgrund ihrer biblischen Erkenntnis festzulegen.

Ein Konfliktgrund liegt darin, dass man heute auf beiden Seiten diese Eigenverantwortlichkeit nicht mehr zubilligen will. Die Homosexuellen versuchen zur Not mit rechtlichen Mitteln eine Freiheit zu erzwingen, die man ihnen nur freiwillig geben kann. Auf der anderen Seite sehen Christen es als ein Zeichen der Endzeit an, wenn sie diese Freiheit bekämen. Hier gibt es auf beiden Seiten Entspannungspotential.

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[1] http://cms.bistum-trier.de/bistum-trier/Integrale?MODULE=Frontend&ACTION=ViewPageView&Filter.EvaluationMode=standard&PageView.PK=31&Document.PK=86847. Zuletzt geprüft am 25.04.2015.

Quellen

Finck, Almut (2014): 1854 – Unbefleckte Empfängnis als Dogma. WDR 3 ZeitZeichen vom 08.12.2014.

Krähenbühl (2012): „Dein Reich komme … auch zu meinem Feind?“, wort+wärch 2012 – 02, Seite 8.

Zeitzeichen. Köln: WDR 3. Online verfügbar unter http://www.wdr3.de/programm/sendungen/wdr3zeitzeichen/pius100.html, zuletzt geprüft am 11.04.2015.

Bei Amazon.de unter dem Pseudonym Vogelbeobachter erschienen:

 

Der Remscheider Pastor, Prediger, Autor und Musiker Carsten Schmelzer, in der „Jesus-Freak-Bewegung“ bekannt unter dem Namen „Storch“ hat hier ein schon rein äußerlich eindrucksvolles Buch vorgelegt, denn er widmet dem Thema rund 330 Seiten zuzüglich Anhang. Allein die aufgeführte Literaturliste hat einen Umfang von 27 Seiten. Und die aufgeführte Literatur hat er reichlich ausgeschöpft, was Zitate im Text und zusätzliche Fußnoten belegen.

Die ersten drei Kapitel befassen sich mit den alt- und neutestamentlichen Bibelstellen, in denen Homosexualität erwähnt wird und den theologischen Folgerungen des Autors. Dann folgt ein weiteres theologisches Kapitel über „Jesus und das virulente Evangelium“, ehe der Autor die Ursachen und die Frage der Veränderbarkeit von Homosexualität erörtert und zum Schluss auf das Thema „Homosexualität und (christliche) Gemeinde“ eingeht.

Zielgruppe des Buches sind hauptsächlich Gläubige in evangelikal geprägten Freikirchen, neben konservativen Gruppen in evangelischen Landeskirchen und der offiziellen Lehre der katholischen Kirche hierzulande die letzten „Bastionen“, in denen es noch notwendig erscheint, sich über eine neue Ethik gegenüber Homosexuellen Gedanken zu machen. Carsten Schmelzer weist darauf hin, dass es auch innerhalb dieser Lager Christen mit homosexueller Orientierung gibt, denen bis heute Ausgrenzung droht, wenn sie sich „outen“.

Die fehlende Akzeptanz Homosexueller in evangelikalen Kreisen wird in der Regel damit begründet, dass die Bibel Homosexualität klar ablehnt. Folgerichtig geht Schmelzer deshalb ausführlich auf die relativ wenigen Bibelstellen ein, in denen Homosexualität explizit erwähnt wird oder die, wie die Schöpfungsgeschichte, für die Beurteilung herangezogen werden. Der Autor bemüht sich hier um eine objektive Darstellung des geschichtlichen Hintergrunds dieser Texte und der Einordnung in den biblischen Zusammenhang.

Obwohl er zum Schluss kommt, dass die Bibel sich gegen Homosexualität ausspricht, sieht er im Reden und Handeln von Jesus Christus eindeutige Signale gegen eine Ausgrenzung homosexueller Christen aus den Gemeinden. Aus den zusammengetragenen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen über Homosexualität zieht Schmelzer zugleich den Schluss, dass Homosexualität auch nicht einfach „veränderbar“ ist. Gerade die Frage, ob Homosexualität „therapierbar“ ist bzw. ob sie überhaupt therapiert werden soll oder darf, ist ein Konfrontationsfeld zwischen Homosexuellen-Lobby und konservativen christlichen Bewegungen. Hier bemüht sich Schmelzer durch das Zusammentragen von Fakten um eine Versachlichung.

Mit dem Fazit aus seiner intensiven Beschäftigung mit dem Thema Homosexualität setzt sich der Autor vermutlich zwischen alle Stühle. Wer sich Bestätigung erhofft für ein liberales Bibelverständnis, könnte enttäuscht sein. Wer allerdings meint, durch die Kenntnis einzelner Bibelstellen sagen zu können „wie Gott über Homosexualität denkt“, wird sich ebenfalls deutlich ausgebremst fühlen. Eine Stärke des Buchs ist, dass es zum gründlichen Lesen und Nachdenken über die Bibel anregt und damit aufzeigt, wie man Texte aus einer anderen Zeit für das Leben in der Gegenwart fruchtbar macht.

Das Buch ist in einer Zeit, in der Diskussionen gerne über soziale Netzwerke und Internetforen geführt und zu einem unversöhnlichen Schlagabtausch mit immer gleichen Argumenten werden, ein wohltuendes Signal, dass auch über religiös motivierte Kontroversen eine sachliche und faire Auseinandersetzung möglich sein könnte.

Seit Jahrzehnten ist das Thema Homosexualität unter Christen ein äußerst umstrittenes Thema. Stets scheiden sich an dieser Stelle die Geister und stehen sich nach wie vor unversöhnlich gegenüber.

Das soeben erschienene Buch von Carsten “Storch” Schmelzer betrachtet eingehend das Alte und Neue Testament, die sich unversöhnlich gegenüber stehenden Gruppen von Christen heute, aber auch die sich in der Gegenwart entwickelnde christliche Ethik zu diesem Thema.

Was dabei heraus kommt ist eine solide Arbeit, in der alle beteiligten Seiten zu Wort kommen. Selbst Betroffene werden gehört, all zu oft wird ja noch immer nicht mit sondern über Homosexuelle geredet. Dieses Buch ist weit weg von der oberflächlichen Frage von Akzeptanz und Verurteilung Schwuler und Lesben. Es nimmt Christen in die Verantwortung und erkennt an, dass mit der Geburt Christi die Welt verändert ist.

Der Pastor mit dem seltsamen Spitznamen scheint keine Angst vor heißen Eisen zu haben!

Brendow, ISBN 978-3- 86506-741-8, Preis 14,95 Euro

Storch hat Bücherändernleben nun folgende Fragen beantwortet:

Hallo Storch, Du lässt wohl kein heißes Eisen liegen? Schon bei Deinem Heilungsbuch wurde munter und auch kritisch debattiert. Jetzt greifst Du das Thema „Homosexualität“ auf. Bist Du lebensmüde, oder warum ist das Thema gerade jetzt wichtig?

Hallo Christian, nein, lebensmüde bin ich sicher nicht, nicht mal ein Konfliktesucher. Ich bin nur davon überzeugt, dass mich als Teil der Gesellschaft dieselben Themen interessieren wie die meisten anderen. Wir leben im größten Umbruch der Geschichte. Wahrheiten, die unsere Eltern noch geglaubt haben, werden heute in Zweifel gezogen. Das heißt, dass jedes Thema neu diskutiert werden muss, und dieser Trend geht ja nicht an den Christen vorbei. Wir reden aber generell zu wenig. Deshalb muss jemand die Themen aufgreifen, die uns im Grunde alle beschäftigen.

Was glaubst Du, warum stehen sich gerade beim Thema Homosexualität Christen verschiedener Gruppen so unversöhnbar gegenüber?

Weil das Thema viel tiefer geht, als es aussieht. Es ist oft ein Stellvertreterkonflikt, in Wirklichkeit geht es um hermeneutische Fragen, Ethik und ähnliche Themen, die uns zu Recht beschäftigen. Im Chemieunterricht an der Schule habe ich gelernt, was ein Lackmustest ist. Bei meinen Recherchen kam das Wort dauernd. Wie man sich zur Homosexualität verhält, soll der Lackmustest des Glaubens sein, der zeigt, ob jemand Gott treu ist oder sich vom Zeitgeist korrumpieren lässt. Dabei stimmt das gar nicht. Sexuelle Orientierung hat nichts mit Glauben zu tun. Wir sollten achtgeben, dass wir nicht Äpfel und Birnen verwechseln.

Du hast Dich ausführlich mit der Homosexualität im Alten und Neuen Testament beschäftigt. Was ist für Dich das Ergebnis Deiner Studien und was für eine Bedeutung haben sie für die Gegenwart?

Zunächst einmal habe ich viele unterschiedliche Sichtweisen kennengelernt, die in ihrer ganzen Vielfalt von ernsthaften Christen vertreten werden. Die Stellen sind also nicht so leicht zu verstehen, wie oft behauptet wird.
Dann ist es, wie bei allen Themen, nicht so, dass die Bibel pauschal etwas zu sagen hat. In einer säkularen Welt hat die Bibel nur den Gläubigen etwas zu sagen, ihre ganze Bedeutung entfaltet sie durch die Beziehung zu Jesus. Er ist das Zentrum, nicht die Bibel. Deshalb halte ich es für entscheidend, dass jeder Mensch die Gewissensfreiheit hat, aus seiner eigenen Beziehung zu Jesus Christus diesen aus seinem Wort sprechen zu hören. Die Behauptung, dass die Bibel das und das sagt, ist nicht bei jedem Thema hilfreich.

Nachdem ich nun Dein Buch gelesen habe, würde ich es so zusammenfassen: Jesus erlaubt den Quantensprung! Warum verändert sich mit Jesus wirklich alles und was kann dies heute für das Thema Homosexualität bedeuten?

Weil Jesus uns die Möglichkeit gibt, Menschen auf einer Ebene zu begegnen, die noch viel tiefer ist als ihre Orientierung und die ganzen anderen Faktoren, die wir schon tief finden. Er sieht uns, wie wir wirklich sind, und erlaubt uns, dass wir uns selbst und unsere Mitmenschen mit seinen Augen sehen. Seine Gnade verändert alles.

pastor carsten storch

Foto: Pastor Carsten “Storch” Schmelzer

Du lebst nicht auf einem fernen Stern. Du hörst die Stimmen von Christen, die dies völlig anders sehen. Was sagst Du denen?

Das kommt darauf an. Ich habe zwei Sorten von Christen erlebt, die zu anderen Schlussfolgerungen kommen. Auf die einen lasse ich nichts kommen. Es sind Leute, die ehrlich zu der Überzeugung gekommen sind, dass Gott selbst gegen Homosexualität ist. Ich habe einige kennengelernt, die schwule Freunde haben, mit denen sie teilweise sogar im Hauskreis sitzen. Sie setzen sich gegen Diskriminierung ein und versuchen Schwule und Lesben zu verstehen, kommen aber immer zu dem Schluss, dass es vor Gott nicht in Ordnung ist. Solchen Menschen begegne ich mit Respekt und ziehe meinen Hut vor ihrem Mut, eine sehr unpopuläre Meinung zu vertreten. Das sollten wir als Teil der Gewissensfreiheit hoch schätzen.
Auf der anderen Seite gibt es viele, die Homosexualität einfach eklig finden und nicht bereit sind, sich mit ihren Vorurteilen auseinanderzusetzen. Sie übernehmen Vorurteile, die immer schon falsch waren, und sind schlicht zu faul und zu feige, um sich um der Menschen willen mit ihnen auseinanderzusetzen. So was geht in unserer Zeit nicht mehr, und es ist nicht in Ordnung. Da schlage ich meist die Hände über dem Kopf zusammen und spreche ein stilles Gebet. Respekt kann man von jedem verlangen.

Die Weisheit hast Du ganz sicher auch nicht mit Löffeln gefressen, aber ich sehe Dein Buch als Impuls, eine möglichst sachliche Debatte zu beginnen. Was bekommst Du als erste Reaktionen auf Dein Buch zu hören?

Wenn Du damit meinst, dass mein Beitrag nicht das Letzte ist, was zu diesem Thema geschrieben und gesagt wurde, dann hast Du sicher recht. Aber dennoch überwiegen die positiven Rückmeldungen. Ich habe gehört, dass man dem Buch einen engagierten Umgang mit Menschen und der Bibel abspürt. Mehr kann ich kaum verlangen, schließlich geht es mir um den Dialog miteinander.

Vielen Dank für das Interview!

 

Das Interview ist hier erschienen und dort werden auch einige Exemplare verlost.

Eine Rezension auf Amazon von Frank Hartkopf:

Dieses Buch wird Bewegung in eine festgefahrene Debatte bringen. Auf der einen Seite stehen Christen, die sich an einer positiveren Sicht versuchen und die Ausgrenzung Homosexueller in Gemeinden überwinden wollen. Auf der anderen Seite stehen Christen, die vor einer Abkehr von Heiliger Schrift und Schöpfungsordnung warnen. Dabei geht es Storch zunächst um eine Versachlichung der Diskussion. Er befasst sich unvoreingenommen mit Quellen und Argumenten beider Lager und findet ein Stück Wahrheit bei beiden. Storch erklärt, warum manche Auslegungsversuche exegetisch nicht haltbar sind, wenn sie etwas in den Text hineinlesen, dass von den Schreibern ursprünglich nicht gemeint sein kann. Doch Storch lädt uns ein, hier nicht stehen zu bleiben. Denn die ethische Frage, wie wir mit schwulen und lesbischen Christinnen und Christen umgehen, muss ganz praktisch beantwortet werden. Sonst zwingen wir unsere Geschwister dazu, ihre Orientierung geheim zu halten oder ihre eigenen Gemeinden zu gründen. Der Schlüssel ist Jesus, das menschgewordene Wort Gottes.
Seit Luther wissen wir, dass wir beim Bibellesen unsere Jesus-Brille aufsetzen sollen. Deshalb lehnen wir heute Sklaverei ab, obwohl es Verse gibt, die zur Legitimation dieses Unrechts benutzt wurden. Anschaulich beschreibt der Autor, wie Jesus mit denen umging, die als Sünder von der Gesellschaft ausgegrenzt wurden. Besonders Storchs Auslegung der Begegnung von Jesus mit der Frau am Brunnen hat mich zu Trä-
nen gerührt. Das ist genau dieser radikal liebende, menschengemachte Grenzen übertretende Jesus, an den ich einst mein Herz verloren habe!

Bei seiner Recherche hat sich Storch auch mit den Menschen getroffen, um die es geht. Er beschreibt ihr jahrelanges Ringen mit der eigenen
Identität, mit dem Glauben und die Verletzungen durch andere Christen. Das persönliche Kennenlernen hat auch bei mir ein Umdenken ausgelöst, so dass ich die von der kirchlichen Tradition übernommene, sehr negative Interpretation aufgeben konnte.

Storch hat sich diesem heißen Eisen mit viel Fleiß, Weisheit, Liebe zum Wort Gottes und zu den Menschen angenommen. Ich wünsche mir, dass dieses in jeder Gemeinde und in jedem Hauskreis gelesen und besprochen wird und hilft, Brücken zu bauen.

Es freut mich, dass mein erster Workshop zum Thema ausgerechnet bei den Jesus Freaks stattfindet. Ich habe den Pluralismus unserer Bewegung immer geschätzt und hoffe, dass sie auch in diesem Bereich Heilung bringen kann. Ich hoffe, dass wir wirklich über das Thema reden können ohne die Fronten noch mehr zu verhärten, die Gräben zu vertiefen und den Leib Christi weiter zu zerreißen. In einem guten Geist wird sicherlich auch Dialog möglich sein ohne Gottes Wort zu verleugnen oder Menschen zu diskriminieren.

[weitere Infos]

IMG_1397Gestern bekam ich ein Foto gemailt. Jemand hatte das Buch – für ihn ungewöhnlich schnell – gelesen und mir ein Bild geschickt. Das Buch schein nicht ganz einfach zu sein. Ein schwieriges Thema, eben.

6. April 2015 in Allgemein 0

Jesus, der Verfolgte

Ostern veröffentlichte „Die Entscheidung“ einen Artikel von mir im Internet. Ich war unterwegs als die Bitte um Verlinkung kam und kann erst heute wieder auf meinen Blog zugreifen. Deshalb kommt der Link erst heute. Bitte klicken sie hier.

HS-CoverNach einem sehr intensiven Jahr, das ich mit Recherche zubrachte und in dem ich viele neue Menschen getroffen und Freunde gewonnen habe, ist nun mein Buch „Homosexualität – auf dem Weg in eine neue christliche Ethik?“ erschienen. Niemand kann sagen, dass es ein einfaches Thema ist. Ein Blick auf die Menschen und die Bibel zeigt ein Spannungsfeld, das kaum größer sein kann. Dabei fehlt in der Auseinandersetzung aber oft der Blick auf die Homosexuellen, die wirklich versuchen, ihre Orientierung und den Glauben unter einen Hut zu bringen. Dieses Buch wurde für die vielen geschrieben, die irgendwie mit dem Thema zu tun haben und es sich nicht leicht machen, Antworten zu finden. Es ist ein Diskussionsbeitrag und eine Einladung an alle Beteiligten: „Lasst uns wieder reden!“

Vielen Dank an Martin Dreyer für das Vorwort und an Nicholas Koch für das gute Lektorat!

[beim Kultshop bestellen]

Die Verlagsangaben:

Carsten „Storch“ Schmelzer: Homosexualität. Auf dem Weg in eine neue christliche Ethik? Brendow Verlag, erschienen 2015. ISBN 978-3-86506-741-8, 337 Seiten, Paperback, 13,5×20,5 cm

„Eine Debatte ist unbedingt nötig!“ Carsten „Storch“ Schmelzer widmet sich einem heißen Eisen: Homosexualität. Es gibt nur wenige Themen, die geeignet sind, die Menschen in den Gemeinden – gleich welcher Denomination – so zu spalten wie dieses. Ist es für den einen schlichtweg Sünde, werden in den letzten Jahren wiederholt Stimmen laut, die sich an einer positiven Sicht versuchen, wobei die Auslegung der betreffenden Bibelstellen oft sehr willkürlich erscheint. Storch beleuchtet die Argumente beider Seiten und nähert sich dem Thema ganzheitlich. Hierzu betrachtet er die gängigen Bibelstellen und (Un-)Möglichkeiten der Auslegung, beleuchtet die Situation homosexuell empfi ndender Menschen in unseren Gemeinden und gibt einen Einblick in die gängigen Theorien über Ursachen und Entstehung von Homosexualität. Dabei gibt er keine fertigen Antworten, sondern stellt dem Leser frei, wie er die verschiedenen Sichtweisen bewerten möchte. Statt eine Marschrichtung vorzugeben, lautet sein Appell: „Wir müssen miteinander reden!“

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