Da brachte man auf einer Tragbahre einen Gelähmten zu ihm. Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: Hab Vertrauen, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben! (Matthäus 9,2-3 nach der Einheitsübersetzung)

Diese Stelle hat für mich immer schon etwas verwirrendes gehabt – und hat es noch. Dass Jesus in der Kraft des Heiligen Geistes Kranke heilen konnte war für mich nie ein Problem zu glauben. Ich habe selber einige Heilungen erlebt und es sind ja auch im Alten Testament genügend Heilungen passiert, dass es schon zu erwarten stand, dass der Messias Wunder wirken musste.
Aber das mit dem Sünden vergeben hat mich immer schon irritiert. So weit ich weiss gibt es keine Stelle im AT in dem ein Mensch dem anderen die Sünden in dem Sinne vergeben hat wie Jesus das hier tut. Klar, es gab die Möglichkeit zur Entsühnung durch Opfer und Priesterdienst, aber ich finde im AT kein Modell für das, was Jesus hier tut. Was am schwierigsten zu verstehen ist, ist wieso er die Sünden vergeben konnten während er noch lebte. Nachher war es klar, er nahm die Sünden auf sich und starb dafür, aber in Matthäus 9 lebte Jesus ja eindeutig nach und das Opfer war nicht vollbracht.

Als ich gestern Nacht über diese Stelle meditierte fiel mir die Geschichte des Sündenbocks ein und ich sehe einige deutliche Parallelen. Da ich aber nicht ganz sicher bin ob ich das richtig auslege bitte ich Euch um Feedback.

… dann soll Aaron die beiden Ziegenböcke nehmen und sie vor dem Herrn am Eingang des Offenbarungszeltes aufstellen.
8 Für die beiden Böcke soll er Lose kennzeichnen, ein Los «für den Herrn» und ein Los «für Asasel».
9 Aaron soll den Bock, für den das Los «für den Herrn» herauskommt, herbeiführen und ihn als Sündopfer darbringen.
10 Der Bock, für den das Los «für Asasel» herauskommt, soll lebend vor den Herrn gestellt werden, um für die Sühne zu dienen und zu Asasel in die Wüste geschickt zu werden. (3.Mose 16,6-10)
Aaron soll seine beiden Hände auf den Kopf des lebenden Bockes legen und über ihm alle Sünden der Israeliten, alle ihre Frevel und alle ihre Fehler bekennen. Nachdem er sie so auf den Kopf des Bockes geladen hat, soll er ihn durch einen bereitstehenden Mann in die Wüste treiben lassen,
22 und der Bock soll alle ihre Sünden mit sich in die Einöde tragen. Hat er den Bock in die Wüste geschickt,… (3.Mose 16,21-22)

Der „Sündenbock“ muss ein sehr hohes Opfer gewesen sein. Durch Handauflegung und Bekenntnis wurden ihm alle Sünden des Volkes auferlegt. Dann wurde er lebend in die Wüste geschickt (wo er dann sicher starb). „Asasel“ gibt uns ein schweres Rätsel auf, man kann nicht mit Sicherheit sagen, was oder wer damit gemeint ist.

Zu Jesus hat die Sache folgende Parallelen: 1) der Sündenbock nimmt die Schuld des Volkes auf sich und 2) er wird lebendig weggeschickt. Das zweite ist absolut ungewöhnlich. Ich bin zwar kein sooo grosser Experte für das Opferwesen des AT, aber es könnte sein, dass der Sündenbock das einzige Tier war, das in einem Opfer überlebte. Es starb erst ausserhalb des Lagers (genau wie Jesus – Heb. 13,11-12). So wie es sich für mich liest, fand die Entsühnung statt während das Tier noch lebte.
Wenn das stimmt ist es ein klares Bild auf den Dienst Jesu, der Sünden wegnehmen konnte während er noch lebte.

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21 Kommentare

  1. Sehr interessantes Ding,

    Spannend finde ich in dem Zusammenhang folgende Punkte:
    Im Hebräer 10, 4 + 11 steht das die Opfer im alten Bund die Sünde nie wegnehmen konnten. Das sie immer nur eine Erinnerung an die Sünde waren. Wommack hat es mal so erklärt, das sämtliche Opfer im Alten Bund in Hinblick auf Jesu Opfer gebracht worden sind und sie mit ihm erst die wirkliche Wirksamkeit bekommen haben. Sein Opfer war für alle Sünden, ein einmaliges Opfer, die anderen waren nur ein Schattenbild davon. Sie sollten auf das wirkliche hinweisen, und die Leute taten es in dem Glauben, das Gott ihre Sünden wegnimmt. Was Sie nicht wußten, daß es durch Christus passieren wird.
    Jesus, wie auch die ganzen Propheten und Priester im Alten Testament, haben quasi auf Kredit gehandelt. Das wird später am Kreuz noch alles bezahlt. Das wirft auch ein ganz anderes Bild auf den Schuldschein im Galaterbrief. Das waren also nicht nur die Sünde, sondern auch schon die ganzen Segnungen des alten Bundes, die Christus nachträglich bezahlte.

    Andrew hatte da noch 1- 2 mehr Bibelstellen für, die das noch plausibler machten, da komm ich aber gerade nicht drauf.

  2. merkwürdig, dass Du keine probleme mit heilung wohl aber mit vergebung hast, und dass Du den sündenbock dazuziehen musst, um eine erklärung zu bekommen. 😉

    ‚denn unmöglich kann das blut von stieren und böcken sünden hinwegnehmen!‘

    es ist doch vielmehr so, dass jegliches opfer im AT nur ein schatten auf das zukünftige ist und auf das eine, einzig wahre opfer des lammes im NT hinweist.

    und wenn die sünden ein paar hundert jahre im voraus als vergeben zugesprochen werden konnten, dann doch sicher auch ein paar wochen im voraus 🙂

    jesus ist gott und was er spricht geschicht.

    aber danke, dass ich Deinetwegen mal grade ein wenig dem hebräer gelauscht hab 😀

  3. das ist ja interessant leute. da haben morti und march quasi gleichzeitig und unabhängig von einander dasselbe gesagt.
    seltsamerweise habe ich nie den zusammenhang zwischen den ganzen hebräerstellen und jesus hergestellt. aber den gedanken von wommack finde ich sehr aufschlussreich. morti, weisst du noch wo er das gesagt hat?
    march hat natürlich recht: „und wenn die sünden ein paar hundert jahre im voraus als vergeben zugesprochen werden konnten, dann doch sicher auch ein paar wochen im voraus“.

    vielen dank leute!

  4. Hallo erstmal, lese schon etwas länger deinen Blog und es freut mich, dass du wieder öfter was schreibst 🙂

    Hmm, für mich ist diese Stelle gerade wegen der Sündenvergebung so entscheidend! Jesus tut hier definitiv für Menschen etwas ganz Neues, was vorher keiner getan hat und tun durfte. Und deshalb regen sich die Phärisäer ja so auf, denn schließlich war es bis dahin Gott vorbehalten Sünden zu vergeben. Gott hat ja im AT auch schon Menschen Vergebung zusprechen lassen, irgendwie wahrscheinlich auch schon im Blick auf das was Jesus mal tun wird.
    Aber durch das was Jesus dann jetzt hier tut, unterstreicht er ja gerade seinen Anspruch Gott zu sein. Denn wenn er Gott ist, darf er auch Sünden vergeben 🙂 So, wie Gott es tut.

  5. Ich weiß es nicht mehr genau,
    Sinn würde es machen bei ner Schulung über den Hebräerbrief. Die habe ich in London gehört. CDs habe ich hier. Kann ich dir gerne mal geben.
    Genau weiß ich das nicht mehr. Bei etwas über 100 Predigten kann man den Überblick verlieren, wo jetzt genau was war. 🙂 Wenn ich es wieder finde, sag ich es dir.

    Schon lustig, das March zur selben Zeit genau das selbe schrieb.

  6. @ morti:
    würden mich sehr interessieren, die cds!

    @ thehansman:
    herzlich willkommen hier!
    es stimmt, dass es auf seine göttlichkeit hinweist, das haben ihm die pharisäer ja so übelgenommen. allerdings fragte ich mich, mit welchem recht er es getan hat, denn gott selbst hat ja sündenvergebung an ein opfer gekoppelt. das war ja eine der wichtigsten missionen jesu: „stirb für die vergebung der sünden“. deswegen war mir immer unklar wie er vergeben konnte bevor er starb.

  7. ah okay, dann weiß ich jetzt worum es dir bei dem Post ging, hatte ich wohl falsch verstnaden…ist noch zu früh am Morgen 😉

  8. Dazu hätte ich auch mal ne Frage – gestern abend dachte ich so nach über diese Stelle bei Lukas, (1,6) wo steht, dass Zacharias und Elisabeth „gerecht vor Gott“ waren. Ich dachte früher immer, sie hätten einfach (?) alle Gebote eingehalten – es steht ja auch dabei, dass sie „in allen Geboten und Rechten des Herrn untadelig“ wandelten.

    Mittlerweile frage ich mich aber, ob ihre Gerechtigkeit wirklich aus dem Gesetz kam (gemäß 5. Mose 6,25) oder ob ihre Gerechtigkeit wie bei Abraham aus dem Glauben kam. Ich frage mich halt, ob überhaupt irgendein Mensch (außer Jesus) WIRKLICH alle diese Gebote einhalten KONNTE – ich denke nicht. Dennoch waren die beiden (und wohl noch einige andere im AT, die mir grad nicht einfallen) „gerecht vor Gott“, das heißt, ihre Sünden wurden tatsächlich vergeben, und zwar bevor Jesus als Mensch geboren war.
    Waren sie dann auch quasi durch den Glauben an die Vergebung Gottes durch das zukünftige Opfer Jesu gerecht? Hat Gott einfach das Vertrauen der Beiden in ihn angesehen, und wußte daher, dass sie Jesus angenommen hätten, wenn sein Opfer schon stattgefunden hätte?
    Hört sich jetzt etwas schräg an, aber ihr wißt schon, wie ichs meine, hoffe ich?
    Danke für Eure Antworten

    Königstochter

  9. Hi Storch,
    würd auch sagen, dass es um Jesu Göttlichkeit geht. Er nimmt hier seine Göttlichkeit in anspruch. Da Gott außerhalb der räumlichen und zeitlichen Begrenzung agieren kann ist es für ihn keine Problem Sünden schon vor seinem Kreuzestod zu vergeben – nur für uns ist es etwas schwierig, da wir eben nicht so recht verstehen wir jemamd für den es kein Anfang und kein Ende gibt, der schon immer war, usw. die Grenzen von Zeit und Raum eben nicht als Genzen hat, oder?

    [Daher ist es auch möglich, dass wir mal im selben Moment vor Gott stehen werden wir Köig David :o), obwohl er schon ein paar tausend Jahre vor uns gestorben ist. Zeit ist glaube ich echt nur ein Problem von uns Menschen, nicht von Gott.]

  10. Aus meiner Ecke mal wieder ein: Was geht? Nun vielleicht hab ich ja was nicht mitgeschnitten, aber das Opfer im NT scheint mir ein ganz anderes als im AT. Im AT wird vom Menschen Gott etwas als Ausgleich/Wiedergutmachung angeboten. Dieses Opfer soll die Verletzung des Göttlichen und den dadurch entstandenen Bruch zwischen Gott und Mensch heilen. Das AT ist sehr bemüht bei diesem Opferwesen eine Verhältnismäßigkeit zu bewahren und schließt daher – die damals üblichen – Menschenopfer aus. Interessant dabei ist, finde ich, dass es in der damaligen Welt zum festen Wesen einer jeden Religion gehörte die jeweiligen Götter mit Opfern gnädig zu stimmen. Dabei waren die Vorschriften für diese Opferriten meist sehr genau festgelegt, weil die Menschen in ständiger Furcht davor lebten, dass bei einer falschen Handbewegung, einer falschen Beschwörungsformel das ganze Opfer ungültig wurde. Wenn man jetzt diese Schablone über das Opfer Jesu legt, wird es sehr ,äh.., sagen wir mal schief. Ein frommer Jude würde einem solchen Menschenopfer niemals zustimmen können. Das steht so unglaublich quer zum Gottesbild des AT, dass es so nicht wirklich gemeint sein kann. Was wäre das für ein Gott, der will, dass sein Kind grausam stirbt? Aber Gott will uns nahe sein, ganz nah und zwar in allem was uns so ängstigt inkl. unserer größten Angst. Der Angst vor dem Tod. Denn grade unsere Angst ist das Einfallstor für die Sünde. Wenn Jesus um unser Vertrauen wirb und uns nette Sachen von Blumen und Spatzen erzählt, dann will er uns von der Angst um unser Dasein befreien und uns unsere ständige Sorge, dass etwas schief gehen könnte abnehmen. Das Opfer Jesu geschied aber a) nicht erst am Kreuz-da zwar in besonderer unüberbietbarer Weise, aber eben im ganzen Leben Jesu- und b) ist es nicht ein Angebot des Menschen an Gott, sondern genau umgekehrt. Ein Blick auf die Aussagen des Glaubensbekenntnis über Jesus:
    Gott aus Gott, Licht aus Licht,
    wahrer Gott aus wahrem Gott,
    gezeugt, nicht geschaffen,
    eines Wesens mit dem Vater;
    durch den alles geworden ist, was im Himmel und was auf Erden ist;
    der für uns Menschen und wegen unseres Heils herabgestiegen und Fleisch geworden ist,
    Mensch geworden ist,
    gelitten hat und am dritten Tage auferstanden ist,
    aufgestiegen ist zum Himmel,
    kommen wird um die Lebenden und die Toten zu richten;
    Also wird hier ganz klar festgehalten:der Sohn ist schon immer da, er ist quasi das Schöpfungswort Gottes. „Das Herabsteigen und Fleischwerden“ ist schon ein Teil des Opfers. Jesus und Christus auseinander zu denken, klappt nicht. In Jesus liefert sich Gott liefert den Menschen aus und bietet sich selber an, um wieder gut zu machen was die Menschen in eigener und freier Entscheidung zerstört haben. Dabei wird Gott nicht als ein fernes ständig grollendes Wesen gedacht, sondern als dem Menschen ohne jede Vorbedingung liebevoll zugewandter Vater, als ein Gott mit uns und nicht gegen uns. Ich glaube der amtierende Papst hat neulich zu Oster sowas bemerkenswertes gesagt wie: Am Kreuz bettelt Gott selber um die Liebe seiner Geschöpfe. Krasse Sache. Die Vorstellung, dass Gott sich so erniedrigt, um uns Nahe zu sein, verstört nicht nur die damaligen Frommen.
    Aber zurück zur Vergebung. Wenn Jesus also Menschen begegnet, dann begegnet der Mensch Gott selber, der jedem seine Vergebung zuspricht, der sie nicht ausschlägt.
    Dass auch Jesus frei in seiner Entscheidung für das Kreuz war, wird im Garten deutlich. Jesus hätte „nein“ sagen und nach Galiläa fliehen können. Aber wäre dann die Botschaft von einem Gott der sein Volk von Schuld befreit glaubhaft gewesen? Das Lösegeld, was man ja übrigens nur zahlt wenn einem was an den Geiseln liegt, wird von Gott selbst bezahlt. Hier kann man jetzt fragen, ob das wirklich eine Zahlung „aufs eigene Konto“ war. Sicher ist viel über Genugtuung und so geschrieben worden, aber so richtig schlüssig ist mir das nicht. Was das Lamm angeht, so kann man auch das Lamm nehmen, dessen Blut am Türpfosten (war das der Pfosten?)dem Racheengel vorübergehen lies, nehmen und muss nicht zwangsläufig einen Sündenbock draus machen. Am Kreuz geschehen, meiner ansicht nach, zwei sehr grundlegende Dinge: A) Es zeigt sich wie unsere Gerechtigkeit ist. Unsere Gerechtigkeit tötet die Unschuld. Die Welt ist so in Schuld und Hass verstrickt, dass sie nicht anders kann als grausam töten. B) Es zeigt sich wer Gott ist. Gott greift nicht ein. Er erduldet das alles scheinbar schweigend und doch verwandelt er unseren Akt der Grausamkeit. Hier kann man sich als Beobachter schon fragen, was das den für eine Gerechtigkeit sein soll, die sowas zuläßt. Denn die Gerechtigkeit Gottes ist ja grade das auf was das AT baut. Gott wird das Recht durchsetzten. Auch Jesus redet davon, wenn er den Unterdrückten und Verfolgten zusichert, dass sie selig sind. Grade hier wo die Welt scheinbar recht behält und Gott scheinbar ohnmächtig ist, dreht sich das Blatt vollständig. Gott verhindert unsere Sünden nicht und macht sie nicht rückgängig (die Wundmale trägt der Auferstandene immernoch), aber er verwandelt den Tod in die Auferstehung. Nun, Gott riskiert einiges mit der Menschwerdung und geht noch immer große Risiken mit uns ein, weil er unsere Freiheit scheinbar höher schätz als unsere Sünden. Er hat nach dem Kreuz nicht aufgehört sich uns auszuliefern. Mit der Gabe des Geistes schenkt er sich jedem der Glauben will. Er geht so weit, dass er uns als Kirche Mitbestimmungsrecht gibt, denn: wem wir die Sünden vergeben, dem ist sie vergeben. An dieser Stelle kann man auch mal kurz über den Sinn von Fronleichnam nachdenken. Für die Schreiber des NT ist jedenfalls recht sicher, dass sie als unsere Antwort auf das Lebensopfer Christi auch etwas erwarten. Für die war klar, dass die Antwort auf das sich völlige Hinschenken Gottes die völlige Selbsthingabe des Menschen sein muss. Dieses Opfer, das nicht aus Angst vor einem grollenden fernen Irgendwas geschied, sondern seine Wurzel in der Erfahrung der absoluten Liebe und dem beglückenden Zustand von Gnade hat, nennt man landläufig auch christliches Leben. Was auch eine gewisse Risikofreudigkeit bei uns voraussetzt. Dieses Risiko besteht weniger in der Tatsache, dass Jesus kommen wird um zu richten. Denn der Richter ist Jesus und der bleibt ja der Selbe, der nicht einen Ton über Petrus – ich kenne den nicht- verloren hat. Sondern eher wohl darin, das wir gegenüber der scheinbaren Übermacht von Sachzwängen und Zwangsläufigkeiten unserer Welt kapitulieren. Also uns quasi von unsere eigenen Sünde überrumpeln lassen und verkrampft (verstockt ist auch schön) auf das sehen, was in unserer sog. Realität passiert. Auch hier kann man mal kurz über Donnerstag nachdenken und sich fragen, was den jetzt verborge Anwesenheit meint. Wenn man das ganze weiter denkt, kommt man in den Bereich, wo einem mit recht realitätsferne vorgeworfen wird.

  11. Lieber Storch,

    meine Mom ist Dozentin im Martin Bucer Seminar für Griechisch und Hebräisch.
    Hier ihre Antwort:

    Lieber Christian,
    Der Haken an der Geschichte ist, daß beim Versöhnungstag zwei Böcke zum
    Opfer gehörten, den ‚Sündenbock‘, der in die Wüste gejagt wird und einen
    zweiten ‚für den Herrn‘, der geschlachtet wird, und dessen Blut ins Allerheiligste
    gebracht wird. Wie auch der Rest des Tempelkultes, sind beide Vorschatten
    vom Heil in Christus. Alle sind im Tod Jesu erfüllt, dh. realisiert. Hätte Jesus
    sich im letzten Moment geweigert, wären alle Sünder, auch David, Mose und der
    Gelämte genauso ewig verloren wie wir.
    Liebe Grüße, Deine Mama

    Mama diesen Artikel hab ich grade überflogen und wollte Dich fragen,
    was Du darüber denkst…? Dein Sohn

    wie konnte Jesus Sünden
    vergeben?

  12. damit sagt deine ma doch in summa dasselbe, wie wir alle hier, oder teupy? dass es zwei böcke gab ist ja klar.

  13. @ königstochter:
    es gibt ja eine gerechtigkeit des AT die vermutlich wirklich damit zu tun hatte die gebote zu halten und die offenbar auch auf pump war. jesus spricht von dieser gerechtigkeit in matthäus 5,25 darüber:
    „Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.“

    ich denke, dass die stelle von dieser unterlegenen gerechtigkeit handelt.

  14. *lächel*

    Si … Storch

    als ich meine Mom fragte, war hier erst ein Artikel on … 🙂
    Aber ich war trotzdem so frei in rein zu setzen,
    da ich meine Mutter nur selten zu Themen befrage die ich im I-Net antreffe.
    Sie ist sehr beschäftigt.
    Aber dieses Thema interessiert mich sehr.
    Ich muss aber auch ehrlich sagen, das die Antwort meine Mutter auch mir nicht die Antwort gibt, wo ich sage :::: Yess Thats It!

    Auch wenn ich selbst glaube, das Jesu Opfer unsere temporären Vorstellungen sprengt, steckt hier ein Geheimniss hinter, das ich selbst noch nicht entlüften konnte.

  15. Werd auch noch meinen Senf dazugeben.
    In strenger Analogie und streng chronologisch betrachtet hat Jesus zu dem Zeitpunkt die Schuld und Sünden der Welt noch nicht auf sich geladen. Das geschah erst in Gethsemane. In der Passah-Liturgie werden ja 4 Becher Wein getrunken für die 4 Erlösungsworte in Ex6v6-7 (herausführen, erretten, erlösen, annehmen). Der dritte Becher ist der Messias-Kelch bei dem Jesus sagte „Das ist mein Blut“. Nach dem Becher stieg Jesus aus der Liturgie aus und ging in den Garten. Der 4. Becher ist der Zorneskelch, auf dem symbolisch alle Sünden abgeladen werden – das hat Jesus in Gethsemane dann gemacht.
    Von daher, wenn wir streng bei einer chronologischen Reihenfolge bleiben (und das war ja dein Argument bezüglich Mat.9), paßt der Sündenbock-Vergleich nicht mehr.
    Meinem naturwissenschaftlich orientiertem Denken erscheint es logischer, Gott als außerhalb der Zwänge des Raum-Zeit-Kontiuums zu betrachten, und daß Jesus an der Stelle aus seiner göttlichen Natur heraus sprach und handelte – und aus der Perspektive heraus war das Erlösungswerk schon vor aller Zeit vollendet.
    Übrigens, Douglas Adams hat sich in seinem „Der Anhalter“ mit der Zeitreise beschäftigt und ist auf ähnliche Probleme gestoßen 🙂

  16. Habakuk 2,4: Der Gerechte wird aus Glauben leben (siehe auch: Römer 4,2-4; Gal 3,6-7.24)

  17. herzlich willkommen, eine fundstelle gibt es noch: hebräer 10,38, mein wahlspruch.

  18. Wenn Jesus Gott ist, sollte es kein Problem sein, dass er jemanden die Sünden vergibt! Auch wenn Jesus kein Gott ist, sondern nur von Gott als Prophet oder Religionsverkünder geschickt wurde sollte man auch keine Probleme haben, dass er Sünden vergibt. Deswegen muss man nicht das Alte Testament (AT) nach einer Berechtigung für sein Tun durchsuchen. Das Gesetz des AT wird doch durch Jesus im wesentlichen aufgehoben. Wenn also jemand daran glaubt, das Jesus die Wahrheit verkündet hat, dann sollte er sich mit dem beschäftigen was von Jesus überliefert ist und nicht im Alten Testament nach der Wirkung von Tieropfern suchen. Es gibt überzeugendere Möglichkeiten seinem Gott zu zeigen, dass man etwas wirklich bereut, als ein Tier zu opfern, insbesondere heutzutage! Z.B. in dem man sein neues Auto anzündet oder noch besser in dem man sich ernsthaft bemüht die begangenen Sünden nicht zu wiederholen. Das mit dem Tieropfer sind „heidnische“ Sitten, die mit Aberglauben, aber nichts mit dem christlichen Gottesbild zu tun haben. Im AT ist die jüdische Geschichte und die Vorstellungen der damaligen Menschen, d.h. was Gott von ihnen erwarten, niedergeschrieben. In diesen Erwartungen schlagen sich natürlich die Naturreligionen der sogen. heidnischen Völker nieder. Gott bzw. Jesus wollte mit seinem Opfer, den Schlusspunkt unter die sinnlose Opferung von Tieren setzen, leider hat es niemand verstanden. Seine Botschaft war: Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst. Wenn du dies tust, dann gibt es keine Notwendigkeit für irgendein Opfer. Jesus vergab den Menschen ihre Sünden um ihnen zu zeigen, dass er von einem Gott gesandt wurde, der die Menschen liebt. Hätte Gott einen Einwand gehabt, dann hätte er ihm seinen Auftrag entzogen! Im Alten Testaments wird von einem Gott gesprochen, den man fürchten muss. Jesus kam hauptsächlich auf die Welt um diesen Irrtum, der im AT fälschlicherweise niedergelegt ist, auszuräumen. Jeder der bereit ist seine Sünden zu bereuen und im Sinne der Botschaft von Jesus die Grundregeln (10 Gebote) einzuhalten, dem werden die Sünden vergeben. Das wichtigste Gebot ist dabei die Gottesliebe, die nach Jesus der Liebe zu den Mitmenschen gleichkommt. Warum also soviel unnötige Gedanken, so viel sinnlose Interpretation des AT, die Botschaft von Jesus ist so einfach! Nur die Juden müssen sich mit dem AT bzw. der Tora weiterhin im Detail herumzuschlagen, vielleicht ist das ja die Strafe dafür, das sie ihren Messias nicht erkannt haben. Die christlichen Kirchen haben von Jesus eine deutlichere und einfachere Botschaft erhalten, die sie von der Notwendigkeit das AT zu verstehen befreit. Auch auf die Kirchen trifft der Spruch zu „Unter den Talaren steckt der Muff von tausend Jahren“. Käme Jesus heute zu uns so würde er mit diesem Spruch die Kirchen zum überdenken ihrer Possitionen bewegen und das AT ins Museum verbannen. Schon vor zweitausend Jahren diskutierten die Schridftgelehrten über die Inhalte des AT und obwohl Jesus sich damals schon bemüht ihnen die Bedeutung nahezubringen sind viele heute anscheinend noch keinen Schritt weiter. Nocheinmal , das Alte Testament hat seine Schuldigkeit schon längst getan, für alle Christen ist Jesus die Wahrheit und nichts als die Wahrheit. Er hat nie behauptet Gott zu sein, daher gibt es kein Grund ihn zum Gott zu machen. Er ist der Sohn Gottes, wie wir alle Kinder Gottes sind. Aber er ist der, der zumindest den Christen die Wahrheit über Gott ein wesentliches Stück näher gebracht hat. Die Theorie ist nunmehr seit 2000 Jahren bekannt, lasst uns allmählich an die Umsetzung gehen, bevor es zu spät ist.

    Grüß Gott

  19. Hallo alle zusammen.
    Ich wollte mal anmerken, dass auch im Judentum Vergebung aus dem Glauben kommt. Ebenfalls so im Islam.
    Vergebung erreicht man in dem man seine Vergehen bereut.
    Allerdings waren Opfer zur damaligen Zeit durchaus normal und sogar von Gott so gewollt!!!
    (vgl. hierzu mal das Pentateuch, 5 Bücher Mose, die Mose ja von Gott selbst empfangen hat!! z.B. gab es damals Wiedergutmachungsopfer und Sühneopfer, die der Schuldige bei einem Vergehen entrichtete. Meineid etc. vgl. hierzu Levitikus 5;1-19)
    Die Opfer waren somit im Gesetz vorgeschrieben.
    Jesus jedoch nimmt das Gesetz von uns. Wir sind nicht mehr daran gebunden. Zudem ist niemand in der Lage dem ganzen Gesetzt treu zu sein. (vgl. Römer 3;9)
    Opfer haben durch Jesu ihren Wert verloren, da Jesus DAS Opfer ist. Sein Tod macht alle weiteren Opfer unnötig!!
    Gott verdeutlicht uns seine Liebe in Jesus Christus dem Herrn! ER gibt uns dass was ihm am Liebsten ist. (Lukas 3;22 „´Du bist mein Sohn, dir gilt meine Liebe, dich habe ich erwählt.“)
    Es ist der neue Bund, der Bund vom Anbruch Gottes Königreich!
    Vom ewigen Leben in Frieden und Vollkommenheit. Und natürlich ohne Sünde.
    Und was ich noch für wichtig halte ist, dass zur Zeit Jesu Wirken, enorme Missstände im Bezug zum Glauben herrschten. Jesus spricht sich gegen die teilweise übertrieben Gesetzestreue aus, da z.B. Kranken am Sabbat nicht geholfen wurde. (vgl. Johannes 4; 43-54) Menschen befolgten nur noch das Gesetz und der Glaube trat immer kürzer. Es war somit mehr eher stumpfsinniges Befolgen von Ver- und Geboten. Und das alles nur, weil das Gesetz so ausgelegt wurde. (Dahingegen sollten Christen die Gebote aus Liebe zu Gott, dem allmächtigen Vater befolgen. Aber nicht das Gesetz, (Lukas 16; 16-17) sondern viel mehr das was der Christus uns lehrte.
    (Lukas 10; 25-28) Jesus lehrte als ein Bevollmächtigter Gottes. Das heißt er lehrte ein neues Jocch, eine eigene Interpretation der Schrift, bzw. des Gesetzes! Jesu Joch war die Auferstehung der Toten und der Beginn der Gottesherrschaft. Aber vermutlich auch die oben genannten Aspekte bzw. Punkte. Bevollmächtigt war damals, wer von zwei Bevollmächtigten die Hände aufgelegt bekommen war, und der hierzu bestätigt war. (Bei Jesus waren es Gott selbst (Lukas 3;22) und Johannes der Täufer, der ebenfalls Bevollmächtigt war. (vgl hierzu http://www.mcbcmi.org)

    Eine Sache noch an meinen Vorgänger: Furcht muss nicht gleich panische Angst etc. bedeuten. Gottesfurcht verstehe ich viel mehr als eine Art von EhrFURCHT vor Gottes Größe, seiner Heiligkeit, seiner Liebe und vor seiner Güte und Barmherzigkeit, die er uns durch unseren Herrn Jesus Christus geschenkt hat.

    Nun aber zu der eigentlichen Frage:
    Jesus nimmt schon zur seines Lebens die Schuld auf sich. Zwar nur symbolisch, da er ja erst denn Opfertod am Kreuze erleiden muss, aber er nimmt die Schuld sozusagen schon mal zukünftig auf sich.
    Wenn er er sagt dir ist Vergeben, dann sehe ich darin, dass Jesus als der Bevollmächtigte Gottes auftritt, (vgl. oben) wobei er allerdings, als Sohn Gottes auch dazu berechtigt ist Sünden, im Namen seines Vaters zu vergeben.

    Deshalb halte ich auch die These der Trinität für falsch. Zumal Jesus mehrere Male betet. (vgl. Johannes 17; 1-26)
    (Falls ich hier nun jemandem zu Nahe getreten bin Entschuldige ich mich dafür. Es ist nur meine Interpretation und meine Perspektive und es ist jedem freigestellt dies ebenfalls zu glauben oder abzulehen.)

  20. hallo benny,

    herzlich willkommen hier! bisher bist du niemandem zu nahe getreten, sind halt andere sichtweisen. vielleicht schreibe ich später noch was zur trinität, vielleicht auch nicht, ich habe schon mal etwas probleme mitzuhalten bei den ganzen gesprächen hier. aber es finden sich bestimmt auch ncoh andere, die pro dreieinigkeit debattieren können/wollen.

  21. auch ich halte die These der Trinität für falsch. Denn gäb es 3 Götter dann hätten doch frühere Propheten davon berichtet durch die Engel von Gott. Jesus selbst hatte nie von einer Trinität geprädigt, denn erst im Konzil von Nicäa (325) wurde eine formelle Trinitätslehre ausgebildet. Auch heute gibt es noch Arianistische Christen die sich wie die Judenchristen auf die Lehren des Messias Jesus und auf das Wort Gottes beziehen, streng nach dem Prinzip sola scriptura, ganz im Gegensatz zu den Paulinisten, den sog. Heidenchristen, die sich weniger auf Jesus und auf seine Lehre selbst beziehen, sondern nur auf Konziliarismus und Dogmatik woraus auch die Trinitäts-Theorie hervorgegangen ist. Diese Abspaltung von Urchristen in Judenchristen und Heidenchristen fand schon zu unter Paulus von Tarsus statt. Heutzutage würde man eher von Paulisten und Christen (im eigentlichen Sinne -> Jesus >Christus< "der Gesalbte", nicht zu vergleichen mit den "Jesuiten"!) reden, wobei das auch eher sehr theoretisch und spekulativ ist…

    Fakt ist jedenfalls dass alle Konfessionen auf 2 Fundamente entstanden sind: die Bibel und die Lehren von Jesus Christus: (den Weg des Propheten, des Messias "ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt"), die Einhaltung der Speisegesetze und Rituelle Reinheitsgebote aus der Bibel die Jesus selbst einhielt und Glaube und Leben nach den Lehren von Jesus Christus und das von Jesus übermittelte Wort Gottes oder der die meisten Konfessionen angehören halt eben dem aus dem Paulismus entstandene Abspaltung vom Ursprung Jesu Christi und durch Konziliarismus und Dogmatik entstandene Trinitätstheorie… Fakt ist jedenfalls dass die Trinitätstheorie besagt dass Gott in Form von Jesus auf die Welt kam und auch spätere Auslegungen berichten von dem "Tod Jesus Christus" am Kreuz was wiederum Friedrich Nietsche bestätigt mit der (zwar anders gemeinten) Aussage "Gott ist tot"… Also deshalb halte ich die These der Trinität auch für falsch. (Bin aber gerne bereit mich eines besseren belehren zu lassen)

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