Anfang des Jahres bekamen wir (Jesus Freaks Remscheid) eine Prophetie über Offenbarung 3, das Sendschreiben an Philadelphia. Ich nehme Gottes Reden zu seiner Gemeinde ernst und habe deswegen immer wieder mal über die Verse nachgedacht. Heute hatte ich mehrere Themen für die Predigt und interessanterweise fand ich dann alle in diesem einen Vers wieder.

Ich weiß, wie du lebst und was du tust: Du hast nur wenig Kraft, aber du hast dich nach meinem Wort gerichtet und dich unerschrocken zu meinem Namen bekannt. Darum habe ich eine Tür vor dir geöffnet, die niemand zuschließen kann. (Offenbarung 3,8 nach der NGÜ)

Von den sieben Sendschreiben der Offenbarung enthalten nur zwei keine Kritik, eines ist der Brief an Philadelphia. Der Name der Gemeinde bedeutet übrigens Bruderliebe. Wenn dieser Name Programm war, dürfte es in Philadelphia viel Liebe untereinander gegeben haben.
In diesem Vers geht es um drei Gründe, aus denen Gott eine Tür vor der Gemeinde geöffnet hat, die niemand schließen konnte. Man kann aus diesen drei Punkten sicherlich kein allgemeingültiges Prinzip ableiten, in der Richtung, dass es immer diese drei Punkte sind, die zu einem gewünschten Ergebnis führen, aber interessant sind diese Punkte allemal und es steckt etwas darin, das für jede Gemeinde und jeden Christen Bedeutung haben könnte.

1 Die kleine Kraft

Das griechische Wort, das hier steht, wird in Matthäus 25,15 mit „Fähigkeit“ übersetzt. Es muss also nicht Kraft in dem Sinne bedeuten, in dem man das Wort heute oft versteht, als rohe geistliche Kraft Wunder zu tun. Es kann auch eine Möglichkeit oder ein Potential bedeuten. Man kann sich Philadelphia vielleicht als eine Gemeinde vorstellen, in der es keine herausragenden Leute gab, eine Gemeinde der gewöhnlichen Menschen also.
Es kommt allerdings nicht auf die Kraft an, die wir haben, sondern was wir aus unseren Möglichkeiten machen. Gerade in der Gemeinde haben oft Leute mit wenigen Möglichkeiten durch Gottes Gnade viel bewegt, während talentierte Gläubige wenig aus dem gemacht haben, was sie hatten. Einer dieser Menschen war der berühmte Evangelist Dwight L.Moody. Einmal wurde er nach einer Predigt von einem jungen Mann auf seine schlechte Grammatik angesprochen. Moody antwortete: „junger Mann, ich verwende alles was ich an Grammatik habe für Gott. Was tun sie mit ihrer Grammatik?“
Sicherlich gab es Gemeinden mit mehr Möglichkeiten an Philadelphia. In den Briefen an die anderen sechs Gemeinden steht nichts von kleiner Kraft. Aber Philadelphia wurde nicht für seine kleine Kraft getadelt; im Gegenteil: Sie führte dazu, dass Gott selbst eine Tür öffnete.

2 Die Treue zum Wort

Philadelphia war davon geprägt, dass sich die Gläubigen nach dem richteten, was Jesus sagte. Man kann nicht genau sagen, ob damit die Worte Jesu gemeint sind, die zu der Zeit in Umlauf waren und auch schon bei Matthäus, Markus und Lukas aufgeschrieben waren, oder ob es sich um prophetische Worte handelte. Vermutlich beides, denn es ist normal, dass Gott redet, wenn wir uns an sein geschriebenes Wort halten.
Offenbar hatte man in Philadelphia nicht die Angewohnheit, jedes Wort Gottes so lange auszulegen, bis es jede Schärfe verloren hatte. Man hörte auf das, was Jesus sagte und tat es.
Hier liegt das Geheimnis des Glaubens. Wer Gott vertraut weiß, dass seine Worte gut und wahr sind. So jemand wird sich nach dem richten, was Jesus sagt und so Gottes Willen tun.

3 Das unerschrockene Bekenntnis

In der Nacht hatte ich einen Traum. Es war ein ziemlich blöder, beunruhigender Traum und ich bin aufgewacht und habe darüber nachgedacht. Als ich dann morgens aufgestanden bin, hatte ich den Traum wieder vergessen. Erst beim Beten über die Predigt fiel er mir wieder ein und ich dachte, dass er vielleicht prophetisch gewesen sein könnte.
Im Traum waren Alex und ich bei meinen Eltern. Sie wohnten ganz woanders, von daher denke ich nicht, dass es speziell um Eltern ging. Sie sagten, dass wir mit den Schatzsuchen aufhören sollten, weil das echt peinlich wäre. Glaube wäre Privatsache und wir sollten nicht so öffentlich mit dem Übernatürlichen umgehen. Das wäre ihnen auch vor ihren Freunden peinlich.
Dann waren auf einmal ganz viele Leute da, die das auch so sahen und ziemlich ärgerlich auf mich waren. Es war eine Atmosphäre im Raum, die absolut gegen Gott eingestellt war. Ich wusste, dass die Menschen Remscheider mit Einfluss waren, auch wenn ich keinen erkannt habe.
In dem Traum wusste ich 100%ig, dass ich das tat, was Gott will, aber ich konnte es nicht argumentieren. Es klang alles so logisch, was die anderen sagten und ich musste sehr mit mir kämpfen um ihnen nicht Recht zu geben und mit den Schatzsuchen aufzuhören. Dann bin ich aufgewacht.
Jesus hätte die Treue zum Bekenntnis der Gemeinde in Philadelphia nicht hervorheben müssen, wenn es einfach gewesen, daran festzuhalten. Sicherlich stand vieles gegen diese Gemeinde und andere wollten sie von dem Bekenntnis zu Christus abbringen.
Sie lebten in einer Welt, in der Christen mehr Druck bekamen als heute. Sie wurden verfolgt und herumgeschubst. Ihr Apostel Johannes saß auf eine Insel in der Verbannung und die anderen Apostel waren schon tot.
Es gibt immer Stimmen, die sagen, dass man den Glauben versteckt leben sollte. Die Mehrheit wird uns immer verständnislos gegenüberstehen. Vielleicht gehen uns manchmal die Argumente aus, aber wir wissen in unserem Herzen, dass wir Recht haben. In diesen Augenblicken sollten wir uns nach unserem Herz richten und uns weiterhin treu zu Jesus bekennen.
Wenn man es zusammenfassen und auf einen Punkt bringen will, dann war Philadelphia von Treue gekennzeichnet: Treue zu den wenigen Möglichkeiten, die sie hatten; Treue zu Jesu Reden und Treue zum Bekenntnis.

Treue ist im NT immer eine große Sache, die vor Gott  mehr wiegt als äußerer Erfolg.

[eine kleine Kraft – Audiopredigt]

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3 Kommentare

  1. Sehr gut!
    Krasser Traum.

  2. beeindruckend

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