20. März 2006 0
Selbstbezogenheit – Hiob 14,21-22
Sind seine Kinder in Ehren, er weiß es nicht; sind sie verachtet, er merkt es nicht. Sein Leib fühlt nur die eigenen Schmerzen, seine Seele trauert nur um sich selbst. (Hiob 14,21-22)
Der natürliche Mensch dreht sich nur um sich. Er fühlt den eigenen Hunger, die eigenen Schmerzen und ist sich selbst der Nächste. Ich bin kein grosser Soziologe, Politologe oder Historiker, aber mir scheint, dass die Geschichte der Gesellschaft immer eine Geschichte des Kampfes gegen Selbstbezogenheit ist. Man versucht Schutzmechanismen einzuziehen die verhindern, dass Menschen zu sehr nach dem eigenen Vorteil leben. Man schafft Anreize für ein sozialverträgliches Handeln und verbietet Handlungen, die (zu sehr) auf die Kosten anderer gehen. Ein wichtiger Satz der modernen Ethik ist, dass man alle stun darf, was niemand anderem schadet.
Alle menschlichen Konzepte greifen an diesem Pubkt zu kurz. Das Recht bakämpft Symptome und versucht die Krankheit der Ichvergötterung einzudämmen, aber es kommt nie an die Ursache heran.
Der eigentliche Grund für unseren Zustand ist im Schöpfungsbericht zu finden. Der Mensch übertrat Gottes erstes Gebot als der Teufel ihm versprach: “Ihr werdet sein wie Gott” (1.Mose 3,5). Seit dem leben wir uns selbst, in Isolation von Gott und den Menschen und es braucht schon mehr als ein paar Gesetze, Ideale und Lebensregeln um diesen Zustand wirkungsvoll zu ändern.
Neulich habe ich ein Interview mit Brian Welch, dem ehemaligen Korn-Gitarristen gelesen in dem er sagte, dass er mittlerweile bei seiner Plattenfirma angestellt ist, viel Geld in Kinderheime in Indien investiert und insgesamt sehr viel weniger verdient als früher. Das wäre auch vollkommen in Ordnung, er brauche keinen Bentley mehr, er habe lange genug für sich sich selbst gelebt. Solche Geschichten treiben mir immer fast die Tränen in die Augen. Dass ein Rockstar sich bekehrt ist ohnehin cool, aber viel schöner finde ich es zu sehen, dass das Evangelium im Leben eines Menschen richtig greift!
Jesus macht uns frei davon uns selbst der Nächste zu sein und führt uns in die Freiheit Gott und Menschen dienen zu können. DAS ist die Antwort auf die Frage der Selbstbezogenheit, alles andere ist nur Symptombekämpfung; eine Begegnung mit dem lebendigen Gott kann uns vollkommen verändern!
Die Folge ist in 1.Korinther 12 beschrieben: die Gemeinde Jesu ist ein Leib, “wenn darum ein Glied leidet, leiden alle Glieder mit; wenn ein Glied geehrt wird, freuen sich alle anderen mit ihm.” (Vers 26) Das ist das Ende der Selbstbezogenheit in Jesus.

Letzte Kommentare