Seit Jahren quäle ich mich etwas mit dem Begriff „Salbung“. Ich weiß, was gemeint ist und genieße sie sehr, wenn ich sie spüre, aber ich kann sie nicht gut definieren. So suche ich nach Zitaten von Menschen, die sie besser kennen und länger mit dem Heiligen Geist (speziell im Bereich von Heilung) unterwegs sind. Ein solcher Mann ist Andreas Herrmann aus Wiesbaden und ich zitiere eine kurze Definition aus seinem Buch „die Salbung nach der Du Dich sehnst“.

Salbung ist nichts anderes als die Kraft Gottes, die sich in unserer Mitte manifestiert. Sie ist die heilige Gegenwart Gottes in und auf uns Menschen, die uns zu Außergewöhnlichem befähigt. Ist die Salbung im Leben eines Menschen stark, so wird sie für andere unübersehbar erfahrbar, ja sogar spürbar. Jesus selber bewegte sich konstant in einer starken Salbung, die auf alle Menschen, die er traf, eine gewaltige Auswirkung hatte.1

Die Salbung ist eine wunderbare Person – der Heilige Geist.2

Ich wäre dankbar für weitere mögliche Definitionen. Habt Ihr irgendwo eine gelesen, oder Salbung selber definiert? Es ist ein charismatisches Unwort, das ich aber nicht vermeiden kann. Wenn ich es schon benutze, möchte ich es wenigstens erklären können 🙂

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  1. Herrmann, Andreas (2006): Die Salbung, nach der du dich sehnst. 1. Aufl. Solingen: Gottfried Bernard, S. 11 []
  2. Herrmann, Andreas (2006): Die Salbung, nach der du dich sehnst. 1. Aufl. Solingen: Gottfried Bernard, S. 36 []

33 Kommentare

  1. Hallo Storch,

    ganz zutreffend finde ich die Definition auf Wikipedia:

    Die Charismatische Bewegung verwendet den Begriff „Salbung“ sehr oft in einem übertragenen Sinn. Während selten mit wirklichem Öl gesalbt wird, bezeichnet man innerhalb der Charismatischen Bewegung die geheiligte Atmosphäre in einer Versammlung oder die göttliche Autorität, die einem Pastor, Prediger oder Leiter innewohnt als „Salbung“. Sie ist nach diesem Verständnis also gleichbedeutend mit der Gegenwart und dem Wirken des Heiligen Geistes.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Salbung

  2. Den Part mit „… die einem Pastor, Prediger oder Leiter innewohnt …“ würde ich allerdings durch „… die dem Gesalbten innewohnt …“ verallgemeinern.

  3. Salbung ist auch immer eine Ausrüstung/Befähigung zu einer bestimmten Aufgabe. Das wird aus vielen Stellen des ATs deutlich. Man wird zum Priester, Prohpet, König gesalbt, und wegen der Salbung hat man dann auch die Fähigkeit diese Position auszuüben. Die Salbung macht einen David überhaupt erst dazu fähig, ein König zu sein.

  4. Salbung würde ich am ehesten mit dem Zustand des Flow (Psychologie) http://de.wikipedia.org/wiki/Flow_(Psychologie) beschreiben wollen. Zu meinen Erfahrungswerten gehören verschiedene Tiefen von Salbungen. Manchmal erlebst Du ein leichtes Berührtsein vom Heiligen Geist, zu einem anderen Zeitpunkt ist es ein Zustand an dem das Erleben der Herrlichkeit in einen Zustand versetzt, in dem es keine Schmerzen, keine Sorgen und keine Anstrengung zu geben scheint, um zu dienen oder zu empfangen. Tritt man aus der Salbug heraus, hat einen die „Realität“ wieder. Unter der Salbung agiert man mühelos im Übernatürlichen. Bei einer starken Anbetungssalbung ist man in nullkommanix vor dem Thron Gottes. Hat der/die Anbetungsleiter/in eine starke Salbung fließt man ganz leicht mit ihm oder ihr. Salbung ist unsichtbar, dennoch kann man manchmal so eine Art Kraftfeld spüren.

  5. Wie kommt man eigentlich auf die Auslegung, dass die „Salbung“ ein wahrnehmbarer, zeitlich beschränkter Zustand ist? Fände ich toll, wenn mir das mal jemand exegetisch erläutern könnte.

    Unter Salbung verstehe ich vielmehr einen dauerhaften Status, den Gott uns einmal für immer erteilt, analog zu den Königssalbungen im AT. Wir sind von Geburt an Sünder, aber von Gott zu seinen Kindern ernannt. Und dieser Status ist unabhängig von unserer momentanen Gefühlslage oder unserer Wirkung auf unsere Umgebung.

  6. @ Philipp
    1. Johannes 2,20.27 und Mt 5,16

    Dann noch eine Definition von Salbung:
    Die Salbung in uns ist die Zuteilung aus Gottes Herrlichkeit in unseren Geist. Durch die Gemeinschaft mit dem Heiligen Geist und das Dranbleiben an dem Wort Gottes nimmt die Herrlichkeit Jesu Christi in uns zu. Das Christusleben in uns nimmt Gestalt an.
    Die Salbung auf einem Menschen kann unabhängig von seinem Charakter sein. Es ist ein Gnadenwirken Gottes zu einem bestimmten Augenblick für einen bestimmten Zweck. Die Salbung in einem Menschen hat mit der Umgestaltung seines inneren Wesens und seines Charakters zu tun. Christus scheint aus einer solchen Person heraus. Dies ist ein Prozess des Wachstums gemäß dem, wie sehr wir dem Wort Gottes und dem Heiligen Geist in unserem Leben Raum geben. Jordan, Matthias(2004): Dein neues Leben. 1. Aufl. Solingen Gottfried Bernard S.54

  7. @masp:
    Die genannten Bibelstellen haben m.E. nichts mit einer „Salbung“ im Charismatischem Sinn zu tun.
    In 1. Joh 2,20-27 geht es um die Taufe (Zusammenhang: getaufte Christen müssen sich von Häretikern/Antichristen, d.h. Menschen außerhalb der Kirche nicht belehren lassen, da die Christen den Hl. Geist seit der Taufe haben, der ihnen die Wahrheit deutlich macht).
    In Mt 5,16 geht es darum, dass wir das Licht der Welt sein sollen und unsere Werke (=gute Taten=Licht) vor den Menschen leuchten soll, damit Gott gepriesen wird.
    Was hat das alles mit der „Salbung“ im Charismatischen Sinn zu tun?
    Am ehesten würde ich die Charismatische „Salbung“ mit „Erfüllung mit dem Hl. Geist“ deuten wollen (sofern es wirklich der Hl. Geist ist, der wirkt und nicht einfach ein „normales“ Gefühl aufgrund eines Berührtseins)

  8. PS: Lässt sich eigentlich die Erfahrung der „Salbung“ auch bei den frühen Christen kirchengeschichtlich nachweisen oder wann ist dieses „Phänomen“ zum ersten Mal in Erscheinung getreten?

  9. @ philip: das sind zwei verschiedene paar schuhe. das eine ist unser zustand vor gott (wiedergeboren, gottes könige usw.)
    das andere (salbung wie wir es hier diskutieren) ist eine kraft, die zum dienst befähigt. es ist die kraft, die jesus von sich ausgehen spürte, als die blutflüssige frau ihn berührte.

    @ stef: in mystischen texten ist schon die rede von spürbaren dingen. das könnte salbung sein. aber das hat mich nie sehr interessiert, von daher: keine ahnung. was sagst du denn selber dazu, du liest bestimmt mehr kirchenväter als ich.

  10. @Storch

    das andere (salbung wie wir es hier diskutieren) ist eine kraft, die zum dienst befähigt. es ist die kraft, die jesus von sich ausgehen spürte, als die blutflüssige frau ihn berührte.

    Ja, ich verstehe schon, was du mit „Salbung“ meinst. Aber wieso nennst du das Salbung? Wo hast du das her? In der Bibel kann ich das jedenfalls nicht finden.

    @Masp
    Naja, in Matthäus 5,16 geht es um gute Werke, v.a. um Werke der Barmherzigkeit. Und von Salbung steht da auch nichts, sondern von „Licht“.
    In 1. Johannes 2, 20-27 steht tatsächlich Salbung und es heißt dort, dass die Empfänger des Briefes die Salbung empfangen haben. Und ich verstehe die Salbung als ein Bild für unseren Status bei Gott, nämlich dass wir „Erben Gottes“ (vgl. Römer 8,17) sind.
    Ich würde „Salbung“ nicht mit „Taufe“ gleichsetzen, wie Stefan. Ich denke, es sind unterschiedliche Bilder, aber sie weisen beide auf die selbe geistliche Wirklichkeit hin.

  11. Ich scheue etwas vor dem Begriff „Salbung“ zurück, wohl auch deshalb, weil ich ihn (wie Philip richtig anmerkt) nirgends in diesem Zusammenhang in der Bibel finde.
    Gesalbt wurde man zum König oder zu einem bestimmten Dienst (Prophet meinetwegen), oder Jesus wurden von der Prostituierten die Füße gesalbt… – aber das hat alles meines Erachtens nichts mit dem zu tun, was heute zum Teil unter dem Begriff verstanden wird.
    Die biblische Salbung bleibt, wo sie ist. Selbst der inzwischen in Raserei verfallene Saul blieb der Gesalbte, den David nicht anzugreifen wagte.

  12. okay, frage falsch verstanden. leider wiess ich nicht, wer wie auf den begriff gekommen ist. mein post sagt ja auch, dass ich mit dem begriff selbst auf kreigsfuss stehe, ähnlich wie gjm. aber man kommt eben auch schlecht drum herum weil das phänomen einen namen braucht.

  13. Na ja – braucht das Phänomen wirklich einen Namen? Das Zitat von Andreas Hermann »Jesus selber bewegte sich konstant in einer starken Salbung, die auf alle Menschen, die er traf, eine gewaltige Auswirkung hatte.« halte ich für gewagt, denn Jesus wurde ja erst kurz vor seiner Kreuzigung »gesalbt«.
    Warum soll man das, was gemeint ist, nicht einfach »Kraft Gottes« nennen? Oder »Vollmacht« – denn bevollmächtigt war Jesus (und sind Menschen mit einem Heilungsdienst beispielsweise) zweifellos.

  14. die salbung, die du meinst, ist ja mehr seine vorgezogene leichensalbung gewesen. darum geht es andreas ja nicht. ich denke schon, dass jesus immer diese „kraftausstrahlung“ hatte. d.h. erst nach seiner (geistes)taufe.
    ich sage auch meist eher „kraft“ und „vollmacht“, bin aber nicht zufrieden damit, weil die worte noch andere konotationen haben. „kraft“ ist mir zu unabhängig von der gegenwart gottes, „vollmacht“ noch mehr. vollmacht ist etwas, das man einfach hat, salbung ist ein beziehungsding. auch wenn ich es nicht komplett fassen kann, bin ich mit salbung als begriff glücklicher. ich benutze das wort selten beim predigen oder lehren, aber für mich selber ist es gut und griffig. außerdem ist es bei denen, die in ihr leben ein feststehender begriff, den man nicht ohne weiteres umgehen kann.

  15. Wie verstehst Du denn die Tatsache, dass man „in“ der Salbung (wenn man das Wort halt einfach mal verwendet) und dann wieder „außerhalb“ der Salbung sein kann?

    Ich meine, ich habe von Jesus definitv Vollmacht, aber ich diene nicht immer vollmächtig; ich bin (gemäß 1. Johannes 2) gesalbt, lebe aber nicht immer „in der Salbung“. Ich bin erfüllt mit dem HG, aber lebe nicht kontinuierlich aus ihm heraus.
    Sind das im Prinzip verschiedene Arten, dasselbe auszudrücken?

    Ich habe heute darüber nachgedacht, was Du in dem Post von heute schreibst, storch, wie kann ich sehen, was der Vater tut. Ich habe nicht „seit meiner Bekehrung“ darüber gebetet, weil ich lange nicht wusste, dass wir „die gleichen Werke tun“ sollen wie Jesus.
    Das ist doch eigentlich eine andere Art auszudrücken, dass er nur das tat, wozu ihn der HG inspirierte? Die Folge daraus wäre ja, wie du auch schreibst, „einfach“ ein Bemühen um immer mehr Vertrautheit mit dem HG und ein immer besseres Kennenlernen. Je besser ich ihn kenne, desto besser weiß ich, wie er denkt, und irgendwann wird es so sein wie bei alten Ehepaaren, dass sie sich bloß anschauen und jeder weiß, was der andere grad denkt… *schmacht*

  16. ich meine, dass eben das der unterschied ist, weswegen ich auch am begriff der salbung festhalte: vollmacht funzt auch, wenn man keine spürbare salbung hat. kenneth hagin hat über den aspekt einiges geschrieben.

  17. @Philip:
    Ich hatte mich vielleicht etwas missverständlich ausgedrückt:
    Ich schrieb „In 1. Joh 2,20-27 geht es um die Taufe “ und meinte damit nicht, dass die besagte „Salbung“ einfach identisch mit der „Taufe“ sei, sondern lediglich dass es im besagten Abschnitt um die Taufe ginge.
    M.E. wird mit „Salbung“ hier gemeint, dass wir Christen durch den Empfang des Hl. Geistes in der Taufe „gesalbt“ wurden (vgl. auch z.B. 2. Kor 1,19-22). Christus bedeutet ja eigentlich „der Gesalbte“ und wir Christen haben an „Seiner Salbung“ Anteil durch den (Empfang des) Hl. Geist.

  18. @Storch:
    Die Mystiker haben sicherlich ähnliche Erfahrungen gemacht wie manche der heutigen Charismatiker. Jedoch glaube ich kaum, dass es früher Christen gab, die von „Salbung“ sprachen und darunter auch die Dinge verstanden wie es z.B. Andreas Hermann offensichtlich tut.
    Ich schließe mich da Günter an und würde das Wort „Salbung“ nicht für solche charismatische Erfahrungen verwenden, da es dafür in der Bibel auch nicht gebraucht wird.
    Die wörtliche Bedeutung von „Salbung“ ist ja (wie bereits gesagt wurde) die Salbung von Menschen mit Öl für ein geistliches Amt. Im übertragenen Sinne auch die Salbung mit dem Hl. Geist (für den das Öl ein Symbol ist).
    Dies ist jedoch m.E. von Phänomenen wie die „Erfüllung mit dem Hl. Geist“ (was der Bedeutung von „Salbung“ im charismatischen Sinn vielleicht am nächsten kommt) zu unterscheiden.
    Mir persönlich geht die regelrechte „Salbungs-Theologie“ mancher Charismatiker zu weit.

  19. @ storch

    Ja, das fiel mir dann auch ein, als ich den Kommentar schon abgeschickt hatte: Dass es ja zB auch heißt, das „Gottes Gaben und Berufung unbereubar“ sind, d.h. oft sogar Leute, die charaktermäßig schon lange nicht mehr besonders nah beim Herrn sind, trotzdem noch ihre Gabe ausüben können – das spräche ja schon irgendwie dagegen, dass sie besonders vertraut mit dem HG unterwegs sind, oder? Ich meine, wie intimen Umgang kann man mit einem heiligen Geist haben, wenn man seine Überführung dauerhaft ignoriert?

    Aber nochmal zurück: Wie siehst du das, dass wir einerseits die Vollmacht schon haben, andererseits Stück für Stück hineinwachsen müssen, so ähnlich dürfte es mit der Salbung ja auch sein?
    Ist das bei der Vollmacht ein bloßes Glaubensding und bei der Salbung eben ein Beziehungsding?

  20. ist es denn wichtig, ob die mystiker das wort verwendet haben? oder ob es so in der bibel vorkommt? ich meine, sie haben auch nicht von lobpreis gesprochen und das wort kommt auch nicht in jeder bibel vor. ebenso wenig wie kindergottesdienst usw. ich finde es vollkommen okay, wenn bewegungen, die andere akzente setzen auch einige worte verwenden.

  21. @ köto: unsere kommentare haben sich überschnitten.
    so genau würde ich das nicht trennen. gehört ja auch irgendwie alles zusammen. wobei ich es auch so sagen würde wenn ich es trennen müsste.

  22. @Storch:
    Mir ging es ja auch nicht um Worte, sondern um die BEDEUTUNG der Worte. Den Mystikern ging es darum, mit Gott auf „mystische“ Art und Weise eins zu werden (durch Hingabe, Meditation etc.). Bei der „Salbung“ im charismatischen Sprachgebrauch geht es m.W. um andere Dinge, z.B. um eine besondere Kraft oder Befähigung von Gott durch den Hl. Geist zu erhalten. Oder habe ich da etwas missverstanden?

  23. @ Philipp
    was ist bitte die gleiche geistliche Wrklichkeit von Taufe und Salbung? Was ist geistliche Wirklichkeit?

  24. @Storch:
    Vielleicht drücke ich mich jetzt etwas krass aus. Aber mich erschreckt die Leichtfertigkeit, wie Du an die Sache herangehst. Wenn Du weißt, dass dieses Verständnis von Salbung so nicht in der Bibel auftaucht, dann müssen doch die Alarmglocken schrillen. Stattdessen tust Du so, als ginge es nur um eine Vokabel.
    Aber das ist nicht der Punkt! Es geht um die Frage, ob uns hier jemand seinen esoterischen Anbau mit fromm klingenden Vokabeln andrehen möchte, oder ob es sich um eine original christliche Lehre handelt. Nur müssten wir im zweiten Fall doch auch eine passende Vokabel für das Phänomen finden können.

    @Masp:
    Die geistliche Wirklichkeit kann ich überhaupt nicht in Worte fassen. Ich kann sie nur mit Bildern beschreiben:
    – Die Wiedergeburt: Wer in Christus ist, ist eine neue Kreatur
    – Die Taufe: Wer Buße tut, wird von seinen Sünden rein gewaschen
    – Die Salbung: Wer die Salbung empfangen hat, ist ein Prinz / eine Prinzessin
    – Die Kindschaft: Wer an Jesus glaubt, ist ein Kind Gottes
    – Das Gleichnis vom verlorenen Sohn
    – usw.

    Alle diese Bilder heben etwas andere Aspekte heraus, aber alle deuten auf das selbe, alles entscheidende Ereignis in der geistlichen Welt hin. Wir sind keine Sünder mehr, sondern von Gott angenommen und gerecht gemacht und können so das ewige Leben haben.

  25. nenene, das verständnis von salbung taucht sehr wohl in der bibel auf. nur der begriff taucht ebenim NT nur zweimal im 1.Johannesbrief auf. es wird einfach ein begriff verwendet um etwas geistliches zu beschreiben, das in der bibel mit mehreren begriffen beschrieben wird. die salbung wird ja auch wieder unterschiedlich beschrieben, im englischen z.b. of mit „mantle“, zurückgehend auf die geschichte mit dem mantel des elia. im deutschen benutzen manche auch „flow“ (was ich lustigerweise nie im englischen gelesen habe). mystiker sprachen von „flüssiger liebe“ oder „flüssigem licht“ (wie auch todd bentley in jüngerer zeit) um ein phänomen oder gefühl zu beschreiben, das ich als salbung beschreiben würde.
    das wort hat ja auch wurzeln im AT, nur dass die salbung, die wir meinen, nicht äusselich in der gestalt des sichtbaren öls ist.

    die beschriebene tatsache ist absolut biblisch, nur das wort ist egal. da haben wir uns wohl missverstanden.

  26. Ah cool, dass Du zu dem Thema mal was schreibst. Salbung ist für mich so eine Begrifflichkeit, die ich noch nie so recht verstanden habe. Vorallem weil sie landläufig scheinbar hauptsächlich in dem Kontext auftritt, dass Menschen, die sich ihrer Identität in Christus nicht bewusst sind, diese auf andere Personen projezieren und das sich dann meist auf so ein „Stars und Sternchen“ Denken reduziert.

  27. au weh, das wäre böse. dann ist es ja auch immer die salbung der anderen. das macht andreas auch völlkommen deutlich, dass jeder gesalbt sein soll. im grunde hat er das buch geschrieben damit jede/r in der salbung wachsen kann.

  28. @Storch:
    Das musst Du mir mal erklären wo die „Salbung“ wie sie z.B. Andreas Hermann beschreibt in der Bibel finden.
    1. Joh 18ff z.B. wird m.E. hierfür total aus dem Zusammenhang gerissen. Da beschreibt Johannes nicht wie wir eine besondere Erfüllung mit dem Hl. Geist oder Nähe zu Gott („Salbung“ im charismatischen Sinne) erhalten können, sondern um den Antichristen und dass wir auf Irrlehrer nicht hören sollen/brauchen, da wir selbst den Hl. Geist der Wahrheit („Salbung“) haben.
    Nur weil in 1. Joh 2 das Wort „Salbung“ auftaucht, heißt das noch lange nicht, dass eine Salbung im charismatischen sinne gemeint ist. Das wäre m.E. eine schlechte Exegese…

  29. PS: Und wenn die charismatische Bedeutung von „Salbung“ nicht unter dem Begriff „Salbung“ in der Bibel auftaucht, dann muss man sich doch einmal fragen, warum dieser Begriff (und nicht die anderen Begriffe, die in der Bibel tatsächlich vorkommen) in charismatischen Kreisen verwendet werden. Das verwirrt doch mehr als das es einem hilft Gottes Wirken in dieser Welt zu verstehen, oder nicht?
    M.E. wird hier lediglich versucht, das charismatische Phänomen der „Salbung“ eine besondere geistliche Bedeutung zuzuschreiben und biblisch zu legitimieren, was ich jedoch von der Schrift her nicht wirklich nachvollziehen kann.

  30. PPS: Ich meinte oben natürlich 1. Joh 2,18ff…
    Noch was zur „Salbung“: Übrigens war es in der Alten Kirche üblich die Täuflinge nach der Taufe mit Öl zu salben, was später bei Kleinkindtaufen in die „Firmung“ überging. Von dem her finde ich ist es ziemlich klar, was in 1. Joh 2 mit „Salbung“ gemeint ist (so sahen es übrigens auch die Kirchenväter)…

  31. mensch stef, das willst du jetzt aber auch missverstehen, oder?

    also noch einmal:

    1) der begriff salbung kommt in der bibel vor. in absolut unterschiedlichen zusammenhängen: salbung in ein amt (AT) und als synonym für den HG (1.Joh) und als Symbol für Kraft in jak 5 + zwei oder drei Stellen in den Evangelien in denen Kranke gesalbt werden.
    alles zusammen genommen macht ziemlich genau das aus, was charismatiker unter dem Begriff Salbung verstehen: eine gegenwart des Heiligen Geistes die befähigt bestimmte Dinge zu tun und damit auch den Willen des Vater in einer gegebenen Situation ausdrückt.

    2) das wort Salbung wird tatsächlich nicht so in der bibel benutzt. da muss man mal 1+1 zusammenzählen. das machen wir auch bei 1000 anderen sachen so. z.b. zählt ihr bestimmte stellen zusammen und kommt auf „papst“, der steht auch nicht in der bibel. oder wir definieren gebet auf eine weise die viel umfassender ist alses in jeder einzelnen stelle in der bibel vorkommt.

    3) es werden auch andere begriffe verwendet, die weitgehend synonym benutzt werden können: Kraft, Gegenwart, Flow, Herrlichkeit usw. Sich an dem einen Wort aufzuhängen ist echt nicht sinnvoll.

    4) es kommt nun mal vor, dass nach 2000 sprachentwicklung wörter heute anders benutzt werden. episkopos meinte auch keinen Bischof wie ihn die Großkirchen heute verstehen. das amt des priesters oder pfarrers als leiter einer pfarre finde in so auch nicht im NT usw.usw. wieso soll das auf einmal ein problem sein?

    5) dein PS:

    M.E. wird hier lediglich versucht, das charismatische Phänomen der “Salbung” (…) biblisch zu legitimieren, was ich jedoch von der Schrift her nicht wirklich nachvollziehen kann.

    Eine riskante Aussage, ich erinnere mal daran, wie oft wir diese Diskussion hier über katholische Theologie geführt haben. viele theologien stehen auf dünnem boden. und damit meine ich nicht das, was manche leute über salbung lehren.

    6) dein pps:
    das mag ich nicht so stehen lassen. es gibt keine kleinkindtaufe, das ist schlicht keine taufe. wenn nach einem unbiblischen rituale kinder auch noch gesalbt werden, kann man ja wohl nicht auf die bibel zurückschließen. von einer späteren praxis auf das wort zurückzuschließen ist eisegese reinsten wassers.
    außerdem passt es überhaupt nicht zu 2.johannes, denn diese äusserliche salbung lehrt bestimmt nichts, die wäscht sich mal ab. johannes spricht von etwas innerlichem und nicht von etwas äußerlichen.
    außerdem möchte ich Dich bitten mit den armen kirchenvätern etwas differnzierter umzugehen. die hatte teilweise erhebliche kontroversen (was natürlich dadurch etwas ausgeglichen wird, dass die kath. kiche sie später ausgesiebt hat und einige dann eben keine „kirchenväter“ mehr waren). sie als eine geschlossene Gruppe darzustellen, die über jahrhunderte dasselbe sagten und dachten ist nicht richtig. also wäre es hilfreich zu sagen, welcher kirchenvater was gesagt hat. ich würde nicht darauf wetten, dass alle kinder gesalbt haben usw.

  32. @ Philipp
    da haben wir ein vollkommen unterschiedliches Verständnis von Taufe.
    @Stef
    ich finde Du reduzierst Deine ablehnende Haltung zur Salbung auf das charismatische Verständnis von Salbung. Es gibt doch auch keinen charismatischen oder evangelischen oder katholischen Gott. Es gibt nur einen. Ich hatte auch lange eine abwartende Distanz zu diesem Thema. Mir hilft es immer die Früchte eines geistlichen Phänomens abzuwarten. Glaub mir die sind so gut, die können nur von dem einzigen Gott sein.

  33. @Storch:
    Nee, ich will Dich wirklich nicht missverstehen. Keine Absicht!
    Bzgl. der biblischen Grundlage für das charismatische Verständnis von „Salbung“ kann ich Dir leider immer noch nicht folgen. Muss ja auch nicht sein. Da haben wir eben unterschiedliche Meinungen.
    Das mit der Kleinkindertaufe hast Du übrigens wohl missverstanden. Ich wollte damit nicht „rückwärts“ argumentieren, sondern nur deutlich machen, dass in der Alten Kirche „Salbung“ und „Taufe“ aufs Engste verknüpft war. Und ich meinte auch deutlich gemacht zu haben, dass ich damit nicht einfach nur das Salböl gemeint habe, sondern, dass eine Salbung immer nur das äußere Zeichen der inneren Wirkung des Hl. Geistes darstellt.

    Zum Schluss bzgl. Kirchenväter: In diesem Fall der Auslegung von 1. Joh 2, 20 waren sich die Kirchenväter tatsächlich ziemlich einig, dass sich „Salbung“ auf den Empfang des Hl. Geistes bei der Taufe bzw. Firmung bezog (auch wenn es noch andere Meinungen gab wie „Gnade“, „Weisheit“, die jedoch i.d.R. auch durch die „Salbung“ mit dem Hl. Geist bei der Taufe/Firmung verliehen werden).

    Hier mal der entsprechende Abschnitt aus einem Bibelkommentar von Cornelius à Lapide (17Jh., siehe http://www.catholicapologetics.info/scripture/newtestament/Lapide.htm):

    Ver. 20.—But ye have an unction from the Holy One, and ye know all things, so that it is not necessary to speak at greater length to these antichrists. By the word ‚unction‘ he refers to Antichrist, and also to Christ (the anointed One). See also what Christ Himself says, Joh 16:13.
    But what is this ‚unction‘? (1.) Œcumenius and S. Jerome on Hab 3. and S. Cyril Alex. say ‚baptism,‘ when we are anointed on our head. (2.)  S. Cyril of Jerus. says, ‚the sacrament of confirmation,‘ when we are anointed on our forehead. (3.) Em. Sa. says, ‚the profession of Christianity;‘ others the Christian faith, grace, the gift of wisdom and understanding; others the inspiration of the Holy Spirit. But they all come to the same point, for in these various ways you will learn all the duties and doctrines of Christianity, and to discern and avoid heretics as opposed to Christ. The word unction stands for the ointment or oil, not for the mere transient act of anointing. In the Greek it is ??????. It has reference to the name of Christ, and the sacraments of baptism and confirmation, which used to be given immediately after baptism as its complement and perfection.  S. Cyril accordingly understands it to refer to confirmation, so also does Turrianus, and Bellarmine, de Confim. lib. ii. capp. 5 et 8. For by anointing is here to be understood, not so much sanctifying grace, as the gift of wisdom and understanding. (See S. Gregory, Mor. v. 19 (al. 20), S. Irenæus iv. 43). For this gift was bestowed at first on baptized persons. Act 2:6, Act 10:46, Act 19:6;
    1Cor 14. And it is even now given in baptism (Isa 11:1), though not so abundantly. The word also relates to the royal priesthood, which S. Peter (1Peter2:9) ascribes to all Christians. For as in old time prophets, priests, and kings were anointed to their office, so do Christians when anointed in baptism and confirmation receive grace, to rule themselves as kings; to foresee future good and evil, as prophets; and to present, as priests, the offerings of good works. So that this gift of the, Holy Spirit, conferred by the outward anointing, will teach Christians everything which concerns Christian life and conduct. For these reasons S. John rejoices in the word ‚unction,‘ as representing Christ and His ‚love,‘ of which it is said (Son 1:2), „Thy name is like ointment poured forth;“ and S. John was, in consequence of his constant preaching of Christ, thrown about this time into a caldron of boiling oil, but escaped unhurt as having been strengthened by the anointing of Christ. See also Psa 45:8; Isa 61:1; Act 10:38. S. Athanasius (Epist. ad Serap.) says that this ointment is the Holy Spirit with all His gifts and graces. For in justification is infused not only grace and charity, but the Holy Spirit Himself. See Rom 5:5; Conc. Trid. Sess. vi. cap. 7. And S. Augustine (in loc.) says, This spiritual anointing is the Holy Spirit Himself, and the outward anointing is the sacrament thereof. So, too, in the „Veni Creator,“ we read of the ‚Anointing Spirit.‘ The Holy Spirit then, inhabiting, enlightening, and directing the soul, teaches it at the fitting time all things befitting its salvation. S. Clement (Const. Apost.)

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