Jesus aber sagte zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich aus tun, sondern nur, wenn er den Vater etwas tun sieht. Was nämlich der Vater tut, das tut in gleicher Weise der Sohn. (Johannes 5,19)

Diese Stelle begleitet vermutlich jeden, der sich mit dem Übernatürlichen und speziell mit Heilung beschäftigt. Es ist eine schwierige, herausfordernde Stelle. Früher war es eine der Stellen die mich, zusammen mit Johannes 17 (vor allem Vers 21) am meisten ins Gebet geführt haben. Ich wollte (und will immer noch) diese Einheit mit Gott haben in der ich permanent sehe, was der Vater tut und den Mut habe seine Werke zu tun.

Mit der Zeit wurde es eine Stelle, die mich theologisch immer stärker herausforderte je mehr ich mich mit Glauben auseinandersetzte. Eine zeitlang kam es mir so vor als würde Johannes 5,19 bedeuten, dass Jesus nur für die Kranken betete, die Gott ihm zeigte und von denen er so wissen konnte, dass sie geheilt würden wenn er ihnen diente. Der Gedanke kam mir umso überzeugender vor als ich ihn immer wieder von anderen Christen zu hören bekam: Jesus hatte deshalb eine 100%-Quote im Übernatürlichen weil er nur Dinge „versuchte“, die von vorneherein sicher waren.

So weit so gut, aber bin ich der einzige, den der Umkehrschluss stört? Wenn Gott nur bei einigen Jesus inspirierte sie zu heilen, war es dann bei den anderen Kranken nicht sein Wille, sie zu heilen? Was ist dann mit 1.Petrus 2,24? Jesaja 53,3-5? Alles Stellen aus denen klar hervorgeht, dass Heilung Teil der Erlösung ist und jedem zur Verfügung steht, der sie als Gottes Kind gläubig annimmt? Soll ich nach Johannes 5,19 nur für Kranke beten, wenn der Heilige Geist es mir ausdrücklich aufs Herz legt?

Auf den ersten Blick sind es zwei sich widersprechende Wahrheiten: Gott will alle heilen, Gott will nur manche heilen. Dasselbe mit Befreiung und eigentlich jedem Segen, den Gott zu geben hat.

Mittlerweile nehme ich keinen Widerspruch mehr wahr. Ich sehe in Jesu Heilungsdienst zwei Quellen der Heilung wahr (die in der einschlägigen Literatur auch hinreichend bezeugt sind): zum einen gint es Heilungen bei denen Jesus in der Inspiration des Geistes auf einen Kranken zugegangen ist, der nicht einmal um Heilung gebeten hat und ihn einfach so geheilt hat; zum anderen gibt es Heilungen in denen Jesus eigentlich nichts gemacht hat und es einfach der Glaube des Kranken war, der ihn geheilt hat. Ein Beispiel für die erste Kategorie ist der Kranke am See Bethesda (Johannes 5); das klarste Beispiel für Typ2 ist die blutflüssige Frau (Lukas 8,43ff).

Für uns, die wir verstärkt im Heilungsdienst arbeiten bedeutet dies, das wir zum einen offen sein wollen dafür, dass uns der Heilige Geist einen Kranken zeigt für den es dran ist zu beten (oder uns klarmacht, wenn das gerade nicht dran ist), dass wir aber auch weiterhin daran arbeiten wollen den Glauben von Kranken durch das Wort aufzubauen (was auch Jesu Methode war: Markus 6,6).

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14 Kommentare

  1. gute gedanken, danke storch fürs schreiben… es fehlt einem echt, aber dafür ist man umso überraschter, wenn dann doch mal wieder storch im feedreader aufleuchtet 😉

  2. ja, echt gut was Du schreibst…finde es immer gut, ein paar Zeilen für das Wirken Gottes freizulassen. Man kann Liebe einfach nicht kategorisieren.
    Danke und Segen Dir!

  3. ich habe schon wieder einiges auf halde. mal sehen, wann ich es poste. vielleicht poste ich einfach mal eine weile wöchentlich.

  4. hallöli storch!!

    ich habe gute nachrichten:
    ich wurde geheilt!!!!!!!!!!!!!
    näheres am freitag(?) oder jetzt
    —> http://home-affairs.blogspot.com

  5. super, rs!
    gut, dass du drangeblieben bist. der teufel hat kein recht, dir das zu nehmen.
    leider kann ich bei dir nix kommentieren, deswegen auf diesem wege: füll deine gedanken mit der guten nachricht – lies die heilungspassagen, gerade in den evangelien und meditiere darüber. zusätzlich auch 1.petrus 2,24, ganz wichtige stelle!

  6. Hallo wie ist das denn mit der blutflüssigen Frau gewesen, da hat sich Jesus doch keine gedanken vorher gemacht und hatte keine „Eingebung“ vom Vater. Sondern die Frau war einfach verzweifelt und hat das ausprobiert wovon sie gehört hat, das Jesus heilt, in dem sie ihn berührt hat. Ich denke es gibt in geistlichen Dingen sogenannte Prinzipien, aber keine klaren Regel, wo nach es nu funktioniert. Norbi

  7. @norbi: das meint ja storch gerade… die blutflüssige frau ist geheilt worden, weil sie geglaubt hat… nicht weil jesus ne eingebung hatte. es gibt halt beides: die eingebungs-heilung und die glaubens-heilung… wenn man es mal überspitzt formulieren will.

  8. Komisch mal nach langer Zeit so ein Rundgang durchs Ghetto zu machen. Du machst Dir echt Effektivitätsberechnungen in Glaubensangelegenheiten? Wieviel Glauben bekommt wieviel Heilung? Wieviel Geisterfüllung benötigt man, um das Sana-Klinikum abschaffen zu können? Welche Bibelstelle passt auf welche Diagnose? Welche Kategorie von Glauben muss ich mir aneignen, um Hepatitis C loszuwerden? Oder was?
    Ich weiß, dass es echt vielen hier darum geht, anderen zu helfen. Daran will ich nicht rummäkeln, aber ist es nicht ein Teil der Unfassbarkeit Gottes, dass er eben nicht funktioniert wie ein Zigarettenautomat. Gebet oben reinschmeißen, Segen oder Heilung drücken und -zack- bekommt man eine BigBox oder eine normale…
    Wie so nicht einfach Gott Gott sein lassen und darauf vertrauen, dass er es gut mit mir und meinem kranken Nachbarn meint, und ihn dafür zu loben und anzubeten?
    Grüße Ine

  9. @ Lydia ich hatte das Beispiel genaommen, weil Jesus im grunde „nichts“ gemacht hat, glaube ich sehe das auch so
    @Ine ich bin der meinung das ich noch ein Buch von dir habe, vielleicht kannst du mir ja eine Email schicken, das ich dir das Buch zukommen lassen kann. MfG Norbi

  10. Wenn Gottes Wege zu unseren eigenen werden.

    Letzte Woche in der Jüngerschaftsschule erzählte uns Christina von einer tragischen wahren Begebenheit:
    Ein junger Mann, hingegeben in Seiner Beziehung zu Gott.
    Er erlebte einige Wunder … Heilungen … Ein Loch im Herzen wurde geheilt durch sein Gebet.
    Er sehnte sich aber nach mehr. Las so oft er konnte in der Bibel und betete fast den ganzen Tag.
    Irgendwann merkte er das Gott nicht mehr so wirkte wie am Anfang.
    Herr was ist los? Ich suche Dich jeden Tag! Herr setz Dein Wirken frei!
    Gott sagte zu Ihm? Bist Du bereit vor allen Leuten hier auf dem Marktplatz vor mir zu knien?
    Weil er sich so sehr nach Gottes Eingreifen und Handeln sehnte, kniete er vor Gott auf diesem Marktplatz.
    Wir alle würden jetzt denken. WoW jetzt muss aber die Gnade Gottes wie ein Sturmwind kommen. Tausende von Menschen müssten sich jetzt bekehren und Heilungen müssten jetzt passieren.
    Dieser Junge Mann, viel vom Glauben ab, weil er mehr nach Gottes Eingreifen suchte, als Gott bereit war zu tun. Er suchte mehr das Wirken, als Gott selbst!

    Joh 8,38 Ich rede, was ich bei dem Vater gesehen habe; auch ihr nun tut, was ihr von eurem Vater gehört habt.

    Wir müssen aufpassen, das wir unsere Vorstellungen nicht vor Gottes Willen setzen.
    Oft sehnen wir uns mehr nach einem kraftvollem Wirken Gottes, als das wir uns danach sehnen das zu tun, was Gott will.
    Es ist ja berechtigt, Heilungen zu wollen, Befreiung zu wollen, Menschen zu dienen usw…
    Aber was ist all das, wenn wir nicht genau das tun, was der Vater tun will?
    Er kennt unser Herz und unsere Motivationen.
    Wie oft wollen wir die Dinge nur um gut dazustehen?
    Wie oft gebrauchen wir seine Segnungen um Ehre zu bekommen?

    Mich hat diese Geschichte sehr beschämt, weil ich von mir selber weiß, wie sehr verlockend Gottes großes Eingreifen sein kann, mehr die Auswirkung zu suchen als den Geber selbst. So sehr ich mir wünsche, das Menschen frei werden und geheilt werden, will ich den Willen des Vater tun, oder meinen eigenen?

    Lass uns in Seiner Gnade ruhen, das wir bereit sind, genau indem zu sein was Gott tun möchte.
    Und wenn es meine Aufgabe ist, mein Leben lang für nur einen Menschen zu beten, das er gerettet wird.
    Wenn es meine Aufgabe ist, meinem Chef auf dem Arbeitsplatz zu dienen das er von Jesus berührt wird.
    Was auch immer unsere Aufgabe von Gott ist, lass uns in dieser Aufgabe mit ganzer Kraft und Salbung hineininvestieren, das Sein Reich kommt und Sein Wille geschieht.
    Salbung ist, in der Kraft des Heiligen Geistes zu wandeln und die eigenen Wege zu verabscheuen.
    Wir werden Großes sehen, aber nicht um unsere eigenen Wünsche zu erfüllen, sondern weil Gott es verheißen hat und weil Gott es will.
    Sind wir bereit für Erweckung zu beten, ohne dabei im Sinn zu haben die Hauptakteure zu sein?
    Sind wir bereit auf unsere Positionen im Reich Gottes zu verzichten, das Gott tun kann was Er tun möchte?
    Oder stellen wir uns Ihm in den Weg?
    Herr, wenn ich nicht bei der Erweckung nicht mitspielen darf, hört hier mein Einsatz auf!
    Lass uns diesen Fehler nicht begehen! Sondern auf das achten was uns wirklich beschenkt und segnet: Am Herzen des Vaters zu sein und Seinen Willen umzusetzen! Mehr nicht!
    Jesus ernährte sich sogar davon!
    Joh 4,34 Jesus spricht zu ihnen: Meine Speise ist, dass ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat, und sein Werk vollbringe.

    Wir selbst aber brauchen das Große nicht. Wir selbst brauchen:
    Jesus Dein Wille geschehe! Dein Reich komme!
    Verwurzelt sein in IHM!

    Wenn wir wirklich allein aus Seiner Gnade leben und uns das alleine reicht, dann hat Gott auch den Freiraum alles zu tun, was Er durch uns tun möchte.
    Lass uns Gott nicht limitieren in unserem Leben!

    Ja Herr Du darfst tun was auch immer Du tun möchtest!
    Herr in treue diene ich Dir und höre auf das was Du mir sagst!
    Ich gebe Dir mein Leben in jedem Schritt den ich gehe!
    Ich gebe Dir alle Ehre ab!
    Es ist Dein Reich!
    Dein Wille!
    Ich bin Dein Kind und Du bist mein Vater!
    AMEN!

  11. interessante geschichte teupy. bist du sicher, dass sie wahr ist?

  12. Ja – Sie ist wahr

    Oliver und seine Verlobte Krisztina haben den Jungen persönlich gekannt.
    Krisztina erzählte uns davon. Wir waren davon sehr betroffen (Jüngerschaftsschule in Essen Treffpunkt: CVJM).
    Ist für mich nochmal eine gesunde Warnung gewesen:
    Such nicht nach Wirkung sondern nach Jesus.
    Und hey … ich selbst habe Wunder erlebt. Das ist toll und es ist echt eine Freude, wenn ein Mensch von seinem Leiden befreit wird.
    Aber was haben wir alle davon, wenn wir dann unsere Quellen nicht allein in Gott haben?!
    Deshalb steh ich total auf diese Aussage von Jesus:
    Ich tue nur, was ich den Vater tuen sehe
    &
    Es ist meine Nahrung das ich den Willen meines Vaters tue…

    Da will ich hin!

  13. Tja, ich finde die Geschichte schon krass/seltsam…

    Was ich daran vor allem wichtig finde, ist, dass meine Motive sauber sind/bleiben – mich immer wieder durchleuchten zu lassen, was meine Motivation ist, in das rein zu kommen, was der biblische Standard für christliches Leben ist – mit allen seinen Aspekten, eben auch Heilungen, Wunder etc. Jesus nicht zu suchen als Mittel zum Zweck, sondern dass er stets der Mittelpunkt bleibt…

  14. Das hat jetzt gut getan, das so zu lesen Königstochter …

    Ja … das ist es!

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