Es war unvermeidlich, dass ich bei meinen Recherchen zu John G.Lake auch über Curry Blake stolperte, denn Blake hat den Dienst von Lake übernommen und betreibt die Website von „John G.Lake Ministries“. Ich gebe gerne zu, dass mein erster Eindruck nicht besonders positiv war – um es freundlich auszudrücken. Uns Deutschen ist es eher fremd, wenn bereits auf der Startseite mit Erfolgen (soundso viel tausend Heilungen) geprahlt wird. Ich mag ohnehin understatement weitaus lieber als overstatement und so hatte ich nicht vor, mich mit Blake weiter auseinander zu setzen. Dann richtete sich meine Aufmerksamkeit auf eine 19-teilige-Predigtreihe über die Ausbildung von „divine healing technicians“, also „Technikern göttlicher Heilung“. Dieser Titel geht direkt auf John G.Lake zurück, der tausende in göttlicher Heilung ausbildetet und sie DHTs nannte. Mir ging die Predigtreihe nicht aus dem Kopf und am 19. September 2009 wachte ich mit der Gewissheit auf, dass ich die Reihe hören muss. In der Hoffnung, dass es sich vielleicht um Aufnahmen Lakes handeln möchte, habe ich mit der ersten Predigt begonnen. Es war Curry Blake und es wird niemanden überraschen, dass ich ihn nicht besonders mochte. Was mich allerdings überraschte war, dass Gott sehr klar durch in zu meinem Geist sprach und mich sehr durch ihn aufgebaut hat. Zum ersten Mal überhaupt wusste ich, dass ich nicht nur hören, sondern mitschreiben sollte um möglichst viel mit zu nehmen. Das, was in den nächsten Posts folgt, ist eine Mischung aus Predigtoutlines und Gedanken, die ich zu dem Gesagten habe.

Bevor ich damit beginne, habe ich noch eine Lektion, die Blake bei mir aufgefrischt hat: wir sollten uns unsere Lehrer nicht danach aussuchen, ob sie unserem Fleisch gefallen, sondern uns vom Geist leiten lassen. Gott wird immer wieder durch Menschen zu uns reden, die uns unsympathisch sind. Es ist gut, sich die Einstellung anzueignen, die Paulus hatte und niemandem nach dem Fleisch zu kennen oder zu beurteilen (2.Korinther 5,16).

– Über Militanz: Ein Problem der Christen ist, dass sie Jesus nur als das Lamm Gottes kennen und nicht den Krieger. Manches funktioniert aber geistlich besser, wenn wir Jesus als den Kriegsmann kennen, der er ist. Die Juden hatten zur Zeit Jesu ein bestimmtes Bild des Messias vor Augen und haben ihn nicht erkannt weil er anders war als sie ihn erwarteten. Sie erwarteten einen Krieger und es kam ein Lamm. Wenn er wieder kommt, dann aber nicht als Lamm sondern als Krieger. Wenn er wieder kommt, werden wir so sein wie er (1.Johannes 3,2) und er wird als Krieger wiederkommen.
Jesu ganzer Dienst war Krieg gegen den Feind und so soll auch unser Leben sein: jede Heilung, jede Befreiung ist ein militanter Akt. Dabei sollten wir aber gleichzeitig so sanftmütig sein, dass wir in der einen Hand ein Schwert und auf dem anderen Arm ein schlafendes Kind halten können.

– Es gibt nur zwei Gründe für Versagen: Unglaube (Matthäus 17,20) und Traditionen (Markus 7,11), die Gottes Wort ausser Kraft setzen. Solche radikalen und engen Aussagen laden auf jeden Fall ein, sich mit ihnen auseinander zu setzen und im Gesamtbild der Theologie Blakes ergeben sie auch viel Sinn. Ich frage mich nur manchmal, ob ich der Typ für eine solche Theologie und das entsprechende Leben bin.
Schön ist, dass er gleich danach sagt, dass die Methode am besten wirkt, an die man selber glaubt. Es geht um den Glauben und nicht um eine Vorgehensweise. Das Beispiel ist Smith Wigglesworth, der sehr hart im Heilen war und Leute geschlagen hat. Blakes Ansicht ist, dass Smith deswegen so vorgegangen ist weil er selber von einer Blinddarmentzündung so geheilt wurde und deswegen Glauben an diese Methode hatte. Es war keine spezielle „Salbung“ sondern eine Methode.

Blakes Militanz hat Wurzeln in seinem Leben. Seine Tochter ist als Kind gestorben, trotz Gebet. Wieder einmal entdecke ich das Moment der persönlichen Betroffenheit. Viele Heilungsprediger haben etwas persönliches, das sie antreibt. Sie scheinen nur deswegen so weit gekommen zu sein, weil sie das Thema persönlich nahmen.
Ebenso wie Keith Moore kommt Blake aus dem Kampfsport. Beide geben denselben Tipp: wenn Du in einem Bereich weiter kommen willst, such Dir den besten Lehrer, den Du finden kannst und lerne von ihm.
Im Heilungsbereich hatte das bei Blake nicht gut geklappt, so dass er viel selber studieren musste und darüber hinaus suchte er jeden, der noch lebte und John G.Lake gekannt hat. Das erinnert mich sehr an mich selbst, er scheute keine Kosten und Mühen und betrieb umfangreiche Recherchen. Insgesamt hat er interessante Menschen kennengelernt: Lester Sumrall, Polly Parham (die Enkelin von Charles). Später noch ein Tipp: häng mit Menschen rum, die Dich schärfen und nicht mit Menschen, die Dich stumpf machen.
Diese Haltung des intensiven Suchens und Studierens ist übrigens auch eine Gemeinsamkeit vieler Männer und Frauen, die im Übernatürlichen durchbrachen.
Lake bot Leuten $500,–, die dreissig Tage unter seiner Lehre sitzen konnten ohne dass es ihnen mindestens deutlich besser ging. So geschehen in Houston, Texas, wo er viele Kranke in seinen Gottesdiensten hatte. Das zeigt, wie sicher er sich in dem Ganzen war. Gordon Lindsay war einer der Leute, die von Lake gelernt haben und hat eine seiner Gemeinden übernommen.
– keine Armee der Welt hat jemals ihrem König Ehre gemacht indem sie unter der Armee des Gegners gelitten hat. Sie macht ihrem König Ehre indem sie die andere Armee besiegt. Wir sollten nicht leiden weil wir Krankheiten vom Feind annehmen, sondern unser Leiden sollte damit zu tun haben, dass wir Gottes Reich ausbreiten und dabei auf Widerstand treffen.
Blake scheint ein interessantes Leben zu führen: er betet für jeden, der mitten in der Nacht anruft und macht nie Urlaub. Alles, was er an Entspannung hat und braucht ist Bibelstudium und Gottes Kraft in Heilung. Er zieht sich nie zurück. Persönlich könnte ich so nicht leben, aber er ist nicht der einzige, den ich kenne, der so lebt. Empfehlen würde ich es nicht, aber das kann ohne weiteres eine persönliche Sache sein. Nicht jeder Mensch ist gleich.

Fragen und Anregungen zum persönlichen Studium und Weiterkommen:
1) gibt es etwas, das Dich persönlich antreibt, in ein Thema hineinzukommen? Welches geistliche Thema nimmst Du persönlich?
2) Hast Du den besten Lehrer für Dich gefunden? Du musst ihn nicht einmal persönlich kennen. Oft reichen Mailkontakte oder Predigten.
3) Studierst Du intensiv oder bist Du eher passiv und wartest auf Gott?
4) Mit welchen Menschen umgibst Du Dich? Bringen sie Dich weiter oder halten sie Dich auf und werfen Dich zurück?

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12 Kommentare

  1. cooler post, werde auch mal auf die seite von blake gehen, Danke für die Fragen, ich war gerade dabei mich zu fragen was ich eigentlich so mache und was es mir bringt.
    Danke

  2. Sehr schön, danke! Gerne mehr solcher Posts!

  3. Sehr interessant! Danke, dass du dich damit auseinandersetzt…
    Wichtig ist wohl, Liebe zu haben für die Menschen. Vermutlich kann man jemanden mit Liebe und Mitleid im Herzen schlagen oder ohne… ich nehme an, bei John G. Lake war es mit Liebe, denn „wenn ich keine Liebe habe, bin ich nichts“ und „wenn ich keine Liebe habe, nützt es mir nichts“ – 1.Korinther 13…
    Und solange man auf den Heiligen Geist hört braucht man auch nicht auf eine „richtige“ Methode fixiert zu sein.
    Vielleicht kommt es auch auf die Kultur an, oder das Jahrzehnt, oder die Gesellschaft, oder die Lage im geistlichen Kampffeld, oder was weiss ich.
    Bin gespannt auf weiteres!

  4. …Dabei sollten wir aber gleichzeitig so sanftmütig sein, dass wir in der einen Hand ein Schwert und auf dem anderen Arm ein schlafendes Kind halten können…

    Was für ein schöner Satz ! Ist der von Dir?

  5. ja das ist wirklich ein sehr schöner satz!

  6. Hammer, wie du das hier in so wenige Worten präzise zusammen gefasst hast. Mal wieder sehr inspirierend.

  7. @ ronald:
    das ist von blake, ich habe es nur paraphrasiert. blake hatte mal ein schlafendes kind dauf dem arm als er über militanz gepredigt hat und das führte zu dem bild.

  8. „Wir sollten nicht leiden weil wir Krankheiten vom Feind annehmen, sondern unser Leiden sollte damit zu tun haben, dass wir Gottes Reich ausbreiten und dabei auf Widerstand treffen.“

    Eine sehr hoffnungsvolle Aussage, doch leider für mich noch nicht Realität. Würdet ihr sagen, dass man sich gewisse Dinge auch im Gebet erkämpfen muss bis sie Wirklichkeit werden? Wieso ist das? Das ist etwas was ich nie ganz verstanden habe: Wieso beten wenn Gott doch sowieso weiss was ich will?! Geht es da um Beziehung und das ich Gottes Nähe suche und auch darum das er meine Einstellung im Gebet verändert? Wieso dauert es manchmal solange bis Heilung „durchbricht“?

    Fragen über Fragen…

  9. die komplette antwort habe ich auch nicht. aber ich sehe das in meinem eigenen leben, dass ich bei den meisten wichtigen dingen jahre brauchte um da reinzukommen. es gab immer studienzeiten und dann ging es irgendwann weiter. liegt nicht an gott, liegt an mir.

  10. Wieso glaubst du das es an dir liegt?

  11. erfahrungswerte. ich beginne jetzt dinge zu leben, nach denen ich mich vor zwei jahren gesehnt habe und über die ich zu der zeit viel geredet und gepredigt habe. jetzt gibt es anderes, das mich total fasziniert und ich schätze, dass ich es erst in ein paar jahren wirklich geschnallt habe und umsetzen kann.

  12. Wow – sehr bewegend. Vor allem die Fragen für einen persönlich. Danke!

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