10. Mai 2008 13

der Toronto-Segen

Eine meiner ersten Erfahrungen als junger Christ war der „Toronto-Segen“. Damals, Mitte der 90er, wusste ich nicht mal, wo Toronto liegt, hatte weder Erfahrung noch Theologie über den Umgang mit dem Heiligen Geist und war nicht auf das vorbereitet was kam. Ich konnte gerade mal in Sprachen beten und hatte von der Bibel die Bücher „Prediger“ und „Sprüche“ gelesen, das war´s.
Dann brach auf einmal beim beten vor dem Essen der Heilige Geist über uns herein und alles war anders. Wir fielen um, konnten nur noch lachen, prophezeiten, hatten Spass daran Bibel zu lesen und Zeugnis zu geben, usw. Keiner von uns kannte das. Ich war der einzige, der mal umgefallen war – einmal, bei meiner Geistestaufe.
Dann kam ein Charismatiker bei uns vorbei. Keine Ahnung, wo der herkam und was er auf einmal in meinem Zimmer machte, aber er sagte: „wow, das ist gerade neu.“ „Wie, neu?“, dachte ich, „das ist doch der Heilige Geist, wie kann das neu sein?“ Die nächsten Wochen waren intensiv. Leute bekehrten sich (teilweise beim trampen), andere wurden geheilt und immer gab es Lachkicks. Wir erlebten unglaublich viel in sehr kurzer Zeit und dachten, das wäre das normale Christenleben.

Dann hörte alles auf. Auf einmal. Wir konnten damit nicht umgehen, haben ein bisschen weiter gelacht (was ohne Heiligen Geist aber nicht mehr dasselbe war) und haben schliesslich aufgehört uns zu treffen (wofür es natürlich verschiedene Gründe gab). Ich habe jahrelang quasi nichts mehr mit dem Heiligen Geist erlebt und musste mich wirklich an Jesus klammern um nicht den Glauben wieder zu verlieren. Ich habe mich jahrelang gefragt, ob ich damals etwas falsch gemacht habe weil es wieder aufgehört hat und das Leben auf einmal wieder so „normal“ wurde.
Dann hörte ich davon, dass es ein weltweites Phänomen war. Es begann in Toronto in TACF und steckte eine Weile die ganze Welt an. Offenbar gibt es Zeiten, in denen Gott etwas ganz besonderes macht. „Ausgießungen des Heiligen Geistes“ nennt man das oft. Zumindest in Europa und den USA gab es überall solche Wellen und Ausgießungen wie ich sie erlebt habe. Gebe der Herr, dass so was bald wieder geschieht!

Neulich fiel mir auf, dass es immer wieder solche Wellen gab. In den 40er und 50er Jahren gab es in U,S und A die „voice of healing“-Bewegung mit einer unglaublichen Heilungskraft. In den 60ern die Jesus People usw. Einer der grössten deutschen Heilungsevangelisten, Herrmann Zaiss, lebte und wirkte gerade in der „voice of healing“-Zeit. Ich frage mich, ob da vielleicht ein Zusammenhang bestehen könnte.
Die Propheten reden immer viel von dem, was Gott in der Welt tut. Vermutlich meinen sie zumindest zum Teil solche besonderen Zeiten, in denen er etwas ungewöhnliches tut. Wir sollten lernen, das wahr zu nehmen, was der Heilige Geist souverän tut um es dann mit beiden Händen zu ergreifen und mit zu machen.

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13 Kommentare

  1. Tja, die Erfahrungen haben wir auch gemacht in den 90er bei uns, ich glaube Gott hat es uns geschenkt aber was Er wirklich möchte mit Ihm eine lebendige Beziehung und Charakter Veränderung, da muss ich zugeben das letztere hören wir nicht gern.

  2. (Sorry technischer Fehler)
    Tja, die Erfahrungen haben wir auch gemacht in den 90er bei uns, ich glaube Gott hat es uns geschenkt aber was Er wirklich möchte mit Ihm eine lebendige Beziehung und Charakter Veränderung, da muss ich zugeben das letztere hören wir nicht gern.

  3. ich erinner mich noch, wie ich beim flt in nürnberg (2003 ? ) eine so derbe salbung belkamm, dass ich am montag dadrauf in der ausbildung von meinem lehrer in den „erste hilfe raum “ verfrachtet wurde und die mich beinahe rausschmissen, weil die dachten ich wäre stoned in den unterricht gekommen… dass ging fast zwei wochen so und ich sah überall engel die mir zuwinkten… engel in der bahn, engel auf dächern und irgendwann auch dämonen auf schultern von menschen die ich wegbeten konnte… seitdem tritt dass immer mal wieder auf… gerade in den letzten zwei wochen ist es wieder sehr intensiv… liegt wohl daran, dass ich mich für meine gemeinde gerade etwas vorbereite und eigentlich den ganzen tag nichts tue ausser beten und bibel lesen ( und kommentare in blogs schreiben… ). und alles wird intensiver… träume kommen wieder, eindrücke (bei aldi aufm parkplatz : bete für die frau da der geht es nicht gut… ) leg dem und dem in der gemeinde die hände auf… und ab und an falle ich vom schreibttischstuhl…, auch jetzt wo ich dies schreibe bin ich „drin“. der unetrschied diesmal ist… ich weiss mom gar nicht wohin damit, ausser dass es geil ist…

  4. @ Robert
    lebendige Beziehung verändert!

    @ Andi
    YEAH!

    @ Storch
    war das jetzt ein Wink mit dem Zaunpfahl nach Lakeland? 😉

  5. Klingt logisch. Gibt wohl nicht umsonst in der Bibel so viele Gleichnisse aus der Landwirtschaft [ obwohl auch interessant wäre, wie wohl eine post-industrielle Bibel aussähe 😉 ]. Das gute alte Saat, Wachstum, Ernte Prinzip zieht sich aber wohl durch alle Bereiche des Lebens – im kleinen wie auch im großen Maßstab.

    Frollein Friede
    Ich sei mit Euch!

  6. @andichrist:
    Wow!

    Habe gerade ein aufgenommenes Video von dieser Lakeland-Sache stückweise angeschaut.
    Ich musste heulen.

    Gby,
    Dirk.

  7. mir geht es mitterweile auch so. ich dachte neulich noch mal daran, dass ich mal eine art eindruck hatte, dass ich TB hören sollte. habe ich dann gemacht und war auch okay, aber nicht so, dass e smich richtig verändert hätte. jetzt ziehe ich mir einfach mal die videos rein und bin offen und es ist echt nur geil.

  8. Diesen Beitrag fand ich sehr ermutigend, vor allem den Aspekt der „Wellen“, die sich transnational manifestieren.

  9. vielen dank und herzlich willkommen, felice.

  10. hallo
    die allermeisten „charismatiker“, die ich kenne, sehnen sich nach solch verrückten sachen, wie „lachen im geist“, auf dem „boden rumkugeln“ und „grunzen“ – und klar zeigt man, das man das „sprachengebet“ hat, wo man nur kann. gleichzeitig sind es diese, die ihren reichtum rechtfetigen, bei jedem „sich-verletzt-fühlen“ aus den ehen ausbrechen. menschen, die recht wenig gehorsam der schrift gegenüber entwickeln. das thema ist zu komplex, wir wir wissen, aber ich warne ausdrücklich vor dieser über-emotionalen glaubensbewegung.weil die schrift nicht umsonst oft genug warnt. beispiele für „extreme“ geistausgiessung finden wir nicht. Gott ist aber einer ,der ordnung(nicht die bürgerliche 😉 liebt. so sachen, wir hier oben beschrieben werden, findet man auch in anderen religionen und in okkultem. bitte mal drüber nachdenken.
    der Hlg.Geist ist der geist Jesu. der führt in die anbetung jesu.aber nicht in lachflachs usw…wichtig ist echt das erforschen der schrift und die erkenntnis. natürlich alles mit der liebe Gottes. aber diese liebe macht auch, so wie wir bei paulus sehen, die ermahnt. meine erfahrung der letzten jahre ist, das „charismatiker“ (ich bi auch einer, aber wohl anders 🙂 sich aber kaum aus der schrift belehren lassen. für unsere letzten tage sehr wichtig, wieder ganz zu Jesus zu kommen, dazu ist der Geist da und gut.und ich lobe den Hlg Geist ausdrücklich,und den Vater für seine guten pläne.
    wir mögen von den auswüchsen von „korinth“ verschont bleiben.

    • Auf deinen Bericht/ Stellungnahme vom 25.Jan.2009 bzgl. Toronto- Segen: Da gebe ich dir recht.
      Bei meiner Ex- Ehefrau waren die Wirkungen des „Feuer Gottes“….sonderbar. Sie wälzte sich nicht wie manch Andere auf dem Boden (die sich auch sonst wie Wahnsinnige verhielten) … Aber: sie zuckte ab da an (aus der Bauchgegend heraus)
      Ihr hat´s gefallen. Sie war „gut ´drauf“, fest davon überzeugt, daß es Gottes Geist ist. Aber Liebe, Demut, Gehorsam…- Fehlanzeige.
      Ich tippe auf „Schwarmgeist“. Wahnsinn, was in christl. Gemeinschaften so… „ab-geht“. Wie sagte Luther: Groß Macht und viel List- sein´ grausam Rüstung ist…
      Jürgen Dudda, Worms

  11. hallo norbert,
    herzlich willkommen!

    das ist aber sehr stark vereinfacht. ich kenne sehr viele ehen von charismatikern, die schon lange halten (jahrzehnte) und viele die nicht reich sind und das auch nicht zur theologie erklären und ebenso viele, die gern mal ein bisschen im geist lachen, es aber nicht suchen. oft kommen solche „manifestationen“ ja gerade in der anbetungszeit. was ist falsch daran wenn sich die freude gottes in lachen äussert. das finde ich voll im grünen bereich.
    und dass es in anderen religionen auch was extatisches gibt spricht ja nicht gegen das extatische. es gibt auch in anderen religionen nüchternheit, hingabe und heiligkeit. ich hoffe, dass wir nicht mit diesem argument gegen hingabe arbeiten…
    dass es aber auch missbrauch und unsinn gibt ist ja klar. in welchen denomination gibt es das nicht? es sind ja nicht unbedingt alle christen bibeltreu die nicht in sprachen beten. da könnte ich dir viele beispiele nennen. 🙂

    aber nichts für ungut. wollte ich nur mal geschrieben haben, aber du kannst natürlich gerne bei deiner handhabe und theologie bleiben 🙂

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