Jahwe Shamma – „der Herr ist hier“

Diese Offenbarung Gottes findet sich nicht gerade überall im Alten Testament. Genauer gesagt nur an einer Stelle und da ist sie noch prophetisch. Hesekiel schloss seine Vision vom neuen Jerusalem mit folgendem Wort ab, das gleichzeitig auch den letzten Vers des Buches darstellt:

So soll der ganze Umfang achtzehntausend Ellen sein. Und alsdann soll die Stadt genannt werden »Hier ist der HERR«. (Hesekiel 48,35 nach Luther)

Das neue Jerusalem wird die Stadt sein, in der Gott selber wohnt. Das Wichtigste, was man über diese Stadt sagen kann, ist: „hier ist der Herr“. Ich lege diese Stelle auch auf das neue Jerusalem (Offenbarung 21) aus, aber für uns hat sich diese Prophetie bereits in Jesus erfüllt. Jesus ist dafür gestorben, dass die Trennung zwischen Gott und uns aufgelöst wird und Gott bei uns sein kann. Durch ihn können wir überhaupt erst Gott nahe kommen:

Damals wart ihr von Christus getrennt, der Gemeinde Israels fremd und von dem Bund der Verheißung ausgeschlossen; ihr hattet keine Hoffnung und lebtet ohne Gott in der Welt. 13 Jetzt aber seid ihr, die ihr einst in der Ferne wart, durch Christus Jesus, nämlich durch sein Blut, in die Nähe gekommen. (Epheser 2,12 nach der Einheitsübersetzugng)

Jeder, der als Tempel Gottes mit Gottes Geist und Herrlichkeit erfüllt ist, kann sagen, dass der Herr hier ist. Jesus ist zum Himmel aufgefahren und hat uns den Heiligen Geist gesandt, damit Gott uns immer nahe sein kann. Bis dahin war das nicht möglich und die Erfahrung von Gottes Gegenwart war nur begrenzt und temporär. Seitdem wir den Heiligen Geist haben gilt für uns:

Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt. (Matthäus 28,20 nach der Einheitsübersetzung)

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5 Kommentare

  1. wörtlich übersetzt, ist es eigentlich „der HERR ist dort“, eine art wegweiser… das hebräische wort „sham“ heisst dort mit dem anhängsel „a“ -„shamma“ ist sogar im hebräischen noch extra betont, dass es sich um einen hinweis auf „dort – an diesem spezifischen ort“ handelt.

    das ändert an deinem grundgedanken nicht so viel, nur an der richtung: der HERR ist genau dort, wo ein mensch durch Jesus mit Gott versöhnt ist. Die betonung ist halt etwas spezifischer auf einen punkt gerichtet und nicht so offen wie das „hier“… Gott ist „hier“ klingt etwas weiter und ungenauer… wobei das „shamma“ mit dem schwerpunkt auf einen ganz bestimmten punkt die bedingungen klar macht und eine billige gnade ausschliesst. das ist übrigens auch was in dem Eph. 2 rüberkommt… ihr wart fern, aber jetzt seid ihr zu dem punkt wo gott zu finden ist hingekommen, nicht gott ist plötzlich großräumiger auffindbar. durch jesus sind wir zu dem „dort“ hingebracht, gott ist immernoch derselbe.

  2. wow. vielen Dank, Lydia. Ich sehe schon, die Reihe bekommt durch Deine Kommentare eine Tiefe, die ich nicht hinbekommen hätte.

  3. danke, danke… fuer irgendwas muss ja auch ein geisteswissenschaftliches studium gut sein, wenn man schon kein geld damit verdienen kann 🙂

  4. immerhin hat es dich ja nach israel gebracht 🙂

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